14.08.2019

Studie zur Ernährung So viel Fisch pro Woche verringert das Darmkrebs-Risiko!

Fisch ist gesund, das wissen wir. Laut einer aktuellen Studie kann Fisch jeglicher Art aber auch dabei helfen, das Darmkrebsrisiko signifikant zu senken.

Foto: iStock/nicolesy

Fisch ist gesund, das wissen wir. Laut einer aktuellen Studie kann Fisch jeglicher Art aber auch dabei helfen, das Darmkrebsrisiko signifikant zu senken.

Wer regelmäßig Fisch ist, lebt gesünder? Laut einer Studie stimmt das: Denn ein hoher Fischkonsum kann sich scheinbar positiv auf das Darmkrebs-Risiko auswirken.

Die richtige Ernährung tut dem Magen-Darm-Trakt in vielerlei Hinsicht gut und kann auch die Verdauung regulieren sowie gegen diverse Krankheiten vorbeugen. Das hat jetzt auch eine neue Studie von Forschenden der Universität Oxford zusammen mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung Lyon bestätigt: Wer viel Fisch isst, senkt sein Darmkrebs-Risiko – und das sogar signifikant.

Hoher Fischkonsum gegen Darmkrebs: So viel Fisch pro Woche ist gesund!

Die Ernährung von 476.160 Probanden haben sich die Forscher angesehen, indem sie diese einen Fragebogen zu ihrem Essverhalten haben ausfüllen lassen. 15 Jahre später gab es diesen Fragebogen erneut. 6291 der Teilnehmer waren zwischenzeitlich an Darmkrebs erkrankt. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Clinical Gastroenterology and Hepatology".

Aufgefallen ist den Studienmachern, dass die Teilnehmer, auf deren Speiseplan dreimal pro Woche Fisch stand – im Schnitt 359,1 Gramm – ein um ganze zwölf Prozent geringeres Risiko vor Darmkrebserkrankungen aufwiesen als solche, die weniger als 63,49 Gramm Fisch pro Woche konsumierten.

Dabei waren sowohl fette Fischsorten wie Lachs oder Makrele, aber auch solche wie Thunfisch hilfreich, wobei das Risiko beim fast ausschließlichen Verzehr fetter Fischsorten "nur" um zehn Prozent gefallen war. Keinen Effekt zeigten hingegen Schalentiere.

Nahrungsergänzungsmittel wurden nicht untersucht

Die Wissenschaftler vermuten, dass Entzündungen im Körper Krebs begünstigen, die sich wiederum durch die Fettsäuren im Fisch verringern lassen. Interessant ist dabei, dass bisher nur bekannt war, dass die in fettem Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren das Wachstum von Krebszellen hemmen. Doch wie erwähnt scheinen auch andere Fettsäuren hilfreich zu sein.

Das ließe die Vermutung zu, dass auch Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl eine so positive Wirkung haben könnten. Das wurde in der Studie allerdings nicht untersucht. Auch müssten die "biologischen Gründe, aus denen der Verzehr von Fisch das Risiko potenziell senkt", noch geklärt werden, erläutert Dr. Anna Dianz Font, die Leiterin der Forschungsförderung am "World Cancer Research Fund".

Exkurs: Was ist Darmkrebs und wie erkennt man ihn

Darmkrebs tritt im Dickdarm (Kolon) oder Mastdarm (Rektum) auf und entsteht meist aus Darmpolypen, die wiederum in der Regel gutartig sind. Das kolorektale Karzinom hingegen, wie der Darmkrebs in Fachsprache heißt, lässt sich nur durch eine Operation entfernen, allerdings oft unterstützt von Chemo- oder Strahlentherapie.

Symptome sind etwa Blutungen aus dem After und Blut im Stuhl sowie ungeklärter Gewichtsverlust, extreme unerklärliche Müdigkeit sowie Bauchschmerzen. Wird ein Darmkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen hoch: Neun von zehn Erkrankte leben fünf Jahre nach der Diagnose noch, wenn der Krebs frühzeitig erkannt und entfernt wurde. Wird der Krebs aber erst spät erkannt, sinken die Heilungschancen rapide.

Ausgewogene Ernährung ist schon die halbe Miete

Eine gesunde Ernährung – nicht nur mit Fisch angereichert, sondern auch mit viel Gemüse und Vollkornprodukten und Ballaststoffen – hilft, den Darm fit zu halten und schweren Erkrankungen vorzubeugen und tut gleichzeitig Herz und Kreislauf etwas Gutes. So steht etwa rotes Fleisch schon länger im Verdacht, Darmkrebs und andere Probleme zu verursachen. Und auch Sport und Fitness helfen natürlich, gegen Krebs vorzubeugen und sich insgesamt fit zu halten.

Ein Problem an der Sache dürfte allerdings die Umwelt darstellen, denn die empfohlenen drei Portionen Fisch pro Woche für ein geringeres Darmkrebsrisiko zehren ganz schön an den Fischvorkommen unseres Planeten – viele Fischarten sind schon heute bedroht. Zudem belasten Mikroplastik und Schwermetalle die Meere. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf MSC-Siegel und Co und schaut mithilfe des WWF-Fischratgebers, dass Fisch aus nachhaltiger Fischerei auf den Teller kommt.

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