Aktualisiert: 05.02.2021 - 11:31

Das lästige Symptom Husten – ein Sturm in unseren Atemwegen

Von Maria Luckey und Jenny Pons

Husten ist ein natürlicher Abwehrmechanismus der Atemwege und kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Foto: Getty Images/PeopleImages

Husten ist ein natürlicher Abwehrmechanismus der Atemwege und kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Husten ist ein häufiges und lästiges Symptom bei Erkältungen – aber auch eine ganz natürliche Abwehrreaktion der Atemwege auf einen Fremdkörperreiz.

Wenn draußen die Temperaturen fallen, steigt damit gleichzeitig die Häufigkeit eines Geräusches: Husten in allen Ausprägungen. Der natürliche Schutzreflex unserer Atemwege ist keine eigenständige Krankheit, aber häufiger Begleiter von Erkältungen oder einer Bronchitis. Trotz seiner sinnvollen Funktion, ist Husten oft ein lästiges Symptom. Welche Ursachen er haben kann, welche Arten es gibt und was hilft, lesen Sie hier.

Der Hustenreflex: Wie ein Hurrikan

Husten stellt einen sehr wichtigen Abwehrmechanismus der Atemwege dar. Ob versehentlich eingeatmete Brotkrümel, Staubpartikel oder mögliche Eindringlinge – ein kräftiger Hustenstoß befördert Fremdkörper rasch wieder heraus und befreit dadurch das sogenannte respiratorische System. Gleiches passiert auch, wenn Viren oder andere Erreger die Atemwege besiedeln und die Lunge darauf mit verstärkter Schleimbildung reagiert. Hustenstöße können den Schleim aus den Atemwegen herausschleudern – und mit ihm die schädlichen Eindringlinge.

Dabei reizen Fremdkörper und Sekrete Sensoren an den Schleimhäuten der Luftröhre und Bronchien, die den Hustenreflex auslösen. Experten gehen davon aus, dass dabei die Luft in den Atemwegen Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometer erreicht, also wie bei einem Hurrikan1.

Ursachen: Husten – ein häufiges und lästiges Symptom

Husten tritt als Symptom einer ganzen Reihe von Erkrankungen auf. Vor allem Atemwegsinfekte, wie die Erkältung (oder grippaler Infekt), Bronchitis sowie einige andere Lungenerkrankungen, gehen häufig mit Husten einher. Und so ist auch weltweit Husten durch virale Infektion der oberen und/oder der unteren Atemwege der häufigste Grund für eine ärztliche Konsultation.

Weitere Ursachen von Husten können auch u.a. Arzneimittelnebenwirkungen (beispielsweise durch ACE-Hemmer, Betablocker), “Postnasal drip” (entzündete Nasenschleimhäute verursachen eine Schleimstraße im Rachen, die zu Hustenreiz führt) und gastroösophagealer Reflux sein. Bei letzterem handelt es sich um einen krankhaft gesteigerten Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre, der auch in die Atemwege gelangen kann2.

Für die Diagnose und die bestmögliche Therapie wird bei den verschiedenen Formen des Hustens nach der Dauer und Art des Hustens unterschieden.

Die verschiedenen Hustenarten

Akut oder chronisch?

Während einer Erkältung hält ein akuter Husten bei Erwachsenen durchschnittlich zwei Wochen an. Bei einigen Erregertypen kann sich die akute Phase aber auch über sechs bis acht Wochen ziehen. Und auch wenn beispielsweise noch eine Entzündung von Nasenschleimhaut und den Nasennebenhöhlen hinzukommt, kann sich der Infekt verlängern und mit ihm der Husten, der dann als subakut (2-8 Wochen) bezeichnet wird. Wenn Husten länger als acht Wochen andauert, ist von einem chronischen Husten die Rede3.

Von trockenem Reizhusten zu produktivem

Ein weiteres Merkmal ist die Unterscheidung in trockenen, unproduktiven Husten und produktiven Husten mit Schleimauswurf.

