24.09.2018

Saisonale Haarprobleme Haarausfall im Herbst und Winter: Was tun?

Schöne Haare, auch wenn's kalt ist: Haarausfall im Herbst und Winter lässt sich mit diversen Tricks eindämmen.

Foto: iStock/PeopleImages

Schöne Haare, auch wenn's kalt ist: Haarausfall im Herbst und Winter lässt sich mit diversen Tricks eindämmen.

Plötzlich klebt ein ganzes Haarbüschel in den Händen. Haarausfall im Herbst sowie im Winter kann stärker sein als sonst im ganzen Jahr. Woran das liegt und was Sie dagegen tun können, erklären wir Ihnen hier.

Es ist ja nicht so, dass Herbst und Winter nicht sowieso schon an Körper und Geist zehren würden. Viele Menschen klagen, dass es in dieser Zeit auch noch den Haaren an den Kragen geht. Aber woran liegt dieser Haarausfall im Herbst? Und was kann man dagegen tun?

Haarausfall im Herbst: Viele Gründe, viele Lösungen

Die Haare gehören zu dem, was direkt beim Gegenüber auffällt. Schicke Kurzhaarfrisur oder wallende Mähne – alles ist super, solange der Schopf gut gepflegt ist. Was aber, wenn kahle Stellen den Kopf zieren? Täglich verlieren wir 100 bis 150 Haare – das ist normal. Und auch ein vermehrter Ausfall der Haare im Herbst lässt sich begründen: nämlich durch die natürlichen Wachstumszyklen eines Haars. "Ausgewachsene" Haare ruhen rund 100 Tage, bevor sie ganz natürlich ausfallen. Bei den meisten Frauen beginnt diese Ruhephase der meisten Haare bei Frauen im Juli. 100 Tage später fallen sie dann aus.

Wenn es aber signifikant mehr ausfallende Haare werden oder der Haarausfall einfach nicht aufhören will, sollten Sie Ihren Tagesablauf beobachten. Dann kann die Ursache saisonal bedingt sein – oder auch an einer Krankheit liegen.

Schwache Haarwurzeln: Dunkelheit ruft Vitamin-D-Mangel hervor

In der dunklen Jahreszeit hat der Körper vor allem ein Problem: das fehlende Licht. Ohne Sonne sinkt der Vitamin-D-Spiegel auf viel niedrigere Werte als im Sommer. Ein Vitamin-D-Mangel verändert die Wachstumszyklen des Haars, dessen Wurzel dadurch an Kraft verliert.

Da Vitamin D vor allem durch das im Herbst und Winter leider sehr rare Sonnenlicht aufgenommen wird, muss es in diesen dunklen Monaten irgendwie ersetzt werden. Normalerweise genügen 10 Minuten Sonne am Tag, aber die wird uns nicht immer zuteil. Fetter Fisch zum Beispiel oder Lebertran liefern aber ebenfalls ausreichende Mengen des wichtigen Vitamins. Aber auch Leber selbst, Rindfleisch, Eigelb, Getreide sowie Margarine und angereicherte Milch versorgen uns.

Wenn’s draußen kalt ist: Haare können frieren

Hinzu kommt aber auch die Kälte: An kalter Luft ziehen sich unsere Gefäße enger zusammen, die Haut, und damit auch die Kopfhaut, wird schlechter durchblutet. Damit kommen weniger Nährstoffe bis zu den Haarwurzeln. Und diese verlieren dann wiederum an Stärke. Haarverlust ist die Folge.

Mützen helfen – aber am besten lockere. Denn zu großer Druck auf die Haare trocknet diese aus und lässt sie leichter abbrechen. Am besten vor allem bei trockenen Haaren regelmäßig mit einer Kur oder Öl pflegen. Oliven- und Arganöl eignen sich hier vorzüglich. Achten Sie aber nach Möglichkeit darauf, reine Öle zu verwenden – keine Öle, die eigentlich nur aus Silikonöl bestehen. Sie erkennen diese Silikone an der Endung "-cone", "-conol" oder "-siloxane". Aber nicht alle davon sind schlecht.

Zusatzinfo: Silikone in Haarpflegeprodukten

Das Problem bei vielen Silikonen ist, dass sie zu sogenanntem "Build-up" führen. Sie lagern sich am Haar an, lassen sich aber nicht auswaschen. Mit der Zeit entsteht eine dicke Schicht. Neue Pflege kann nicht mehr zum Haar durchdringen, es bekommt zusätzlich unter dieser Schicht keine Luft und Feuchtigkeit ab. Das Haar wird trocken, spröde und bricht.

Auf diese nicht auswaschbaren Silikone sollten Sie verzichten. Dazu gehören: Dimethicone, Cetearyl Methicone, Cyclomethicone, Cyclopenatsiloxane, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimeticone, Cetyl Dimethicone.

