17.10.2018

Mythos Vitamin C & Co. Erkältet? Die Zitrone können Sie ruhig links liegen lassen!

Geschwollener Rachen, laufende oder verstopfte Nase und Unwohlsein: Erkältet zu sein macht einfach keinen Spaß. Aber probieren Sie doch mal unsere Hausmittel gegen Erkältung – und erfahren Sie, welche wiederum gar nicht helfen.

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Geschwollener Rachen, laufende oder verstopfte Nase und Unwohlsein: Erkältet zu sein macht einfach keinen Spaß. Aber probieren Sie doch mal unsere Hausmittel gegen Erkältung – und erfahren Sie, welche wiederum gar nicht helfen.

"Wenn du erkältet bist, trink 'ne heiße Zitrone!" – Ja, den Ratschlag kennen wir alle. Aber hilft das alte Hausrezept wirklich? Womit Sie einer Erkältung wirklich ein Schnippchen schlagen können...

So ein bisschen steckt uns der Sommer ja noch im Gemüt. Aber kaum wird es wieder kühl, nass und ungemütlich draußen, kommt sie auch schon angeschlichen: die Erkältung. Wir müssen nur mal eben im Bus angeniest werden – oder der Kollege kommt mal wieder krank ins Großraumbüro. Und die Kinder bringen aus Kindergarten und Schule sowieso alles mit, was irgendwie Bazillenform hat.

Schon sind sie wieder da: Kopf- und Gliederschmerzen, laufende Nase und kratzender Hals sowie bellender Husten. Damit Sie diese nervigen Zeitgenossen schnell wieder loswerden, haben wir Ihnen die besten Hausmittel gegen Erkältung zusammengestellt – und nennen auch solche, die den Titel zu Unrecht noch immer tragen.

Hausmittel gegen Erkältung: So schützen Sie sich

Ganz zu Anfang sei gesagt: Direkt heilen können Sie eine Erkältung nicht. Die wird in der Regel durch Viren ausgelöst, und die sind ziemlich hartnäckig. Aber die Symptome lassen sich mit unseren Hausmitteln gegen Erkältung zumindest abmildern. Und das ist schließlich die halbe Miete. Wie Sie Ihre Nase befreien, Kopf- und Gliederschmerzen lindern und dem gereizten Rachen ein wenig Entspannung gönnen:

Hals und Rachen beruhigen und Husten lösen

Honig: Das flüssige Gold beruhigt nicht nur geschwollene Mandeln, weil es sich um sie legt, die Schleimhäute feucht hält und sie geschmeidig macht. Honig steckt zudem voller entzündungshemmender Stoffe. Der süße Stoff schafft es damit, übermäßigem Schleim sanft beim Lösen zu helfen und gleichzeitig gegen entzündete Stellen anzukämpfen.

Ingwer: Auch die scharfe Knolle wirkt, wie Honig, entzündungshemmend. Zudem kann ihre Schärfe dabei helfen, die Nase ein wenig zu befreien. In Raspeln gerieben und mit heißem Wasser aufgegossen, können Sie sich so ein heilendes Heißgetränk zaubern. Ruhig noch mit Honig süßen. Aber beachten Sie: Die Schale können und sollten Sie dranlassen, denn hier stecken besonders viele gesunde Nährstoffe. Kurz heiß abwaschen reicht.

Zwiebeln: Frische Zwiebel gehackt in ein Leintuch geben und auf die Ohren legen hilft gegen Ohrenschmerzen, nicht nur während einer Erkältung. Dasselbe klappt übrigens auch mit sehr weichgekochten Kartoffeln, die in ein Leinentuch gestrichen und auf die Ohren gelegt werden – oder auf die Region der Nasennebenhöhlen und Stirnhöhlen. Wärme und Inhaltsstoffe lösen festsitzenden Schleim und lindern Schmerzen.

Husten bekämpfen lässt sich auch mit Zwiebelsirup. Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken hustenlösend. Schneiden Sie dazu einfach eine Zwiebel klein und bestreuen Sie sie in einem Glas mit Zucker. Dann abdecken und etwa eine Stunde stehen lassen. Der sich am Glasboden sammelnde Zwiebelsirup – der Zwiebelsaft gemischt mit dem Zucker – lässt sich dann einfach mit einem Teelöffel einnehmen. Übrigens steckt auch eine Zwiebel voller Vitamin C, das aber in Form des kalten Sirups nicht durch heißes Wasser zerstört wird.

Frische Zwiebeln lassen sich aber auch aufkochen und als Zwiebeltee gesüßt mit Honig trinken. So kommen die ätherischen Öle ebenfalls zur Geltung. Und: Das Ganze schmeckt tatsächlich besser, als es klingt.

Schleim lösen und eventuelles Fieber senken

Brustwickel: Ganz einfach, aber sehr hilfreich bei Bronchitis sind Brustwickel. Dazu nehmen Sie ein großes Leinentuch, das Sie mit kaltem Wasser nass machen und gut auswringen. Nun kommt noch ein trockenes Frotteetuch darüber. Und dann, ganz wichtig, dick in eine Wolldecke einpacken.

Bei Fieber helfen hingegen Wadenwickel, selbes Prinzip, nur mit kleineren Tüchern und rund um die Waden gewickelt.

