12.01.2017

Reise ins Ich Gegen Burnout: Floating ist mehr als nur ein Wellness-Trend

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Floating verspricht Tiefenentspannung in Kurzzeit.

Foto: iStock/kzenon

Floating verspricht Tiefenentspannung in Kurzzeit.

Floating ist eine Methode, bei der Köper und Geist von sämtlichen Außenreizen abgeschottet werden. Das soll für eine Art Turbo-Entspannung sorgen.

Bis vor zehn Jahren war das Floating-Prinzip in Europa noch relativ unbekannt. Mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt mindestens ein Floating-Center. Sie werben damit, dass bereits schon eine Anwendung gegen Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen helfen kann.

Wer regelmäßig floatet, werde leistungsfähiger und weniger anfällig für Stress. Auch gegen Depressionen soll es helfen. Was verbirgt sich hinter dieser noch recht neuen Wellness-Methode, welche Tiefenentspannung in Kurzzeit verspricht?

Absolute Stille und völlige Dunkelheit

Das Konzept ist relativ simpel: Man begibt sich in einen Floating-Tank, nicht größer als eine Badewanne, der mit 34,8 Grad Celsius warmen, gesättigtem Salzwasser gefüllt ist. Das sorgt dafür, dass der Körper schwerelos auf der Oberfläche treibt. Das Schließen der Luke sorgt für eine völlige Abschottung visueller, wie akustische Reize. Durch die Schwerelosigkeit verschwindet auch nach wenigen Minuten das Körpergefühl. Was bleibt, ist umhüllt von völliger Stille und Dunkelheit das pure Sein.

Phantastische Bilder und neue, kreative Gedanken tauchen auf

Wenn die Grenze zwischen dem Ich und der Umgebung verschwimmt, ja sich sich gar aufzulösen scheint, dann ist das eine tiefgreifende Erfahrung. Sobald die üblichen Außenreize ausbleiben, stellt sich im Gehirn ein komplett neuer neurophysiologischer Zustand ein.

Plötzlich tauchen phantastische Bilder auf oder ganz neue kreative Gedanken, das Bewusstsein verändert sich. Forscher bezeichnen dies als „ozeanische Entgrenzung“. Wenn man sich darauf einlässt, scheint die Zeit plötzlich still zu stehen, eine tiefe Entspannung, die sich ein bisschen so anfühlt, als sei man kurz vor dem Einschlafen, macht sich breit.

Messbar ist dieser Effekt Anhand von sogenannten Alphawellen im Gehirn, die sogar intensive Glücks-Gefühle hervorrufen können. Möglich ist dies auch durch Mediation oder intensives autogenes Training. Durch das Floaten allerdings, ist dieses Phänomen, laut Forschung, weitaus schneller und unkompliziert hervorzurufen.

Ähnlicher Effekt wie jahrelanges Meditieren

Floaten ist trotzdem sehr individuelle Sache, die jeder etwas anders empfinden wird. Manchmal braucht man zwei oder drei Anläufe, um in den Zustand der Tiefenentspannung zu gleiten. Die einen können schneller und die anderen langsamer loslassen.

Diese Methode kann also ein Weg sein, in einer Zeit voller Hektik und Reizüberflutung eine kurze Zeit Pause vom eigenen „Außen-Ich“ zu machen. Eine Erfahrung, die bis vor wenigen Jahren nur denjenigen vorbehalten war, die sich lange und intensiv mit Meditationstechniken auseinandersetzen wollen.

Floating ist also mehr als einfach nur ein weiterer Wellness-Trend. Es braucht schon ein bisschen Mut, sich für durchschnittlich 90 Minuten in die völlige Abschottung zu begeben. Und selbst wenn sich die erhoffte Tiefenentspannung nicht beim ersten Mal einstellen sollte, hat man zumindest eine ganz besondere Reise ins „Ich“ unternommen.

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