Aktualisiert: 23.05.2021 - 10:47

Super-Antioxidantien Was sind eigentlich Polyphenole und wie wirken sie?

Beeren enthalten besonders viele der antioxidativ wirkenden Polyphenole.

Foto: GettyImages / alvarez

Beeren enthalten besonders viele der antioxidativ wirkenden Polyphenole.

Antioxidantien kennen Sie vielleicht schon. Aber haben Sie auch schon von Polyphenolen gehört? Die sollen besonders gesund sein, einen Anti-Aging-Effekt haben und unser Herz-Kreislauf-System schützen. Was ist wirklich dran?

Antioxidantien schützen unsere Körperzellen vor schädlichen Einflüssen und sind daher auch für ihren Anti-Aging-Effekt bekannt. Zu den Antioxidantien zählen unter anderem die Vitamin C und E, Zink sowie Polyphenole. Letztere möchten wir Ihnen nun genauer vorstellen. Denn Polyphenole sollen ganz besonders gut für die Gesundheit sein.

Was sind Polyphenole?

Bei Polyphenolen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die in Obst, Gemüse, Getreide, Nüssen, Saaten, Ölen bis hin zu Kakao und Wein vorkommen. Sie dienen Pflanzen unter anderem als Schutz gegen Fressfeinde und andere schädliche Einflüsse oder auch als Lockmittel für Insekten. Polyphenole sorgen auch für Farbe sowie den typischen Geschmack von Gemüse, Obst und Co.

Zu den Polyphenolen zählen Flavonoide, Phenolsäuren oder auch Anthocyane. Letztere beispielsweise geben Brombeeren, Rotkohl und Auberginen ihr intensives Violett.

Zellschutz und Anti-Aging-Effekt: Wie wirken Polyphenole?

Polyphenolen werden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Darunter:

  • Antioxidative Wirkung: Polyphenole haben eine neutralisierende Wirkung auf freie Radikale, die unsere Zellen schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen. Daher wird ihnen auch ein Anti-Aging-Effekt zugeschrieben.
  • Entzündungshemmend: Polyphenole sollen Entzündungen reduzieren und davor schützen.
  • Blutdruckregulierend: Die sekundären Pflanzenstoffe werden mit blutdrucksenkenden Effekten und daher auch mit einer Risikosenkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
  • Abwehrstärkend: Aufgrund ihrer schützenden Eigenschaften, sollen Polyphenole auch das Immunsystem unterstützen können.

Außerdem sollen die sekundären Pflanzenstoffe sogar das Risiko für verschiedene Krebsarten senken.

Und dennoch: Auch wenn die Eigenschaften von Polyphenolen sehr vielversprechend klingen, so ist die genaue Wirkung von Polyphenolen im menschlichen Körper bisher noch zu wenig erforscht, um sichere Aussagen treffen zu können. Die meisten Studien wurden bisher im Labor oder an Tieren durchgeführt.

Was sind eigentlich Antioxidantien?
Was sind eigentlich Antioxidantien?

In welchen Lebensmitteln sind Polyphenole enthalten?

Eine Ernährung, die aus vielen pflanzlichen Lebensmitteln besteht, beinhaltet ganz automatisch Polyphenole. Einige Sorten sind allerdings besonders reich an den sekundären Pflanzenstoffen:

  • Obst: Beeren, Kirschen, Pflaumen, Trauben, Äpfel
  • Gemüse: Artischocken, Chicorée, Grünkohl, Spinat, Zwiebeln
  • Gewürze: Nelken, Sternanis, Pfefferminze, Kurkuma
  • Nüsse: Pekannüsse, Mandeln, Haselnüsse
  • Öle: Kaltgepresstes Olivenöl, Leinöl
  • Kakao und dunkle Schokolade
  • Grüner und schwarzer Tee

Besonders viele Polyphenole sind meist in der Schale und den Kernen von Obst- und Gemüsesorten enthalten. Es lohnt sich also die gesamte Frucht bzw. das Gemüse zu essen.

Übrigens ist auch Rotwein für seinen Gehalt an Polyphenolen, insbesondere dem sogenannten Resveratrol, bekannt. Dennoch sollte Rotwein aufgrund des enthaltenen Alkohols wenn dann nur in Maßen genossen werden.

Fazit zu Polyphenolen

Auch wenn die tatsächliche Wirkung von Polyphenolen – von Anti-Aging-Effekt bis Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen – auf den menschlichen Körper bisher noch nicht eindeutig geklärt ist, so ist zumindest sicher, dass pflanzliche Lebensmittel einen wichtigen Teil einer gesunden Ernährung ausmachen. Und die liefern die antioxidativen Pflanzenstoffe ganz automatisch.

Und wenn Sie für eine Extraportion an Polyphenolen und damit Antioxidantien sorgen möchten, haben wir diese Tipps für Sie: Geben Sie regelmäßig Beeren in Ihr Müsli, essen Sie öfter einen Apfel und Nüsse als Snack, verfeinern Sie Gerichte mit Olivenöl, gönnen sich dunkle Schokolade als Dessert und trinken Sie häufiger grünen Tee.

Mehr über das Thema Herz-Kreislauf und damit verbundene Erkrankungen erfahren Sie auf unserer Themenseite. Auf unserer Naturheilkunde-Themenseite erhalten Sie außerdem zahlreiche Tipps, um die natürlichen Selbstheilkräfte des Körpers zu aktivieren.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit – Eine Aktualisierung anhand des Ernährungsberichts 2012. DGEinfo (12/2014) S178–186, abgerufen am 19.05.2021

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