Aktualisiert: 22.06.2020 - 10:14

Hautreaktion Warum Sie bei Juckreiz niemals kratzen sollten!

Haut & Haare

Haut & Haare

Beschreibung anzeigen

Juckreiz macht vielen Menschen Tag und Nacht das Leben schwer. Kratzen ist für viele der einzige Ausweg. Ein Fehler, denn Kratzen verschlimmert den Juckreiz nur. Hier gibt's Tipps, wie Sie das Jucken stoppen.

Jucken – Kratzen – Jucken: Dieser Teufelskreis macht vielen Menschen Tag und Nacht das Leben schwer. Allergiker (z. B. bei Heuschnupfen, Nahrungs-, Arzneimittel- und Tierhaarallergien), Menschen mit chronischen Hauterkrankungen (beispielsweise Neurodermitis), oder Windpocken-Erkrankte leiden besonders unter dem quälenden und großflächigen Juckreiz, der mit diesen Erkrankungen einhergeht. Doch oft ist auch einfach nur zu trockene Haut schuld. Oft genug wird der Juckreiz übermächtig und die Betroffenen geben dem Bedürfnis nach, sich durch Kratzen Linderung zu verschaffen. Doch Kratzen bei Juckreiz sollten Sie vermeiden!

Juckreiz: Bitte nicht kratzen!

Kratzen ist ein fataler Fehler, denn dadurch wird die bereits angegriffene Haut zusätzlich gereizt – und der Juckreiz verschlimmert sich. Außerdem besteht die Gefahr, dass Sie sich die Haut aufkratzen und Bakterien und andere Erreger in winzige Mikroverletzungen eindringen und Entzündungen hervorrufen können.

Verantwortlich für den Juckreiz bei Allergien, chronischen Hautentzündungen und Windpocken ist der Botenstoff Histamin. Dieser wird verstärkt ausgeschüttet, wenn der Körper versucht, Eindringlinge zu bekämpfen. Bei Allergien sowie chronischen Hautzuständen reagiert der Körper dabei auf eigentlich harmlose Reize und richtet dadurch mehr Schaden als Nutzen an.

Beim Kratzen werden Entzündungsbotenstoffe wie Histamin gleich einmal mehr ausgeschüttet, was den Juckreiz noch mehr verstärkt.

Doch "Pruritus", wie der medizinische Ausdruck für Juckreiz lautet, kann auch durch trockene Haut hervorgerufen werden. Wichtig ist daher erst einmal, herauszufinden, was die Haut da eigentlich zum Jucken bringt.

Gründe für juckende Haut sind vielfältig

  • (Chronische) Hauterkrankungen: Schuppenflechte, Neurodermitis, Krätze (ansteckende parasitär ausgelöste Hautkrankheit), Röteln, Windpocken, Hautpilz (Candida) oder vielleicht eine Nesselsucht (Urtikaria) – ärztlichen Rat einholen, vor allem, wenn der Juckreiz mit Ausschlag, Pusteln und Entzündungen einhergeht.
  • Andere chronische Erkrankungen wie Diabetes – dringend ärztlich abklären lassen!
  • Mückenstiche oder andere Insektenstiche
  • Sehr trockene Haut – gerade im Alter trocknet die Haut schneller aus, es wird weniger Hyaluronsäure und Kollagen produziert. Wer dann noch zu wenig trinkt, merkt schnell, dass die Haut anfängt, zu schuppen und zu jucken.
  • Auch die Psyche kann Juckreiz auslösen oder verstärken – bestätigt auch eine Studie aus Münster, bei der etwa 70 Prozent der untersuchten Pruritus-Patienten auch an einer psychosomatischen oder psychiatrischen Erkrankung litten.

Vorsicht etwa bei Krätze oder anderen ansteckenden Hautkrankheiten: Um nicht noch andere anzustecken, ist gute Wäschehygiene enorm wichtig. Hier sollten Sie dringend ärztlichen Rat einholen, um die Erkrankung zu behandeln. Und hier gilt umso mehr: Bitte nicht kratzen, denn so können Sie die Erreger noch weiter verteilen!

