21.12.2018

Echte Alleskönner-Wurzel Ingwer: So gesund ist die Knolle wirklich

Der Ingwer zeigt seine Wirkung in vielen Bereichen. Was die "Knolle" alles kann und wie Sie den gesunden Alleskönner zubereiten können...

Foto: iStock/insjoy

Der Ingwer zeigt seine Wirkung in vielen Bereichen. Was die "Knolle" alles kann und wie Sie den gesunden Alleskönner zubereiten können...

Er liegt knollig und braun in der Auslage herum – und nicht jeder mag seinen scharfen, leicht seifigen Geschmack. Dabei ist Ingwer sehr gesund – nicht nur bei Erkältungskrankheiten. Die Wurzel schützt den Körper vor vielen Krankheiten.

Wer ihn mag, kann sich über einen echten Alleskönner freuen. Denn er schützt vor Krankheiten, heilt sie und gibt gleichzeitig vielen Gerichten und Getränken auch noch einen erfrischenden Geschmack. Ingwer und seine Wirkung sind vielseitig. Was die Powerknolle alles kann, erklären wir Ihnen gerne mit einem frischen Ingwertee.

Der Ingwer: Wirkung kommt aus dem "Rhizom"

Schneiden Sie sich zur Lektüre doch ein bisschen Ingwer klein und überbrühen Sie die Stückchen mit heißem Wasser. Ein Teelöffel Honig dazu und los geht’s mit unserer kleinen Ingwerkunde.

Der Ingwer ist eine schilfartige Pflanze, die bis zu 1,50 m hoch wachsen kann und interessante, grün-rote Blüten trägt. Genutzt wird allerdings das sogenannte Rhizom, das unter der Erde wächst und aus dem die Wurzeln entspringen.

Das Rhizom, umgangssprachlich auch Ingwerwurzel genannt, ist knollenförmig und innen saftig und gelb. Es riecht und schmeckt aromatisch, etwas zitronig und vor allem brennend scharf. So mancher beschreibt den Geschmack auch als seifig – aber das scheint individuelles Empfinden zu sein.

Aus ebendiesem Rhizom stammt auch die Wirkung des Ingwers, denn es steckt voller Wirkstoffe, darunter ätherisches Öl, Harzsäuren und Gingerol, das dem Ingwer die Schärfe verleiht. Zudem finden sich im Ingwer-Rhizom verdauungsfördernde, magenstärkende, appetit- und kreislaufanregende Stoffe, Scharfstoffe und die Vitamine und Spurenelemente Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Und all diese Inhaltsstoffe machen den Ingwer zum richtigen Allround-Talent in Sachen Gesundheit. Er lindert Schmerzen, hilft gegen Erkältung, stärkt die Abwehrkräfte und lässt sogar Übelkeit verschwinden.

Hilfreich als natürliches Schmerzmittel

Statt zu Aspirin können Sie einfach zum Ingwer greifen: Denn die Scharfmacher in der Knolle scheinen das Enzym Cyclooxygenase zu hemmen – genauso, wie es auch die Acetylsalicylsäure in den Schmerztabletten macht. Dem Ingwer sprechen Mediziner entsprechend ähnliche Wirkungen zu: Er wirkt gegen Entzündungen, hemmt die Blutgerinnung und lindert vor allem Schmerzen. Dieser Bereich ist durch diverse Studien genauer untersucht worden.

Viele berichten, dass regelmäßiger Konsum von Ingweraufgüssen – kalt oder warm – sie von durch Arthrose verursachten Schmerzen befreit hat, und auch gegen Kopfschmerzen kann er helfen.

Vorsicht ist allerdings bei Problemen mit der Blutgerinnung geboten – vor allem, wenn Sie gerinnungshemmende Mittel einnehmen. Der Ingwer kann die hemmende Wirkung nämlich verstärken.

