07.09.2017

Von wegen Kinderkrankheit! ADHS bei Erwachsenen – elf Anzeichen

Alles anfangen und nichts zu Ende bringen: Das ist ein typisches Anzeichen von ADHS im Erwachsenenalter.

Foto: ©iStock/Matej Kastelic

Alles anfangen und nichts zu Ende bringen: Das ist ein typisches Anzeichen von ADHS im Erwachsenenalter.

Liebenswerte Chaoten, die oft zu spät kommen, schnell überfordert sind und ständig in Schwierigkeiten geraten: Häufig steckt ADHS dahinter.

 

ADHS wächst sich mit den Jahren aus? Stimmt leider nicht. Aus Zappelphilipp-Kindern werden mitunter Erwachsene, die ebenfalls unter der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung leiden. Dabei beeinträchtigt ADHS das gesamte Leben – privat und beruflich.

Dass die Störung die Ursache für das viele Auf und Ab sein könnte, ist den Betroffenen meist nicht klar. Denn ADHS gilt noch immer vorrangig als Problem von Kindern. Mindestens jedes zweite Kind mit ADHS behält die Störung, typische Symptome treten dann noch im Erwachsenenalter auf. Allerdings können die Anzeichen etwas von denen bei Kindern abweichen oder weitere dazukommen.

Wichtige Symptome von ADHS bei Erwachsenen sind:

  1. Hyperaktivität: Bei Kindern mit ADHS tritt das Hauptsymptom deutlich zutage, etwa indem sie nicht lange stillsitzen können. Erwachsene können diese Unruhe nach außen zwar besser kontrollieren. Innerlich bleibt sie jedoch bestehen und zeigt sich durch ständiges Wippen mit dem Fuß, Fingertrommeln und ähnliches.
  2. Unpünktlichkeit: Termine zu planen und sie dann auch gewissenhaft einzuhalten, ist für Menschen mit ADHS schwierig.
  3. Organisationsmangel: Typisch ist nicht nur ein chaotischer Terminkalender, sondern eine Unordentlichkeit, die sich durch alle Lebensbereiche zieht. Aufräumen und Ordnung halten sind Dinge, die für erwachsene ADHS-Patienten beinahe unmöglich sind.
  4. Stimmungsschwankungen: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – die seelischen Achterbahnfahrten von ADHS-Patienten belasten auch ihre nahen Kontaktpersonen und Angehörigen.
  5. Partnerschaftsprobleme: Langjährige, harmonische Beziehungen sind für Menschen mit ADHS eher die Ausnahme. Sie sind wegen ihrer wechselhaften Art oft schwierige Partner.
  6. Impulsivität: Erwachsene mit ADHS nehmen Kritik leicht persönlich und reagieren dann äußerst sensibel. Schnell fahren sie aus der Haut, ohne vorher die Folgen ihres Tuns abzuwägen.
  7. Selbstzweifel: Den meisten Betroffenen ist bewusst, dass sie oft überreagieren und kein Durchhaltevermögen haben. Sie stellen dadurch generell ihr Können in Frage und zweifeln häufig an sich selbst.
  8. Mangelndes Selbstbewusstsein: Daraus resultiert wiederum ein geringes Selbstvertrauen.
  9. Schwierigkeiten im Straßenverkehr: Menschen mit ADHS sind oft in Unfälle verwickelt. Ursachen hierfür sind Impulsivität und dann wieder Zögerlichkeit sowie ihre Konzentrationsprobleme.
  10. Jobverlust: Auch beruflich wirken sich diese Eigenschaften negativ aus. Wer ADHS hat, wechselt häufig den Job oder ist länger mal arbeitslos.
  11. Finanzielle Probleme: Die Folgen dieser Planungsschwierigkeiten und des mangelnden Durchhaltevermögens sind finanzielle Engpässe, welche die Existenz bedrohen können.

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ADHS bei Erwachsenen oft von weiteren Problemen begleitet

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Erkrankungen bei Erwachsenen, die durch ADHS begünstigt werden. So leidet rund jeder dritte erwachsene ADHS-Patient zusätzlich unter Depressionen oder Ängsten. Außerdem treten in Kombination mit der Störung häufig diese Probleme auf:

  • Schlafstörungen
  • Sucht, etwa nach Alkohol oder Nikotin
  • Zwänge

Therapie von ADHS bei Erwachsenen

ADHS als Schicksal hinnehmen muss niemand. Auch für Erwachsene ist es nicht zu spät, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt verschiedene Therapieoptionen bei ADHS, die sich gezielt an Erwachsene wenden. Basis der Behandlung sind Medikamente, ergänzt werden sie durch sozialtherapeutische Unterstützung. Treffen also einige der aufgeführten Anzeichen auf Sie zu, zögern Sie nicht und wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen Psychologen.

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