07.09.2018

Hauterkrankung Ernährung bei Neurodermitis: Darauf sollten Sie achten

Wer auf seine Ernährung bei Neurodermitis achten möchte, ist sehr gut mit präbiotischen Lebensmitteln, wie z. B. Bananen, beraten. Erfahren Sie mehr über Lebensmittel, die bei dieser entzündlichen Hautkrankheit empfehlenswert sind.

Foto: iStock/miodrag ignjatovic

Wer auf seine Ernährung bei Neurodermitis achten möchte, ist sehr gut mit präbiotischen Lebensmitteln, wie z. B. Bananen, beraten. Erfahren Sie mehr über Lebensmittel, die bei dieser entzündlichen Hautkrankheit empfehlenswert sind.

Neurodermitis zählt zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen. So soll Schätzungen zufolge mittlerweile zwischen jedem zehnten und jedem fünften Kind davon betroffen sein. In der Kindheit und im Jugendalter klingt die Krankheit, die auch als atopische Dermatitis bezeichnet wird, oftmals ab, dennoch sollen immerhin um die drei Prozent der Erwachsenen Neurodermitis haben. Spielt die Ernährung bei Neurodermitis eine Rolle? Was darf gegessen werden, auf was sollte verzichtet werden?

Wenn sie sich nicht auswächst, gilt die entzündliche Hautkrankheit Neurodermitis bislang als nicht heilbar. Daher geht es bei der Behandlung vor allem darum, die Beschwerden – entzündete, trockene, rissige und juckende Hautstellen – zu lindern. Oftmals werden Kortisoncremes zur Behandlung von Neurodermitis eingesetzt. Doch diese stehen im Verdacht, die Hautkrankheit auf Dauer zu verschlimmern. Ein vielversprechenderer Behandlungsansatz soll daher die Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise sein. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die empfehlenswerte Ernährung bei Neurodermitis.

Diese Rolle spielt die Ernährung bei Neurodermitis

Neurodermitis entsteht in vielen Fällen aufgrund genetischer Veranlagung; häufig sind die Eltern von Kindern mit Neurodermitis ebenso betroffen. Doch die genetische Veranlagung bedeutet nicht automatisch, dass die Krankheit ausbrechen muss. Was zum Ausbruch von Neurdodermitis führt, konnte zwar bisher nicht eindeutig geklärt werden, dennoch gibt es einige Faktoren, sogenannte "Trigger", die zur Entstehung aber auch Verschlechterung der Krankheit beitragen sollen:

  • Ernährungsfaktoren, wie Zusatzstoffe und bestimmte Lebensmittel, die nicht vertragen werden
  • Umweltfaktoren, wie Luftverschmutzung, Abgase, Chemikalien
  • Kleidung und Kosmetika
  • Allergien, wie Pollen, Hausstaub, Tierhaare
  • Klimafaktoren, wie Schwüle, Kälte, Trockenheit
  • innere Faktoren, wie Stress, Konflikte, emotionale Themen usw.

Bei Neurodermitis reagiert der Körper auf diese und ähnliche Trigger mit einer übertriebenen Abwehrreaktion. Harmlose Stoffe, wie Hausstaub oder bestimmte Lebensmittel, werden als Fremdkörper eingestuft und es kommt zu einer Immunreaktion, die sich bis auf die Haut auswirkt. Das Ergebnis: Die Haut entzündet sich und beginnt zu jucken.

Von Neurodermitis betroffene Menschen sehen die Heilung oftmals in der Ernährung. Tatsächlich ist es so, dass bestimmte Lebensmittel sowie Inhaltsstoffe, Neurodermitis verschlechtern können. Allerdings ist dies nicht bei jedem Betroffenen der Fall und bei jedem sind diese "Trigger"-Lebensmittel verschieden. Was bei dem einen hilft, kann bei einem anderen die Symptome der entzündlichen Hautkrankheit verschlechtern.

Das ist wichtig zu verstehen, um die für sich richtige Ernährungsweise bei Neurodermitis herauszufinden und nicht irgendeine selbstauferlegte vielversprechende Diät zu verfolgen, die am Ende möglicherweise nicht hilft.

Wichtig ist es dennoch, bei Neurodermitis generell auf eine gesunde, vollwertige und möglichst naturbelassene Ernährungsweise zu achten, die den Körper mit wertvollen Nährstoffen versorgt und das Immunsystem stärkt.

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Individuell unverträgliche Lebensmittel identifizieren

Auch wenn es keine allgemeingültige Ernährungsweise für Neurodermitis gibt, so kann dennoch eine individuell richtige Ernährung zur Linderung entzündeter Hautstellen beitragen. Eine sogenannte Auslassdiät bzw. Suchdiät, bei der bestimmte Lebensmittel zunächst weggelassen und dann ausgetestet werden, kann helfen, jene Lebensmittel zu identifizieren, die die Neurodermitis verschlechtern.