Endlich wieder frei durchatmen

Eukalyptus und Pfefferminze: Was der Koala bereits seit frühester Kindheit weiß, können wir uns zunutze machen. Leider wächst der Eukalyptusbaum bei uns eher selten. Die ätherischen Öle im Eukalyptus aber gibt's auch in Tropfenform. Geben Sie ein paar Tropfen in einen Topf voll heißem Wasser und inhalieren Sie. Das Ganze klappt auch wunderbar mit Pfefferminze, die hierzulande auch öfter anzutreffen ist und damit auch in Form von frisch aufgebrühtem Tee als Hausmittel gegen Erkältung hilft.

Nasendusche: Zu häufiges und heftiges Schnäuzen sollten Sie vermeiden, das schiebt den Schleim nur tiefer in die Nebenhöhlen, die sich dadurch entzünden können. Gegen verstopfte Nasen und gereizte Schleimhäute hilft stattdessen am besten eine Nasendusche mit Kochsalzlösung. 0,9 Prozent Natriumchlorid, also Kochsalz, sollte in der Lösung mit sauberem, frischem Wasser sein. Nehmen Sie nur Kochsalz ohne Jod oder Fluor. Mischen Sie einfach 9 Gramm Salz mit einem Liter lauwarmem Wasser und spülen Sie – oder besorgen Sie sich eine Lösung aus der Apotheke. Dazu nehmen Sie am besten eine Nasendusche aus der Apotheke. Aber im Notfall tut es auch eine saubere Teekanne. Ein wenig Übung ist hier aber gefragt. Mit etwas Jojobaöl dazu bekämpfen Sie die wunde Nase.

Was Sie zum Schutz noch machen können

Wer sich gegen Erkältungsviren schützen will, der sollte vor allem nach dem Aufenthalt in öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln oder ähnlichem darauf achten, sich regelmäßig richtig die Hände zu waschen. Es muss nicht zwingend desinfizieren sein – denn Desinfektionsmittel kann in Mengen schädlich sein. Auf richtiges Händewaschen sollten Sie aber gerade zur Erkältungs- und Grippezeit achten. Die meisten Infektionen werden nämlich über Handkontakt übertragen.

Wie Sie sich vor Infektionen am besten schützen? Schauen Sie in unser Video:

BdF_5 Tipps zum Schutz vor Infektionen

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Sich zuhause einschließen bringt auch nicht allzu viel. Der Körper und auch unser Gemüt brauchen Tageslicht. Und wenn dann auch noch die Sonne scheint: Nichts wie raus mit Ihnen! Sonnenlicht kurbelt die Vitamin-D-Produktion an, und das wiederum tut der Immunabwehr gut.

Auch wer regelmäßig saunieren geht, kann damit sein Immunsystem stärken. Der heiße Wasserdampf tut außerdem den Atemwegen gut. Mit Erkältung in die Sauna sollten Sie aber lieber nicht gehen. Im schlimmsten Fall schlägt Ihnen die warme Umgebungsluft auf den Kreislauf und begünstigt Schwächeanfälle.

Was hilft nicht? Diese Hausmittel dürfen Zuhause bleiben

Vitamin-C-Präparate: Entgegen landläufiger Meinung beugt Vitamin C kaum den Erregern von Erkältung vor, noch kann es sie, einmal da, bekämpfen. Dazu müsste es schon sehr hoch dosiert eingenommen werden. Schon gar nicht hilft es in Form von heißer Zitrone oder ähnlichen Mittelchen. Denn sobald das Vitamin mit heißem Wasser in Berührung kommt, geht es kaputt und wird unwirksam.

Dennoch lindert ein solches Heißgetränk zumindest Symptome wie verstopfte Nase oder Halsschmerzen. Das liegt aber weniger am Vitamin C als an der Hitze des Getränks. Trinken Sie lieber einen beruhigenden Tee mit Honig oder mischen Sie sich Ihren Ingwer-Aufguss mit etwas Zitrone für den Geschmack. Denn der hilft, wie wir bereits erfahren durften, tatsächlich.

Warme Kleidung: Klar, wer krank ist der friert und sollte sich warm anziehen. Vor einer Erkältung schützen kann man sich mit warmer Kleidung aber nicht. Wer friert, ist nicht zwingend anfälliger für Krankheitserreger – es sei denn, die befinden sich bereits im Körper. Denn das Immunsystem hat es bei Kälte, vor allem in Kombination mit Nässe, tatsächlich ein wenig schwerer, bereits vorhandene Erreger zu bekämpfen. Erkranken werden Sie aber nicht wegen der Kälte, sondern eher aufgrund von trockenen, gereizten Schleimhäuten durch trockene Heizungsluft. Da haben es Viren und Bakterien nämlich leichter, überhaupt in den Körper einzudringen.

Wie Sie Infekte aller Art mit frischer Hilfe aus dem Garten behandeln können, erfahren Sie auch in unserer Bildergalerie:

Nicht mit der Influenza verwechseln!

Eine Erkältung ist übrigens nicht dasselbe wie eine Grippe, die auslösenden Viren sind andere. Daher wirkt auch eine Grippeimpfung nicht gegen eine Erkältung. Den Unterschied ganz leicht erkennen können Sie am Schnupfen. Leiden Sie unter verstopfter oder laufender Nase, können Sie im Normalfall davon ausgehen, sich einfach eine Erkältung zugezogen zu haben. Und die ist in der Regel nach spätestens 9 Tagen wieder vorbei. Eine Grippe verläuft meist ohne Schnupfen. Unsere Hausmittel gegen Erkältung können auch bei einer Grippe helfen – aber hier ist der Verlauf meist deutlich schlimmer. Sie sollten daher bei einer echten Influenza immer einen Arzt aufsuchen.

Mehr zum Thema Erkältung finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite.

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