Soforthilfe bei Juck-Attacken

In der Apotheke gibt es diverse, auch rezeptfreie Mittelchen gegen juckende Haut. Doch auch Hausmittel und ein paar einfache Tipps helfen, den Juckreiz zu bekämpfen:

  • Feuchte Umschläge können im akuten Fall den Juckreiz lindern. Tipp: Ein Esslöffel Essig zu einem Liter Wasser zugeben.
  • Kratzen vermeiden! Durch Kratzen wird die Hautbarriere angegriffen und Keime von außen können leichter eindringen.
  • Das Tragen von Handschuhen in der Nacht hilft, der Versuchung zu kratzen zu widerstehen.
  • Pflegen Sie Ihre trockene Haut täglich mit rückfettenden Cremes und Lotionen, um die Hautbarriere zu stärken. So kann den akuten Schüben bei chronischen Hautentzündungen und damit auch dem Juckreiz vorgebeugt werden.
  • Zinksalbe lindert Juckreiz, wenn er an kleinen Stellen auftritt. Aber Vorsicht: Zinksalbe wirkt auch austrocknend.
  • Bei großflächigen Problemen kann ein Bad in Schwarztee oder Zinnkrauttee helfen.
  • Naturreines, kaltes Aloe Vera Gel (im Kühlschrank aufbewahren!) hilft ebenso und spendet der Haut Feuchtigkeit.
  • Mischen Sie sich fürs Gesicht oder für kleine Flächen eine Maske aus Olivenöl und Honig – das beruhigt und spendet Vitamine. Hilft übrigens auch super bei spröden, trockenen Lippen.

Juckreiz langfristig loswerden

Doch viel wichtiger ist es, die juckende Haut auf lange Sicht in die Vergangenheit zu schicken. Die oben genannten Erkrankungen lassen sich meist gut behandeln und Insektenstiche verschwinden nach einiger Zeit wieder. Ist aber trockene Haut der Auslöser für den Juckreiz, hilft es meist, ein paar Gewohnheiten umzustellen:

  • Achten Sie auf Ihre Hautpflege: Feuchtigkeitsbindende Inhaltsstoffe in Cremes helfen, die Haut länger feucht zu halten (Urea, Hyaluronsäure, Dexpanthenol). Hilfreich können auch Produkte mit Calendula, Kamille, Weidenröschen, Totes-Meer-Salz, Linolsäure sein. Verzichten sollten Sie auf parfümierte Pflegeprodukte und solche mit Konservierungsstoffen wie Parabenen und Mineralölen (Paraffinum Liquidum). Im Winter sollten Sie umso mehr auf intensive Hautpflege setzen und auch auf Ihre Hände achten. Sie können Ihre Cremes auch selbst mit Macadamiaöl, Mandelöl, Jojobaöl, Arganöl oder Nachtkerzenöl aufwerten. Im Winter gilt zudem einmal mehr: Keine Produkte mit Mineralöl! Vermeiden Sie diese 13 Hautpflege-Fehler!
  • Duschen Sie nicht zu heiß! Heißes Wasser trocknet die Haut aus.
  • Vermeiden Sie physikalische Reize: Kratzende, scheuernde, reibende oder drückende Kleidung reizt die Haut umso mehr und trocknet sie aus.
  • Achten Sie auf Ihre Kleidung: Vielleicht vertragen Sie gewisse Farbstoffe oder Textilhilfsmittel nicht, die oft in günstiger Kleidung eingesetzt werden. Waschen Sie neue Kleidung daher vor dem Tragen immer – oder steigen Sie gleich auf nachhaltig produzierte Stücke oder Naturfasern um.
  • Nutzen Sie beim Wäschewaschen Waschmittel ohne Duftstoffe und verzichten Sie auf Weichspüler – der ist sowieso nicht gut für die Umwelt.
  • Besonders in akuten Juck-Zeiten: Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten.
  • Achten Sie stattdessen auf eine ausgewogene Ernährung: Nährstoffmangel kann diverse Hautprobleme verursachen.
  • Gönnen Sie sich und Ihrer Haut Ruhe und Entspannung: Vermeiden Sie Stress, so gut es geht. Auch positive Gedanken helfen dabei, Juckreiz loszuwerden – gerade, wenn er durch die Psyche verstärkt wird.

Weitere spannende und hilfreiche Tipps zum Thema Hautpflege lesen Sie auf unserer Themenseite.

Zu den Links:
Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Die verlinkten Angebote stammen nicht vom Verlag. Sofern Sie die Links zum Kauf der verlinkten Produkte nutzen, erhalten wir eine kleine Provision, ohne dass Ihnen hierdurch zusätzliche Kosten entstehen. Die Einnahmen tragen dazu bei, Ihnen hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenfrei anbieten zu können.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe