06.03.2017

Besonders Küchenkraut Die unterschätzte Heilkraft der Petersilie

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Die heilende Wirkung der Petersilie stellt jedes künstliche Nahrungsergänzungsmittel in den Schatten.

Foto: iStock/Savany

Die heilende Wirkung der Petersilie stellt jedes künstliche Nahrungsergänzungsmittel in den Schatten.

Für die meisten ist Petersilie „nur“ ein schmackhaftes Küchenkraut. Dabei stecken in der grünen Vitalstoff-Bombe außergewöhnliche Heilkräfte.

Petersilie ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Als wichtiger Nährstofflieferant für Vitamin A, B, C, E, Folsäure und Eisen ist das robuste Kraut mit seinem typischen Aroma aus der deutschen Küche nicht wegzudenken. Was nur wenige wissen: In den hübsch gekräuselten – oder je nach Sorte auch glatten Blättern – steckt viel mehr.

Die alten Römer und Griechen wussten darüber schon vor über 2000 Jahren Bescheid. Sie sahen die Pflanze deshalb weniger als Gewürz an, sondern als wirksame Medizin gegen zahlreiche Beschwerden. Ihnen haben wir übrigens auch zu verdanken, dass die Petersilie nach Europa gelangte.

Petersilie schützt die Lunge vor krebserregenden Stoffen

Sie ist wohl eine ihrer bemerkenswertesten Eigenschaften: Die Kraft, giftige Substanzen aus Rauch und Qualm zu neutralisieren. Das liegt vor allem an den einzigartigen ätherischen Ölen Myristicin und Apiol, ohne diese die Petersilie nicht nach Petersilie schmecken würde. So macht sie nachweislich einen Teil des Zigarettenrauchs unschädlich und lindert obendrein das Verlangen, sich gleich eine weiteren Glimmstengel anzuzünden.

Gerade Raucherinnen sollten deshalb beherzt zugreifen und sich einen extra Löffel über die Suppe streuen. Überhaupt schützen die vielen Antioxidantien vor unkontrollierten Zellwachstum speziell auf der Lunge. Zumindest was das Vorbeugen von Krebs betrifft, ist in diesem Fall tatsächlich ein Kraut gewachsen.

Tipps zum Pflanzen und Anwenden von Kräutern sowie tolle Rezeptideen finden Sie auch auf unserer umfangreichen Kräuter-Themenseite.

Entgiftend, belebend und aphrodisierend

Die entwässernde Wirkung sorgt dafür, dass die Harnwege ordentlich durchgespült werden. Das beugt Nieren- und Blasensteine vor und schwemmt Giftstoffe und Bakterien aus. Gleichzeitig fördert Petersilie die Blutbildung, stärkt das Herz und hilft, Cholesterin aus den Venen zu lösen und Nährstoffe besser aufzunehmen.

Das hat natürlich einen belebenden Effekt auf den Organismus und damit auch auf die Geschlechtsorgane. Die leicht aphrodisierende Wirkung macht sich bei Männern wie bei Frauen bemerkbar. Den alten Griechen war diese Eigenschaft nicht nur geheuer. So heißt es, dass Kriegern der Verzehr von Petersilie strengstens verboten war, damit sie während ihren Kämpfen nicht durch Schmetterlinge im Bauch abgelenkt werden.

Bei Frauen hat Petersilie die zusätzliche Eigenschaft, Menstruationsbeschwerden zu lindern. Im Mittelalter wurden die Samen auch angewendet, um Geburten auszulösen, da das darin enthaltene Apiol die Gebärmutter-Kontraktion fördert. Ärzte raten deshalb Schwangeren, Petersilie nicht in Massen zu verzehren, da sie unter Umständen Fehlgeburten auslösen kann.

Petersilien-Kur hilft beim Durchstarten in den Frühling

Petersilie ist die perfekte Starthilfe in den Frühling. Zum einen vertreibt sie die Müdigkeit und verleiht uns frische Energie, zum anderen hilft sie den Frühlingsgefühlen auf die Sprünge. Jetzt ist zum Beispiel die beste Zeit, um mit einer Durchspülungs-Kur zu beginnen.

Dafür zwei zerkleinerte Teelöffel frische Petersilie – vorzugsweise die glatte Sorte, da sie mehr Wirkstoffe enthält – mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.

Zwei bis drei Tassen täglich über eine Woche eingenommen wirken wie ein Frühjahrsputz von innen. Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und Schwangere sollten auf diese hoch wirksame Therapie allerdings verzichten.

Weitere Anwendungsgebiete

Als „Tausendsassa-Kraut“ hat Petersilie noch mehr auf dem Kasten. Frisch zerkaut vertreibt sie üblen Mundgeruch binnen Sekunden und auf einen Mückenstrich gerieben lindert sie sofort den Juckreiz. Petersilie verschönert die Haut, beugt Gicht und Rheuma vor, hilft bei Husten und Heiserkeit und reguliert die Verdauung.

Höchste Zeit also, die Petersilie aus seinem Dasein als Deko-Element auf dem Tellerrand zu befreien und sie als wohlschmeckenden Teil der Hausapotheke zu betrachten. Und das Beste: Sie lässt sich ganz einfach auf dem Balkon oder im Garten selber ziehen.

Foto für im Text http://www.istockphoto.com/au/photo/tabbouleh-gm533556385-56371820?st=_p_parsley

BU: Tabbouleh, ein arabischer Petersilien-Salat, ist eine der leckersten Möglichkeiten, den Tagesbedarf an Vitamin A und C zu decken.

Die Haupteigenschaften auf einem Blick

  • antioxidant
  • schleimlösend
  • anregend
  • entgiftend
  • blutbildend
  • reguliert die Menstruation
  • blutdrucksenkend
  • berdauungsfördernd
  • lindert Suchtverlangen
  • beugt Lungenkrebs vor
  • Antibakteriell
  • harntreibend
  • entwässernd

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