11.09.2018

Indisches Basilikum Heilendes Basilikum: Was Tulsi alles kann

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Ob pur, als Tee oder Öl – die Wirkungsweisen von Tulsi sind vielfältig und überzeugend. Erfahren Sie mehr über das Königsbasilikum.

Foto: iStock/mirzamlk

Ob pur, als Tee oder Öl – die Wirkungsweisen von Tulsi sind vielfältig und überzeugend. Erfahren Sie mehr über das Königsbasilikum.

Das indische Basilikum Tulsi erobert gerade den Westen – als wirksame Naturarznei gegen Keime und Entzündungen und für eine starke Abwehr. Erfahren Sie mehr!

Auf Sanskrit bedeutet "Tulsi" "das Vielseitige". Und tatsächlich wird die Pflanze in der ayurvedischen Medizin seit Jahrtausenden gegen viele verschiedene Beschwerden eingesetzt.

Das Königsbasilikum (bot.: Ocimum sanctum = "Heiliges Basilikum") ist eng mit dem heimischen Basilikum verwandt und ähnelt ihm wie ein zweieiiger Zwilling. Der krautige Strauch wird bis zu 1,5 Meter groß, hat längliche, gezähnte Blätter. Er blüht von Juni bis September dunkelrot bis purpurfarben. Und: Der Lippenblütler lockt im Garten, im Innenhof oder auf dem Balkon Bienen und Hummeln an. Mücken aber vertreibt sein aromatischer Duft. Er riecht nach Nelken, Zimt und Anis.

Tulsi: Diese Wirkung hat das Königsbasilikum

Tulsi enthält neben hautschützenden Betacarotinen auch starke antibakterielle und entzündungshemmende Pflanzenwirkstoffe wie Polyphenole und Flavonoide. "Klinische Studien aus Indien belegen, dass Tulsi eine antioxidative Wirkung hat, die z. B. gegen krank machenden Stress wirkt", erklärt Pflanzenexperte Dr. Johann G. Mayer, Leiter der Forschergruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg.

Auch gegen sommerlichen Hitzestress wirkt das Basilikum. Seine Antioxidantien bekämpfen schädliche Sauerstoffmoleküle im Körper, stärken das Immunsystem. "Ein Tulsi-Tee kann also ein kleiner Gesund-Urlaub in Situationen sein, die belasten und überfordern", so Phyto-Experte Mayer. "Auch eine schmerzlindernde Wirkung ist nach bisheriger Studienlage plausibel." Erste Untersuchungen beweisen zudem antibakterielle Effekte. Die sind so stark, dass die Pflanze sogar gegen den gefürchteten Krankenhauskeim MRSA hilft.

Weiterer Vorteil: Indisches Basilikum besitzt einen extrem hohen Anteil am ätherischen Öl Eugenol, das ihm seinen typischen Nelkenduft verleiht. Forscher vermuten, dass vor allem diese Substanz für die schnelle, entzündungshemmende Wirkung verantwortlich ist. Dr. Mayer: "Allerdings sollten Kinder, schwangere und stillende Frauen gerade wegen des hohen Eugenol-Gehalts von 25 bis 80 Prozent besser auf Tulsi verzichten. Denn er hat ein recht hohes allergisches Potenzial."

