04.05.2018

Druck ausüben & Druck lindern Akupressur am Ohr: Mit einer Wäscheklammer zu mehr Energie

Akupressur am Ohr kann bei vielen Leiden helfen, denn die Reflexzonen sind mit vielen Körperstellen verbunden. Zu Hause geht das Ganze tatsächlich auch mit einer Wäscheklammer.

Foto: iStock/BLACKDAY

Akupressur am Ohr kann bei vielen Leiden helfen, denn die Reflexzonen sind mit vielen Körperstellen verbunden. Zu Hause geht das Ganze tatsächlich auch mit einer Wäscheklammer.

Wenn es am Körper hakt, muss nicht sofort die Schmerztablette her. Auch Akupressur kann helfen – und zwar auch mit unkonventionellen Mitteln.

Manchmal wollen Körper und Geist einfach nicht. Die Schultern sind verspannt, der Kopf schmerzt, die Energie ist kaum vorhanden. Zu Koffein und Medikamenten müssen Sie aber nicht direkt greifen – eine Wäscheklammer tut’s auch. Akupressur am Ohr lässt sich wunderbar zu Hause, auf der Arbeit oder unterwegs selbst durchführen – und verspricht schnelle Linderung. Was ist dran und wie funktioniert das Ganze?

Akupressur am Ohr: Reflexzonen sind der Schlüssel

Am Ohr gibt es – wie auch am restlichen Körper – bestimmte Reflexzonen, die sich durch Druck an anderen Stellen des Körpers auswirken. Rund um die Ohrmuschel hat es davon so einige – darunter sechs Stück, die besonders leicht erreichbar sind, wie die Reflexiologin Helen Chin Lui herausgefunden haben will. Jede dieser Reflexzonen soll über die Nerven mit Organen oder Körperstellen verbunden sein, die man mit Druck auf die entsprechende Stelle am Ohr positiv beeinflussen kann.

Das geht selbstverständlich mit der Hand – entweder mit der eigenen oder der eines ausgebildeten Reflexiologen, der die genauen Punkte kennt.

Aber – und das ist vor allem für zu Hause interessant – eben auch mit dem stumpfen Druck einer Wäscheklammer. So heißt es zumindest. Einen Versuch ist es wert – oder?

Wäscheklammer ans Ohr: Wie mache ich es richtig?

Schwer ist die Anwendung nicht: Stecken Sie sich einfach eine Wäscheklammer – am besten aus Holz und mit abgerundeter Klemmfläche – an die entsprechende Stelle am Ohr, die Sie behandeln wollen. Ob Sie das linke oder das rechte Ohr wählen, ist egal.

Wichtig ist, dass die Klammer nur maximal eine Minute am Ohr bleibt – aber Sie können das Prozedere ruhig mehrmals am Tag wiederholen.

Hören Sie dabei aber auf Ihren Körper: Der Schmerz sollte nicht unangenehm oder extrem schmerzhaft sein. Dann sollten Sie die Klammer schnell wieder entfernen. Optimal ist ein Druckgefühl oder eine Art Schmerz, der sich gut anfühlt – ein "Wohlfühlschmerz".

Für die Minute, in der die Klammer am Ohr hängt, sollten Sie sich zurücklehnen und entspannen. Innerhalb der folgenden halben Stunde tritt eine Linderung ein, so heißt es.

Die Reflexzonen in der Übersicht – von unten nach oben

  • Punkt 1: Der erste Punkt befindet sich ganz oben am Ohr und richtet sich an verspannte Schultern und Rückenschmerzen.
  • Punkt 2: Etwas unterhalb finden Sie Punkt 2, der die Organe ansprechen soll. Bei einem leichten Unwohlsein kann die Akupressur am Ohr helfen. Sollten Sie aber Schmerzen in den Organen verspüren, hilft ein Arzt!
  • Punkt 3: Der dritte Punkt liegt mittig, aber noch über dem Gehörgang. Wer leichte Gelenkschmerzen verspürt, kann es hier mit Druck versuchen. Aber auch hier führt der Weg bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt. Denn Rheuma, Arthrose und Co. kann die Akupressur am Ohr leider nicht heilen.
  • Punkt 4: Bei Erkältung hilft der vierte Punkt, der etwa in Höhe des Gehörgangs liegt. Hals und Nebenhöhlen werden durch Druck auf diesen Punkt beeinflusst und Schmerzen gelindert.
  • Punkt 5: Wenn es im Magen-Darm-Trakt grummelt, kann Druck auf den fünften Punkt etwas oberhalb des Ohrläppchens Abhilfe schaffen. Hier hilft übrigens auch vorsorgliche Massage, wenn Sie nach dem Essen häufiger leichte Verdauungsprobleme haben. Aber eine Lebensmittelunverträglichkeit lässt sich so nicht lindern.
  • Punkt 6: Der Punkt direkt unten am Ohrläppchen kümmert sich um Herz und Kopf. Besonders gegen Druck-Kopfschmerzen, wie sie hin und wieder wohl jeder von uns einmal hat, soll Druck aufs Ohr helfen. Auch die Konzentration lässt sich so steigern – und das Herz stärken.

Wenn die Beschwerden schlimmer werden: Lieber zum Arzt

Sollten Ihre Beschwerden aber länger anhalten, sollten Sie durchaus in Erwägung ziehen, einen Arzt zu konsultieren: Gerade anhaltender oder immer wiederkehrender Kopfschmerz, ernsthafte Organschmerzen oder über Tage oder Wochen hinweg andauernde Schlappheit können Hinweise auf eine ernstzunehmende Erkrankung sein.

Für die schnelle Entspannung ist Akupressur am Ohr sicherlich einen Versuch wert. Aber passen Sie auf, dass Sie sich mit der Wäscheklammer nicht das Ohr abzwicken. Mit den Fingern ist die Akupressur etwas sanfter, da Sie selbst beeinflussen können, wie fest Sie drücken. Nur leichtes Drücken hilft allerdings nicht.

Es gibt übrigens auch Akupressurpunkte, die beim Abnehmen helfen sollen. Und sogar die Stimmung lässt sich beeinflussen – als einer von drei Wegen aus dem Stimmungstief. Und mehr zum Thema Naturheilkunde lesen Sie auf unserer Themenseite.

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