19.03.2019

Unangenehme Pharyngitis Rachenentzündung: Diese Hausmittel helfen gegen Symptome

Starke Halsschmerzen können auf eine akute oder chronische Pharyngitis, eine Rachenentzündung hinweisen. Was dahinter steckt und warum ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Foto: iStock/alvarez

Starke Halsschmerzen können auf eine akute oder chronische Pharyngitis, eine Rachenentzündung hinweisen. Was dahinter steckt und warum ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Die Rachenentzündung (Pharyngitis) ist eine der häufigsten Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Sie ist meistens mit starken Schmerzen verbunden. So werden Sie die Erkrankung wieder los.

Bei einer Rachenentzündung, medizinisch Pharyngitis, entzünden sich die Rachenschleimhäute schmerzhaft. Schlucken wird zur Qual, aber auch ohne Schluckbewegungen schmerzt der Hals einfach nur. Oft geht die Erkrankung mit einer Erkältung oder Grippe einher. Was Sie dagegen tun können und wie Sie sich am besten schützen.

Unterschieden wird zwischen der akuten Rachentzündung und der chronischen Rachenentzündung. Während die akute Entzündung durch die Infektion mit einem Erreger – meist Viren – entsteht, ist die chronische Rachentzündung ein Oberbegriff für Langzeit-Irritationen im Rachenbereich, die zum Beispiel durch Tabakrauch, Alkohol oder Klimaanlagen ausgelöst werden können.

Wie äußert sich die akute Rachenentzündung?

Die akute Rachenentzündung macht sich vor allem durch starke Halsschmerzen beim Schlucken und durch Schluckbeschwerden bemerkbar. Außerdem kratzt und brennt der Hals und fühlt sich trocken an. Die Rachenschleimhaut ist deutlich gerötet. Dabei ist die Bezeichnung eigentlich als Überbegriff diverser Entzündungsreaktionen im Rachenbereich zu verstehen. Hauptsymptom sind dabei immer Halsschmerzen.

Auslöser sind in der Regel die klassischen Erkältungs- und Grippeviren: Adeno-Viren, Influenza-Viren oder Parainfluenza-Viren. Selten kommt es vor, dass Bakterien wie Streptokokken die Krankheit auslösen. Ganz selten wird sie vom Epstein-Barr-Virus, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, begleitet.

Ist die Entzündung virusbedingt, beginnt sie meist sehr plötzlich mit Fieber sowie starken Hals- und Kopfschmerzen. Manchmal treten auch Husten und andere Erkältungserscheinungen wie eine Nasenschleimhautentzündung oder eine Nasennebenhöhlenentzündung auf. Oft schwellen die Lymphknoten im Kieferbereich an. Eine akute Rachenentzündung ist in der Regel nach spätestens 14 Tagen ausgestanden, meist sind die Symptome aber schon nach drei bis fünf Tagen erheblich besser.

Geht die Infektion auf Stimmbänder und Kehlkopf über, spricht man von Laryngitis. Dann kommt als Symptom vor allem noch Heiserkeit hinzu.

Die Beschwerden bei chronischer Rachenentzündung haben andere Auslöser

Eine chronische Rachenentzündung tritt nicht plötzlich, sondern vorwiegend nach längerem Kontakt der Rachenschleimhäute mit irritierenden Substanzen, wie etwa Tabakrauch, Alkohol oder auch trockener Luft, auf. Auch Sodbrennen und Reflux oder aber eine Strahlentherapie können verantwortlich sein. Die Betroffenen verspüren im Allgemeinen ein Trockenheitsgefühl und müssen sich ständig räuspern. Sie husten zähen Schleim ab; unter Umständen kommt es zu Reizhusten sowie zu einem Fremdkörpergefühl im Hals.

Mit den Symptomen einer chronischen Rachenentzündung können sich Betroffene über Monate hinweg herumschlagen – vor allem, wenn die Reize weiterhin bestehen.

Unterschieden wird dabei übrigens zwischen zwei Formen:

  1. Atrophische Rachenentzündung, Pharyngitis atrophicans et sicca: Bei dieser Form bildet sich das lymphatische Gewebe im Rachen zurück. Die Rachenschleimhaut wirkt zart und blass, ist trocken und weist eventuell Beläge oder Borken auf.
  2. Hypertrophische/hyperplastische Rachenentzündung, pharyngitis hyperplastica: Hier liegen Gewebewucherungen im Rachen vor. Hier sind die Wucherungen gut zu erkennen.

Was kann man tun?

Zur Therapie einer akuten Rachenentzündung kommen normalerweise keine Antibiotika zum Einsatz, da die Infektion meist virusbedingt ist und selten durch Bakterien hervorgerufen wird. In erster Linie behandelt man die Symptome. Dazu eignen sich klassische Hausmittel gegen Erkältung wie Rachenspülungen, kalte Halswickel oder schmerzhemmende, desinfizierende Lutschtabletten. In jedem Fall sollten Betroffene viel warme Flüssigkeit trinken, zum Beispiel in Form von Tees. Generell helfen alle Hausmittel gegen Halsschmerzen. Gegen starke Schmerzen können auch Paracetamol oder Ibuprofen helfen – aber immer in Maßen.

Unter Umständen kommt es infolge einer virusbedingten akuten Rachenentzündung zu sekundären bakteriellen Folgeerkrankungen. Diese werden dann – ebenso wie eine bakteriell bedingte akute Rachenentzündung – mit Antibiotika therapiert. Etwa kann eine Mandelentzündung mit einhergehen, oder auch eine Seitenstrangangina. Die macht sich meist in Form von einseitigen Halsschmerzen bemerkbar. In beiden Fällen sollten entweder der Hausarzt oder gar ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt einen Blick in den Rachenraum werfen und einen Abstrich nehmen, um festzustellen, ob Antibiotika tatsächlich notwendig sind.

Liegt eine chronische Rachenentzündung vor, wird zunächst der Auslöser (z. B. Tabakrauch oder Alkohol) identifiziert. Die Betroffenen sollten die auslösenden Faktoren dann im Alltag weitestgehend meiden. Hilfreich sind außerdem Maßnahmen, die den Rachenraum und die Atemwege feucht halten, wie zum Beispiel Inhalationen mit Salbei und Kamille oder salzhaltigen Lösungen, eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch Luftbefeuchter und Lutschtabletten. Die Symptome klingen dann in der Regel nach und nach von selbst ab.

Ist eine behinderte Nasenatmung die Ursache für eine Rachenentzündung, können operative Maßnahmen helfen.

Sollten die Halsschmerzen nicht zurückgehen und sogar schlimmer werden, ist immer ein Gang zum Arzt sinnvoll. Der kann dann auch feststellen, ob es sich nicht etwa um ein bösartiges Lymphom handelt.

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