Tulsi-Tee & Co.: Die 11 besten Heilrezepte

  1. Bei Magendrücken einfach nur kauen: Tulsi kann nicht nur in Form von Tee oder Tinktur als Heilmittel genutzt werden, es wirkt auch pur. Bei Völlegefühl und unangenehmem Magendrücken reicht es oft schon, ein paar frische Blätter zu kauen. Das gilt auch bei Halsschmerzen oder beginnendem Reizhusten, Zahnfleischbluten und sogar bei eingerissenen Mundwinkeln. Dafür ein paar Blätter gut zerkauen und den Speichel auf die Lippen verteilen.
  2. Vertreibt Hitzestress: Je 5 Tropfen ätherisches Tulsi-Öl und Lavendel-Öl (beides in der Apotheke) mit 100 ml Sahne zur Bindung des Öls vermischen. In das 35 bis 37 Grad warme Badewasser geben. Mit der Hand in Achterschleifen gut verrühren. 15 Minuten baden.
  3. Heilt Blasen und Wunden, lindert Insektenstiche: 30 g frische Tulsi-Blätter mit 1 l kochendem Wasser übergießen, 7 Minuten ziehen lassen, abseihen. Mullkompresse damit tränken, auf die betroffene Stelle legen. 10 Minuten wirken lassen. 3-mal täglich wiederholen. Stoppt auch Entzündungen durch Infektion.
  4. Bekämpft Halsentzündungen: Je 6 EL frische Tulsi-Blätter und Rosmarinzweige klein hacken und gut vermischen. Davon 1 EL mit 1 l heißem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen, mit 2 TL Manuka-Honig süßen. 3-mal am Tag schluckweise trinken.
  5. Stabilisiert niedrigen Blutdruck: 3 EL getrocknete, 6 EL frische Tulsi-Blätter mit ¾ l Rotwein leicht erwärmen. 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Abkühlen, mit 1 Messerspitze Zimt, 1 TL frisch geriebenem Ingwer würzen. Mit 2 EL Agaven-oder Kokosblüten-Dicksaft (Reformhaus) abschmecken. Über den Tag verteilt 3 bis 5 Schnapsgläser.
  6. Entspannt einen strapazierten Magen, nimmt Sommerkopfweh: 2 TL frische Tulsi-Blätter, 2 messerrückendicke Scheiben Ingwer mit 1 Tasse Wasser überbrühen, 7 Minuten ziehen lassen, abseihen. In kleinen Schlucken trinken. 2-bis 3-mal täglich vor den Mahlzeiten.
  7. Stoppt Sommerschnupfen: In Schüssel mit kochend heißem Wasser 2 bis 3 Tropfen Tulsi-Öl geben. Unter einem Handtuchzelt 2-bis 3-mal täglich 5 bis 10 Minuten heißen Heildampf einatmen.
  8. Bessert Blasenentzündungen: In Saftpresse 2 bis 3 Handvoll frische Tulsi-Blätter geben. Den Saft in 0,2 l Kefir unterrühren. Mit 0,1 l stillem Wasser auffüllen. Täglich 2 bis 3 Gläser trinken.
  9. Senkt Fieber: 20 g frische Tulsi-Blätter und -Sprossen mit 750 ml kaltem Wasser bedecken. Aufkochen, 20 bis 30 Minuten köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit um 1 3 reduziert hat. Abseihen. 3 bis 4 Tassen täglich.
  10. Dämpft Hustenreiz und Heiserkeit: 15 frische Tulsi-Blätter, je 1 Messerspitze Salz und schwarzen Pfeffer, 1 TL geriebenen Ingwer in 250 ml Wasser so lange kochen, bis die Flüssigkeit zur Hälfte verdampft ist. Abseihen, möglichst heiß schluckweise trinken. 3-mal täglich.
  11. Hilft bei Schlafproblemen: In Duftlampe oder elektrischen Raumbedufter (Diffusor) 3 Tropfen ätherisches Basilikum -, 1 Tropfen Rosmarin-, 2 Tropfen Grapefruitöl und 2 bis 3 Tropfen Wasser geben. Verdampfen lassen. 30 Minuten vor dem Schlafengehen einatmen.

Entdecken Sie weitere Heilrezepte sowie Ratgeber rund um die Naturheilkunde auf unserer Themenseite.

Tulsi von der Fensterbank oder dem Balkon – so geht's!

Tulsi können Sie auch eigens zu Hause anbauen:

  • In einen hohen Tontopf mit Abflussloch dunkle Blumenerde mit einem hohen Quarzanteil füllen. Jungpflanze (Gärtnerei, um 5 Euro) hineinsetzen. An einen sonnigen, möglichst windgeschützten Platz stellen.
  • Alle 3 bis 4 Wochen Bio-Kräuterdünger zugeben. Immer kräftig gießen, die Erde sollte nie antrocknen. Blätter mit Sprühpistole feucht halten. Unbedingt Staunässe vermeiden.
  • Ab Herbstmitte vom Balkon holen – Tulsi verträgt keine Kälte.

Wie Sie Kräuter haltbar machen können, darunter auch Tulsi und andere Basilikum-Sorten, sehen Sie im Video:

So machen Sie frische Kräuter haltbar

Die Saison der frischen Kräuter ist bald vorbei. Höchste Zeit, die aromatischen Gewächse auf den Herbst und den Winter vorzubereiten und haltbar zu machen – am besten durch Einfrieren oder Trocknen.

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Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU.

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