Der trockene wird auch als Reizhusten und unproduktiv bezeichnet, weil er ohne ohne Schleimbildung einhergeht. Besonders häufig tritt Reizhusten im Rahmen von Atemwegsinfekten auf. Da tritt er typischerweise zu Beginn einer Erkältung auf. Der trockene Husten geht dann im weiteren Verlauf in einen Husten mit Auswurf über, also in einen produktiven Husten. Dieser produktive Husten hilft, dass festgesetzter Schleim aus den Bronchien gelöst und damit abgehustet wird.

Auch die Farbe des Auswurfs kann Aufschluss geben. Beispielsweise weist ein gelblicher oder grünlicher Auswurf auf eine Bronchitis hin. Eine blutige Verfärbung hingegen kann auf eine schwere Lungenerkrankung hindeuten, etwa Tuberkulose. Aber nicht nur blutiger Auswurf beim Husten ist ein Fall für den Arzt.

Wann mit Husten zum Arzt?

Auch wenn sich der Husten über mehr als drei bis vier Wochen hält und nicht besser wird oder Begleitsymptome wie Fieber oder Brustschmerzen hinzukommen, sollten Sie sich untersuchen und behandeln lassen.

Auch jeden chronischen Husten (länger als acht Wochen) müssen Sie abklären lassen, während in der Zeit davor Abwarten gerechtfertigt ist. Allerdings nur bei unkompliziertem Husten ohne Begleiterscheinungen wie blutigem Auswurf, Schmerzen, persistierendem Fieber oder ausgeprägtem Schwächegefühl.

Was hilft gegen Husten?

Hustenbeschwerden können durch einige Mittel und Maßnahmen gelindert werden. Grundsätzlich gilt es, den natürlichen Reinigungsprozess der Atemwege zu unterstützen. Schleimlöser, sogenannte Sekretolytika und Mukolytika (beispielsweise wie etwa N-Acetylcystein oder Ambroxol), fördern die Bildung von dünnflüssigem Bronchialsekret und verflüssigen zähen Schleim. Es gibt auch pflanzliche Arzneimittel aus der Apotheke, die auf die Kraft von Heilpflanzen gegen Husten setzen. Sogenannte Sekretomotorika (zum Beispiel ätherische Öle aus Myrtol, Thymian, Schlüsselblume oder Efeu und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme) helfen beim Abtransport des Schleims.

Bei quälendem, trockenem Reizhusten können Hustenstiller (Antitussiva) die Beschwerden lindern und so für eine ruhige Nacht sorgen. Ausreichend Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für den generellen Heilungsprozess. Allerdings sollten diese Mittel nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie das Abhusten des Schleims verhindern.

Achten Sie auch darauf, dass Sie richtig husten. Denn in der trockenen, unproduktiven Form kann ein kräftiges Husten die Bronchien zusätzlich reizen.

Viele bewährte Husten-Hausmittel, wie ausreichend zu trinken (am besten warmen Tee), inhalieren und die guten alten Kartoffelwickel, können bei Husten sehr gut helfen.

Das Rauchen sollten Sie bei Husten unbedingt und am besten auch generell einstellen. Es ist auch ratsam, sich nicht in verrauchter, staubiger und trockener Luft aufzuhalten.

Husten vorbeugen

Um Husten vorzubeugen, gilt es auch, eine Ansteckung mit den häufig verantwortlichen Erkältungsviren zu vermeiden. Diese werden in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen. Halten Sie also am besten ausreichend Abstand von erkälteten Personen, waschen Sie regelmäßig Ihre Hände4, geschlossene Räume regelmäßig am Tag lüften durch Quer- und Stoßlüften. Und stärken Sie das eigene Immunsystem.

Für starke Abwehrkräfte sorgen unter anderem ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, frische Luft und gelüftete Räume, aktive Stressreduktion.

Wie wichtig das Einhalten der Nies- und Hustenetikette ist, um die Ansteckungsgefahr für andere möglichst gering zu halten, konnten Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nachweisen. Ihre Studie zeigte, dass beim ungehemmten Niesen und Husten die kleinen und vor allem auch die kleinsten infektiösen Tröpfchen (Aerosole) mindestens zwölf Meter, wenn nicht noch weiter fliegen und so Erreger durch komplette Zimmer – und weiter – transportiert werden5.

Noch mehr Infos zu Husten und Bronchitis erfahren Sie auf unsere Themenseite #Ausgehustet?

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Quellen:

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