Bei Erkältungen gerne ein Ingwertee

Sowohl zum Vorbeugen als auch zur Behandlung der Erkältungs-Symptome leistet Ingwer ein starkes Stück. Das ätherische Öl sowie das Gingerol und die Scharfstoffe machen die Nase frei und scheinen die Abwehrkräfte zumindest zu unterstützen. Ingwer in Form von heißem Tee beruhigt, wie jedes Heißgetränk, den in der Erkältungszeit empfindlichen Rachenraum.

Dazu kommt, dass Ingwer antibakteriell wirkt und somit auch gegen Bakterien im Rachenraum angehen kann. Hinweis: Erkältungen sind meist aber viral – und hier setzt die sogenannte virusstatische Wirkung des Ingwer an – er verhindert, dass sich Viren vermehren. Er ist also ein super Hausmittel gegen Erkältung

Magen beruhigen mit Ingwer: Schluss mit dem Brechreiz

Bestätigt ist, dass Ingwer Brechreiz und Übelkeit mindern und den Magen beruhigen kann – und das vor allem schnell. Daher eignet sich das Gewächs sehr gut als Mittel gegen Reiseübelkeit – zumindest in Auto, Zug oder Flugzeug. Gegen Schiffsübelkeit wirkt der Ingwer nicht ganz so gut.

Laut Forschern der Universität Rochester in den USA scheint Ingwer-Extrakt sogar Chemotherapie-Patienten bei Übelkeit zu helfen, wenn sie ihn drei Tage vor und nach einer Chemotherapie-Sitzung einnehmen. Sie sollten aber vorher auf jeden Fall mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, wenn Sie dies ausprobieren wollen.

In der Schwangerschaft sollten Sie aber aufpassen und das Hausmittel gegen Übelkeit nur nach Absprache nutzen. Denn hier gibt es noch nicht genügend wissenschaftliche Erkenntnisse. Zwar wirkt er brechreizmindernd, könnte aber eventuell auch früher Wehen auslösen. Im Zweifel sollten Sie hier mit Ihrem Arzt sprechen oder erst einmal auf den Ingwer verzichten.

Gegen den Stau im Verdauungstrakt

Bei Problemen mit der Verdauung hilft Ingwer ebenfalls, denn er wirkt verdauungsfördernd. Auch hier kommt aber die antibakterielle Ingwer-Wirkung dem Körper wieder zugute, denn er beeinflusst die Darmflora positiv.

Die Scharfstoffe regen zudem noch die Durchblutung und den Kreislauf an und lässt den Körper mehr Magensaft, Speichel und Galle bilden.

Abnehmen mit Ingwer? Nicht ganz bewiesen

Oft hört man auch von Ingwer-Diäten und dem entschlackenden Effekt der Knolle. Ob Ingwer beim Abnehmen hilft, ist nicht ganz bewiesen, so mancher hat aber gute Erfahrungen gemacht – alleine durch die verdauungsfördernde und stoffwechselanregende Wirkung.

Ingwer-Produkte schießen "aus dem Boden"

Pur ist der Ingwer eine echte Herausforderung, denn er wirkt nicht nur lokal im Mund: Das Brennen auf der Zunge weitet sich gerne über den gesamten Rachen aus und kann den ganzen Körper in Hitzewallung versetzen. Bei manchem fängt auch die Nase an zu laufen, bei anderen röten sich die Wangen, wieder anderen schießen sogar die Tränen in die Augen.

Sie müssen den Ingwer aber nicht pur verzehren. Es gibt viele leckere Möglichkeiten, die frische Knolle zuzubereiten, ohne die Ingwer-Wirkung zu beeinflussen.

Frischen Ingwer erhalten Sie mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt in der Obst- und Gemüseabteilung. Oder Sie pflanzen Ingwer einfach selbst an. Bei selbst angebautem oder bei Bio-Ingwer können Sie zudem die Schale einfach dranlassen, denn in ihr stecken noch mehr gesunde Wirkstoffe.