Zu den eher reizenden Lebensmitteln bzw. Lebensmittelgruppen, die die Neurodermitis tendenziell verschlechtern können und daher individuell ausgetestet werden sollten, zählen u. a.:

  • Fertigprodukte und industriell hergestellte Nahrungsmittel, wie Backwaren, Süßigkeiten, Fertigsaucen, Fertigprodukte etc. (hierbei sind vor allem enthaltene Zusatzstoffe unter Verdacht, Neurodermitis zu verstärken)
  • Kuhmilch und Kuhmilchprodukte
  • Hühnerei
  • Fisch und Krustentiere
  • Nüsse
  • Soja
  • Weizen
  • Wurstwaren
  • Saure Obstsorten sowie Kern-/Steinobst
  • Scharfe Gewürze
  • Alkohol und Kaffee
  • Bestimmte Gemüsesorten, wie Sellerie, Tomaten, Auberginen

Um herauszufinden, welche Lebensmittel individuell zur Verschlechterung von Neurodermitis führen, ist eine genaue Selbstbeobachtung wichtig, weswegen es sinnvoll sein kann, sich fachliche Unterstützung zu holen, zum Beispiel von einer spezialisierten Ernährungsberatung oder einem/einer Diätologen/in. Professionelle Unterstützung verhindert außerdem, dass es aufgrund selbstverordneter Neurodermitis-Diäten zu Nährstoffmangel kommt.

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Tipps zur Ernährung bei Neurodermitis

Desweiteren gibt im Zusammenhang mit Neurodermitis Studien, die eine aus der Balance geratene Darmflora in Zusammenhang mit der entzündlichen Hautkrankheit bringen, da Darmflora und Immunsystem eng miteinander verbunden sind. So können Pro- und Präbiotika als Teil der Ernährung bei Neurodermitis sinnvoll sein, um den Darm positiv zu beeinflussen. Zu den probiotischen Lebensmitteln zählen unter anderem fermentierte Milchprodukte (nur, wenn keine Milchunverträglichkeit besteht) sowie fermentierte pflanzliche Nahrungsmittel, wie Kombucha, Apfelessig, Sauerkraut usw. – insofern sie vertragen werden. Zu den präbiotischen Lebensmitteln zählen unter anderem, Banane, Artischocken, Chicorée, Zwiebeln und Pastinaken. Auch hier ist auf die individuelle Verträglichkeit zu achten.

Erhalten Sie bei uns weitere Tipps, um die Darmflora natürlich aufzubauen.

Neben darmfreundlichen Lebensmitteln sollen auch Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken, Neurodermitis positiv beeinflussen. Antioxidantien stecken vor allem in frischen Obst und Gemüse. Aber auch Omega-3-Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Leinöl enthalten sind, wirken entzündungshemmend. Zudem können weitere kaltgepresste Pflanzenöle bei der entzündlichen Hautkrankheit hilfreich sein, da sie das Hautschutzschild positiv beeinflussen. Hierzu zählen unter anderem Hanföl, Borretschöl sowie Cannabidiol-Öl (CBD-Öl) und Weizenkeimöl aufgrund des Vitamin E.

Neurodermitis ist individuell und ganzheitlich zu betrachten

Die Ernährung kann bei Neurodermitis durchaus eine wesentliche Rolle spielen und sich sowohl negativ als auch positiv auf die entzündete Haut auswirken. Eine allgemeingültige Neurodermitis-Ernährung gibt es aber nicht. Die richtige Ernährungsweise bei Neurodermitis ist somit individuell von Betroffenem zu Betroffenem zu betrachten und zu gestalten. Da diverse Trigger zur Entstehung von Neurodermitis und Verschlechterung der Symptome beitragen können, ist es wichtig, die entzündliche Hautkrankheit ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln. Das bedeutet, neben der individuell richtigen Ernährung, auch äußere und innere Faktoren zu berücksichtigen. So kann zum Beispiel eine Verringerung von Hausstaub hilfreich sein. Auch eine Reduzierung von Stress und anderen inneren (psychischen) Faktoren sollte berücksichtigt werden.

Quellen:

Deutsche ApothekerZeitung - Bei Neurodermitis gut ernährt, https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-38-2010/bei-neurodermitis-gut-ernaehrt

Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) - Neurodermitis: Wenn die Haut überreagiert, https://www.ugb.de/allergien-immunsystem/neurodermitis-wenn-haut-ueberreagiert/

Riedl, Matthias Dr. med., Fleck, Anne Dr. med., Klasen, Jörn Dr. med., Die Ernährungs Docs - Wie Sie mit der richtigen Ernährung Krankheiten vorbeugen und heilen können, 2016, ZS Verlag GmbH, München

War dieser Ratgeber zur Ernährung bei Neurodermitis hilfreich? Entdecken Sie weitere Tipps für eine gesunde und ausgewogene Ernährungs- und Lebensweise in jeder Lebenssituation von unserer Kolumnistin Natürlich Nadine.

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