06.03.2020

Ölziehkur Ölziehen schützt Zähne und Körper

Im Ayurveda wird vor allem Sesamöl zum morgendlichen Ölziehen verwendet. Das soll den Mund pflegen und der Gesundheit insgesamt zugutekommen.

Foto: iStock/Marcus Z-pics

Im Ayurveda wird vor allem Sesamöl zum morgendlichen Ölziehen verwendet. Das soll den Mund pflegen und der Gesundheit insgesamt zugutekommen.

Ölziehen ist im Ayurveda tief verankert und wird mit zahlreichen heilsamen Wirkweisen in Zusammenhang gebracht. Wir verraten welche und wie das morgendliche Mundpflegeritual funktioniert.

Schon seit Jahrhunderten gehört das morgendliche Ölziehen in Indien zur ayurvedischen Heilkunde. In der ukrainischen und weißrussischen Volksmedizin findet es ebenso seit Generationen Anwendung. Und auch hierzulande wird die Mundspülung mit Öl seit geraumer Zeit immer beliebter.

Das morgendliche Ritual ist vor allem dafür bekannt, Zähne und Zahnfleisch vor Bakterien im Mund zu schützen. Aber auch beim Entgiften und bei diversen entzündlichen und bakteriellen Erkrankungen soll Ölziehen helfen. Doch was ist wirklich dran, wie funktioniert die Methode und was ist zu beachten?

Ölziehen: Morgendliche Mundpflege mit Heileffekt

Beim Ölziehen wird Pflanzenöl im Mund hin und her gespült und regelrecht zwischen den Zähnen "gezogen". Und zwar direkt am Morgen und auf nüchternen Magen. Das soll Zähne, Zahnfleisch und den gesamten Mundraum von Schadstoffen reinigen, die gerade nach den Reinigungsprozessen des Körpers über Nacht vermehrt im Mund entstanden sind. Danach wird das Öl ausgespuckt, der Mund gründlich ausgespült und die Zähne geputzt.

Im Ayurveda findet dieses Morgenritual bereits seit Jahrhunderten Anwendung. Neben der Mundpflege soll es den Körper unter anderem beim Entgiften unterstützen. Auch gemäß des russischen Arztes Dr. F. Karach, durch den in den 90er-Jahren Ölziehen hierzulande bekannter wurde, soll es positive Effekte bei diversen Beschwerden und Krankheiten haben.

Was Ölziehen bewirken soll

Ölziehen werden diverse positive Wirkweisen nachgesagt. So soll die Mundspülung unter anderem bei Zahnfleischentzündungen, Zahnschmerzen und Mundgeruch helfen. Eine Studie weist außerdem darauf hin, dass regelmäßiges Ölziehen das Karies-Bakterium Streptococcus mutans genauso erfolgreich bekämpfen soll, wie ein medizinisches Mundwasser.

Mit der "Öltherapie" könnten außerdem Atemwegsinfekte, wie Husten und Schnupfen, als auch Bronchitis und Nasen- und Stirnnebenhöhlenentzündungen sowie Gelenkprobleme, Rheuma, Neurodermitis und Ekzeme gelindert werden. Da Ölziehen eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben wird und die Abwehrkräfte insgesamt stärken soll, soll es der Gesundheit im Allgemeinen zugutekommen und gegen Beschwerden und Krankheiten vorbeugen.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass diese Wirkweisen bisher nicht wissenschaftlich untersucht und belegt wurden und vielmehr auf Erfahrungen und naturheilkundlichem Wissen beruhen.

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Welches Öl eignet sich zum Ölziehen?

Die ukrainische Naturheilkunde empfiehlt hochwertiges natives und kalt gepresstes Sonnenblumenöl. Es ist reich an B-Vitaminen und den Vitaminen A, D und E. Hinzu kommen Kalzium, Phosphor und Silizium für starke Knochen und feste Zähne.

Im Ayurveda wiederum kommt beim Ölziehen vor allem Sesamöl zum Einsatz. Neben wertvollen ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E sowie B-Vitaminen, enthält es unter anderem die Antioxidantien Sesamol und Sesamolin.

Aber auch Leinöl, Olivenöl, Weizenkeimöl, Schwarzkümmelöl oder Kokosöl eignen sich zum Ölziehen. Hier können Sie nach Ihrem persönlichen Geschmack entscheiden. Wichtig ist dabei Qualität und dass das Öl kalt und schonend gepresst wurde.

Mittlerweile gibt es sogar spezielle Mundziehöle zu kaufen, die häufig um ätherische Öle, wie Ingweröl oder Rosmarinöl, ergänzt wurden. Das macht sie geschmacklich häufig angenehmer und soll zusätzliche Effekte des jeweiligen Inhaltsstoffes mitbringen. Allerdings sind diese relativ teuer. 200 Milliliter Mundziehöl kosten zwischen 5 und 35 Euro. Qualitativ hochwertige Pflanzenöle, wie die oben genannten, haben den gleichen Effekt.

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Anleitung zum Ölziehen: So funktioniert's

Wenn Sie Ölziehen nun ausprobieren möchten, sollten Sie dies am Morgen gleich nach dem Aufstehen durchführen, noch bevor Sie etwas gegessen oder getrunken haben (auch kein Wasser).

  • Optional zu Beginn: Im Ayurveda wird noch vor dem Ölziehen die Zunge gereinigt. Hierfür eignet sich ein Zungenschaber oder eine Zungenbürste. Spülen Sie den Mund jedoch nicht mit Wasser aus.
  • Nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel des bevorzugten Öls in den Mund und ziehen es 20 Minuten lang in alle möglichen Richtungen durch die Zähne. Sollte Ihnen das zu lange sein, beginnen Sie mit 5 bis 10 Minuten und steigern sich dann langsam auf 15 bis 20 Minuten.
  • Ganz wichtig: Sie dürfen das Öl nicht gurgeln oder runterschlucken!
  • Spucken Sie es am Ende in die Toilette oder in ein Küchenpapier und geben es in den Müll.
  • Spülen Sie den Mund danach gründlich mit warmem Wasser aus und putzen zum Schluss die Zähne.

Ölziehen soll keine Nebenwirkungen haben und bietet sich deshalb als regelmäßiges, morgendliches Ritual, etwa während des Duschens, an. Es soll jedoch zu Beginn zu Erstverschlimmerungen kommen können. Dies ist in der Naturheilkunde bei vielen Therapieansätzen der Fall. Achten Sie daher auf mögliche individuelle Reaktionen.

Für spürbare Erfolge sollte das morgendliche Ölziehen mindestens vier bis sechs Wochen durchgeführt werden. So kann beispielsweise zweimal im Jahr eine Ölziehkur gemacht werden.

Fazit zum Ölziehen

Ölziehen wird bereits seit Jahrhunderten in der östlichen Volksmedizin und im Ayurveda angewendet und wird auch hierzulande immer bekannter. Neben der Mundpflege soll es lindernd bei diversen Beschwerden und Krankheiten wirken und der Gesundheit insgesamt zugutekommen. Nachgewiesen ist dies zwar bisher nicht, jedoch soll Ölziehen auch keine Nebenwirkungen haben. Machen Sie sich also am besten selbst ein Bild davon und probieren es aus.

Mehr über Ayurveda und andere alternative Heilmethoden finden Sie auf unserer Themenseite Naturheilkunde. Rund um die positiven Effekte von Olivenöl können Sie sich ebenso auf unserer Themenseite informieren.

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