Tipp: Wenn Sie schälen wollen, nutzen Sie einen Löffel. Damit können Sie die Schale einfach abreiben und verhindern, zu viel abzuschneiden.

Gegen Reisekrankheit haben sich Ingwer-Kapseln aus der Apotheke bewährt. Als Gewürz gibt es ihn aber auch in Pulverform zu kaufen. Zudem häufen sich aktuell sogenannte "Ingwer-Shots", also gepresster Saft. Erhältlich ist er außerdem in Süßwarenläden in kandierter Form oder aber eingelegt in Sirup oder Essig als "Sushi-Ingwer". Und dann gibt es natürlich noch Ginger Ale oder Ginger Beer – die aber in der Regel sehr viel Zucker beinhalten.

Von Ingwertee bis Marmelade: So wirkt der Ingwer am besten

Sie können sich aber auch aus frischem Ingwer selbst „Medizin“ machen – etwa den berühmten Ingwertee. Oder Sie kochen sich direkt einen Sirup aus der Knolle.

Für einen Ingwertee nehmen Sie einfach ein daumendickes Stück vom Rhizom ab und schneiden es klein. Dann entweder ab in ein Teesieb oder Tee-Ei oder einfach so in die Tasse. Mit kochendem Wasser übergießen und etwa 20 Minuten ziehen lassen. Wer möchte, kann den Aufguss auch mit einem anderen Tee oder mit Kräutern wie Thymian und Zitronengras oder mit Knoblauch, Honig oder Zucker aufpeppen.

Als kaltes Getränk können Sie sich so aber auch einen ausgezeichneten Durstlöscher zubereiten. Oder probieren Sie es doch mal mit dem Trend-Getränk Switchel.

Extratipp: Knoblauch ist ja auch sehr gesund – aber eben etwas streng im Geruch. Ingwer hingegen neutralisiert diesen Geruch und den Geschmack, so dass die Kombination aus beidem quasi unschlagbar ist.

Wem der Ingwer als Tee, pur oder im Wasser zu scharf ist oder geschmacklich nicht zusagt, kann es aber auch mit einer Ingwer-Marmelade verwenden. Sie brauchen:

  • 1 kg Ingwer
  • etwas Wasser
  • etwa 750 g Gelierzucker (2:1)

So geht’s: Schälen Sie den Ingwer und pürieren Sie ihn mit etwas Wasser im Mixer. Mit etwa 50 ml starten, bei Bedarf mehr dazugeben. Dann Zucker zugeben und wie auf der Zuckerpackung angegeben aufkochen.

Gut verschlossen hält sich die Ingwer-Marmelade über Monate bis Jahre.

Wenn Sie statt Gelierzucker normalen Zucker nehmen, lässt sich so aber auch ein Sirup kochen, der mit Sprudelwasser aufgegossen eine leckere Limonade hergibt.

Auch zur äußerlichen Anwendung: Ingwer-Öl

Wussten Sie, dass Sie auch ein Öl aus Ingwer herstellen können? Und das hat noch eine ganz neue Ingwer-Wirkung. Denn Sie können damit nicht nur Speisen verfeinern, sondern es auch als durchblutungsförderndes Massageöl oder Aromabad nutzen. Nehmen Sie einfach 250 ml Olivenöl und 100 g frischen, geriebenen Ingwer. Beides in einem ofenfesten Topf für zwei Stunden bei niedriger Temperatur, etwa 60 Grad, im Ofen belassen. Dann abkühlen lassen, durch ein Sieb in eine Flasche füllen und etwa zwei Wochen ins Dunkle stellen.

Sie sehen: Der Ingwer ist eine echte Powerknolle, die unglaublich vielseitig ist und bei Erkältung sowie Verstopfung und bei der Verdauung, aber auch bei Diäten helfen kann. Lassen auch Sie sich von der Ingwer-Wirkung überzeugen.

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