Aktualisiert: 30.08.2020 - 21:05

Vorsicht, Infektionsgefahr! Darf man Blutblasen einfach so aufstechen?

Nach einer langen Wanderung ist es schnell geschehen: Eine Blutblase tut höllisch weh – einfach so aufstechen sollten Sie sie aber nicht.

Foto: iStock.com/CasarsaGuru

Nach einer langen Wanderung ist es schnell geschehen: Eine Blutblase tut höllisch weh – einfach so aufstechen sollten Sie sie aber nicht.

Eine Blase am Fuß oder an anderen Körperstellen ist schon schlimm genug. Wenn sie aber dann noch mit Blut gefüllt ist, sollten Sie vorsichtig sein.

Da waren die Schuhe wohl doch etwas eng oder der Weg zu lang – manchmal kann es vorkommen, dass sich Blasen am Fuß bilden. In schweren Fällen füllen die sich dann auch noch mit Blut, wenn die Haut auch in tieferen Schichten verletzt ist. Was tun? Darf man eine Blutblase aufstechen?

Blutblase aufstechen oder Schmerzen aushalten?

Eine Blase entsteht durch Reibung. Lösen sich dann zwei Hautschichten voneinander und der Hohlraum füllt sich mit Gewebsflüssigkeit, kommt die Erhebung zustande. Wer schon einmal eine Blase am Fuß hatte, weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Eine Blutblase ist aber nochmal ein ganz anderes Kaliber. Denn damit sich eine Blutblase bildet, muss zusätzlich zur abgelösten Hautschicht auch noch ein Blutgefäß verletzt worden sein. Das passiert meist durch langen, heftigen Druck mit Reibung. Durch das verletzte Blutgefäß kann dann Blut in den entstandenen Hohlraum zwischen den Hautschichten fließen.

Schon bei leichter Berührung kann eine solche Blutblase enorme Schmerzen hervorrufen, und ans Auftreten kann kaum noch gedacht werden, sitzt die Blase am Fuß. Normalerweise heilt eine solche Blase zwar mit der Zeit von selbst wieder ab – aber die haben wir ja selten. Da fragt man sich schnell: Lässt sich die Blase nicht einfach aufstechen, damit der Druckschmerz verschwindet?

Wie bei normalen Blasen gilt: ganz schlechte Idee! Denn durch die offene Hautstelle haben Krankheitserreger und Dreck ein Leichtes, in die Wunde einzudringen. Dadurch, dass nun auch noch das Blutgefäß offen liegt, besteht aber noch viel größere Gefahr einer Infektion. Wenn, wäre das Aufstechen mit einer gut desinfizierten Nadel, gründlich gewaschenen Händen und etwas Verbandsmaterial möglich, jedoch raten wir entschieden davon ab! In schweren Fällen, wenn sich die Wunde entzündet, kann es nämlich sogar zu einer Blutvergiftung kommen.

So behandeln Sie Blutblasen am besten

Bei kleineren Blasen können Sie stattdessen die Schmerzen verringern, indem Sie die Blutblase anfangs etwas kühlen und dann mit einem Blasenpflaster oder mit Verbandsmaterial den Druck nehmen. Damit geben Sie der Blase auch Zeit, zu verheilen. Auch Aloe Vera kann helfen, den Heilungsprozess zu fördern.

Große Blutblasen hingegen sollten Sie immer ärztlich behandeln lassen! Ärztin oder Arzt können sie dann sauber aufstechen und gründlich versorgen.

Blutblase aufgeplatzt: Was tun?

Was aber, wenn die Blase von selbst aufplatzt? Dann sollten Sie sie gründlich reinigen und auch desinfizieren sowie im Nachgang mit einem gut schließenden Pflaster (bei kleinen Blasen) oder einer Mullbinde verbinden. Und auch während des weiteren Heilungsprozesses sollten Sie die Stelle immer gut versorgen: Halten Sie die Wunde sauber, reinigen Sie sie regelmäßig und wechseln Sie das Verbandsmaterial. Nach kurzer Zeit sollte sich die Haut langsam wieder neu bilden. Jetzt lässt sich die Stelle auch mit einer wundheilungsfördernden Salbe versorgen. Bringen Sie aber keine fetthaltigen Salben oder Cremes auf offene Wunden auf.

Ein Hausmittel zum Versorgen von Wunden wie einer Blase ist übrigens die Ringelblume, auch Calendula genannt. Naturheilkunde ist nicht zu unterschätzen: Die Stoffe aus der Ringelblume desinfizieren und wirken wundheilungsfördernd.

Blutblasen können auch im Mund entstehen

Blutblasen können übrigens auch an den Händen entstehen, wenn Sie etwa viel handwerklich gearbeitet haben und Ihre Haut die Reibung nicht gewohnt ist.

Und auch im Mund sind Blutblasen keine Seltenheit, etwa durch Verletzungen durch hartes Essen, allergische Reaktionen, einen Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin C sowie übermäßigen Alkohol- oder Tabakkonsum. Auch hier gilt: Möglichst nicht aufstechen oder ausdrücken, da vor allem im Mundinnenraum schnell Infektionen entstehen können. Wie bei allen Entzündungen im Mund gilt: Besser die Mundhygiene ernst nehmen und mit Mundspülung spülen. Auch Kamillentee kann unterstützend wirken.

Blutblasen vorbeugen: vor allem vor langen Märschen

Damit gar nicht erst Blasen oder Blutblasen entstehen, können Sie etwa vor langen Wanderungen oder bei neuem Schuhwerk ein paar Tricks anwenden:

  • Neue Schuhe mit heißem Wasser ausspülen oder vor dem Tragen mit Vaseline einreiben
  • Seidensocken unter die normalen Socken ziehen
  • Füße mit Babypuder einstäuben

Übrigens können Sie Blutblasen in den meisten Fällen so behandeln wie normale Blasen am Fuß – nur eben extra vorsichtig sein!

Vorsicht: Sollten Sie rund um eine offene Blase oder Blutblase Rötungen und Schwellungen feststellen oder sich gar unwohl fühlen, zögern Sie bitte nicht, ärztliche Hilfe zu suchen!

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