23.03.2017

So gesund Gesund mit Hafer: Rezepte für die Hausapotheke

Haferflocken schmecken gut, sind vielseitig einsetzbar und zudem noch sehr gesund. Die komplexen Kohlenhydrate sorgen dafür, dass das Sättigungsgefühl lange anhält.

Foto: iStock/Heike Rau

Haferflocken schmecken gut, sind vielseitig einsetzbar und zudem noch sehr gesund. Die komplexen Kohlenhydrate sorgen dafür, dass das Sättigungsgefühl lange anhält.

Hafer, das unscheinbare Getreide, ist zur Arzneipflanze 2017 gekürt worden – und nicht nur, weil die zarten Flocken bei Magenverstimmung helfen.

Die Bandbreite der Heilanwendungen von Hafer ist riesig

Natürlich denkt jeder zuerst an Brot, Kekse und natürlich Flocken. Aber Avena sativa, so der botanische Name von Hafer, ist auch eine wirksame Heilpflanze! "Saathafer hat ein großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Sie reichen von der Behandlung der Haut, über Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Diabetes mellitus", weiß der Medizinhistoriker Dr. Johannes Gottfried Mayer, Leiter der Forschungsgruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg.

Die Wirkstoffe stecken im Kraut, seinem Korn und auch im Stroh. "Die Flavonoide des Haferkrauts hemmen Entzündungen, Saponine wirken immunmodulierend. Deshalb wird es erfolgreich bei trockener, sehr empfindlicher Haut mit Neigung zu Ekzemen und allergischen Reaktionen eingesetzt."

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Also z. B. bei Neurodermitis, Rötungen, Schuppenbildung oder starkem Juckreiz. "Haferkrautextrakte können auch zur Behandlung von Wunden, empfindlicher Baby-, Altershaut, Rosacea und Psoriasis verwendet werden." Zudem beruhigen Haferkrautextrakte bei Stress und Hektik, verbessern Konzentration und Lernfähigkeit.

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Natürlicher Cholesterinsenker und Hautfreund

Und die Erfolgsstory geht weiter: Das Haferkorn liefert neben viel Vitamin B1 und B6 reichlich Ballaststoffe. "Besonders wirksam sind die Beta-Glucane, die etwa die Hälfte des Ballaststoffgehalts ausmachen", so Dr. Mayer. "100 Gramm Haferflocken enthalten etwa 4,5 Gramm Beta-Glucane, Haferkleie sogar über 8 Gramm pro 100 Gramm."

Sie haben eine Reihe von positiven Effekten auf Verdauungstrakt und Stoffwechsel. Die beiden wichtigsten: Sie senken den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. "Das schaffen die Beta-Glucane vermutlich dadurch, dass sie die Gallensäuren binden. Gesamt-Cholesterinspiegel und der des schädlichen LDL-Blutfetts sinken. Das schützt die Gefäße vor gefährlichen Ablagerungen."

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Die heilsamen Hafer-Ballaststoffe verzögern aber auch die Aufnahme von Nährstoffen ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Essen nicht mehr so schnell und stark an, die Bauchspeicheldrüse muss weniger Insulin ausschütten. "Bereits vor 100 Jahren wurden Patienten mit einem Diabetes Typ 2, also Alters-Diabetes, deshalb Hafertage verordnet", weiß Dr. Johannes Mayer. "Die Ärzte ahnten damals schon, was eine neuere Studie am Diabetologikum in Berlin ergeben hat: Nach nur zwei Hafertagen kann die Insulingabe bei Patienten mit hohem Insulinbedarf um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Der Effekt hält bis zu vier Wochen an."

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Sein Tipp: Jeden Monat mindestens einen Hafertag z. B. mit Porridge (Rezept siehe unten) oder Saft (Reformhaus) einlegen. Auch der Verdauung schmeckt Hafer. Denn seine Ballaststoffe schützen die Darmwand vor äußeren Reizen, fördern eine regelmäßige Verdauung und beruhigen einen empfindlichen Magen. Haferstroh schließlich ist mit seinen reichhaltigen Pflanzenwirkstoffen ein idealer Badezusatz, der bei Hautverletzungen und Juckreiz hilft.

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Rezepte für die Hausapotheke

Haferstroh-Bad

Hilft bei Schlafproblemen, Stress, Neurodermitis und rheumatischen Gelenkerkrankungen.

  • 100 g Haferstroh (Apotheke) in 2 l Wasser aufkochen. 20 Minuten ziehen lassen, abseihen.
  • Ins 38 Grad warme Vollbad geben, in 12 Achterschleifen untermischen. 20 Minuten darin entspannen.
  • Wichtig: Neurodermitiker sollten maximal 10 Minuten und nicht zu heiß baden! Für Neurodermitis-Kinder nur 50 g Haferstroh. Eine Alternative für Eilige: Hafercreme oder -salbe aus der Apotheke.

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Porridge

Hilft bei erhöhtem Cholesterin- und Blutzuckerspiegel.

Zutaten:

  • ¼ Tasse (25 g) kernige Haferflocken
  • ¼ Tasse (25 g) Hafermehl oder blütenzarte Haferflocken
  • 100 ml Vollmilch
  • 200 ml Wasser
  • 1 größere Prise Salz
  • Zum Süßen: Feigen-, Ahorn-Sirup oder Manuka-Honig

Zubereitung

  • Haferflocken mischen, in Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze erwärmen, bis ein leichter Getreideduft aufsteigt.

  • Flocken, Milch und Wasser im Topf langsam zum Kochen bringen, stetig umrühren.

  • 10 Minuten köcheln lassen, nach 5 Minuten Salz zufügen.

  • Topf vom Herd nehmen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

  • Nach Geschmack süßen, kurz vor dem Servieren 2 EL kalte Milch darübergeben.

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Haferkraut-Tee

Hilft bei Erschöpfung, Nervosität, Schlaflosigkeit und Angst.

  • 1 gehäuften EL Haferkraut (Apotheke) in 250 ml kochendes Wasser geben.

  • 20 Minuten köcheln lassen, abseihen.

  • 2 bis 3 Tassen täglich, kann auch kalt getrunken werden.

Haferkraut-Tee-Kombi

Zum Entwässern, Ausleiten von Stoffwechselprodukten bei Rheuma und Gicht.

  • 7 EL Haferkraut mit 1 EL Brennnesselblättern (beide in der Apotheke) mischen.

  • Davon 1 gehäuften EL in 250 ml siedendes Wasser geben, 10 Minuten köcheln lassen, abseihen.

  • 3 bis 6 Tassen täglich.

Siehe auch: Haferflocken

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