Wasserlösliche Silikone hingegen glätten das Haar, lassen sich aber bei der nächsten Haarwäsche in der Regel auswaschen. Dazu gehören: Cyclomethicone, Lauryl Methicone Copolyol, Dimethicone, Copolyol, Polysiloxane, Dimethicone copolyol/HPWP, Hdroxypropyl, Hydrolized Wheat Protein, Tridecveth-12

Außerdem gilt: Lieber geringe Mengen an Silikonen. Je weiter unten der Name auf der Zutatenliste steht, desto weniger ist drin. Ein Test hilft: Verstreichen Sie einen Tropfen Haaröl auf dem Handrücken. Zieht er schnell ein, sind wahrscheinlich wasserlösliche Silikone enthalten.

Am besten aber: So wenig Silikone wie möglich nutzen! Haarpflege ohne Silikone kann sich auszahlen.

Gerade lockige Haare brauchen ein bisschen mehr Haarpflege im Herbst und Winter. Wie Sie Ihre Locken am besten pflegen und warum Haare waschen ohne Shampoo vielleicht eine Überlegung wert ist, lesen Sie auch bei uns.

Gesunde, ausgewogene Ernährung stärkt das Haar

Auch die Ernährung spielt eine große Rolle an saisonalem Haarausfall im Winter oder im Herbst. Wer gönnt sich in der Weihnachtszeit nicht gerne mal ein Stück deftigen Braten oder andere herzhafte Leckereien? Glühwein & Co haben Hochsaison. Und von Süßkram – Stichwort Weihnachtsbäckerei – wollen wir gar nicht erst anfangen.

Eine einseitige Ernährung kann aber zu Nährstoffmangel führen, unter anderem Eisenmangel, der wiederum Haarausfall auch im Herbst begünstigt. Ergänzen Sie Ihren Speiseplan daher mit eisenhaltigem Gemüse wie Spinat, Broccoli oder Karotten sowie Fleisch. Auch Quinoa versorgt Sie mit dem wichtigen Spurenelement. Mangelernährung, die spröde Haare und Haarausfall begünstigt,können Sie mit fünf Nährstoffen für schöne Haare & Nägel bekämpfen.

Zucker, Fette & Co bewirken schnell eine Übersäuerung des Körpers. Viel Wasser trinken hilft, Gifte heraus zu spülen. Rund zwei Liter Flüssigkeit am Tag sollten Sie zu sich nehmen. Auch ungesüßte Kräutertees haben sich bewährt. Brennesseltee zum Beispiel enthält auch noch viel Eisen. Es gibt eine ganze Menge natürliche Mittel, die Haarausfall heilen.

In Bewegung bleiben: Sport hält auch die Haare jung

Die Bewegung, besonders an frischer Luft, ist auch so eine Sache. Im Sommer lockte uns jeder noch so kleine Sonnenstrahl nach draußen. Klar, im Winter wird auch gerne mal über den Weihnachtsmarkt geschlendert und wenn Schnee liegt, bietet sich ein romantischer Spaziergang an.

Aber wenn es draußen ungemütlich nass-kalt ist bleiben wir doch lieber in der warmen Stube. Weniger Bewegung heißt dabei erneut schlechtere Durchblutung sowie vermehrte Säuren- und Gifte-Konzentration. Schlechte Stoffe werden bei Bewegung nämlich besser verarbeitet und ausgeschieden. Ein bisschen Sport tut aber auch der Seele im Winter gut.

Stress vermeiden: Achten Sie auf Ruhepausen

Und der Weihnachsstress ist auch noch so ein Grund. Sie werden wahrscheinlich laut lachen, aber versuchen Sie, alles ein bisschen ruhiger anzugehen, sollten Sie dazu neigen, sich gerade in der Vorweihnachtszeit zu viel aufzuhalsen. Sicherlich ist das einfacher gesagt als getan. Aber bei einigen Sachen können Sie sich sicherlich ein bisschen Unterstützung von Freunden und Familie genehmigen.

Haarausfall beobachten: Im Zweifel zum Arzt

Haarausfall kann aber auch andere, triftigere Gründe haben. Sollte es Ihnen also insgesamt schlechter gehen oder Sie können aufgrund von guter Ernährung, viel Bewegung & Co die oben genannten Gründe ausschließen, ist es sinnvoll, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Denn es kann beispielsweise auch eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion am Haarausfall im Herbst liegen.

Der perfekte Ansprechpartner für Haarprobleme und Möglichkeiten der Behandlung ist übrigens der Hautarzt.

Das Thema Haarausfall ist also ein empfindliches, aber auch weit gefasstes. Mehr dazu, auch zu den Themen kreisrunder Haarausfall & Co lesen Sie bei uns. Und was Sie sonst noch über Haarpflege wissen sollten, verrät Ihnen unsere Themenseite.

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