14.10.2016

Gesund durch den Herbst Mit diesen Heilpflanzen bleiben Sie bei jedem Wetter fit

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Mit dem Herbst kommt auch die Erkältungszeit. Doch statt Vitaminpräparate aus der Drogerie zu kaufen, hilft beispielsweise auch Thymian-Tee.

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Mit dem Herbst kommt auch die Erkältungszeit. Doch statt Vitaminpräparate aus der Drogerie zu kaufen, hilft beispielsweise auch Thymian-Tee.

Im Herbst steigt mit Wind, Regen und nasskaltem Wetter das Erkältungsrisiko. Doch gegen Husten und Schnupfen ist ein Kraut gewachsen.

Die Tage werden immer kürzer und auch wenn sich ab und zu noch noch die Sonne blicken lässt - der Herbst kommt mit riesengroßen Schritten und hat den Winter gleich mit im Schlepptau. Um dem Körper bei der Umstellung auf die kalte Jahreszeit zu helfen, empfiehlt sich tägliche Bewegung an der frischen Luft. Ein Waldspaziergang wirkt da Wunder. Und die Natur hat es so eingerichtet, dass Vitaminbomben und Elixier gegen Erkältung jetzt am Wegesrand wachsen.

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Hagebutten sind wahre Vitaminbomben

Viele kennen Hagebutten noch aus ihrer Kindheit, gern wurden die Kerne aus dem Inneren der roten Beeren für Juckpulver genutzt. Doch dieses Pulver hat auch eine stark entzündungshemmende Wirkung und kann die Beweglichkeit von Arthrose-Patienten verbessern und ihre krankheitstypischen Gelenkschmerzen lindern. Der aus der getrockneten und entkernten Frucht gewonnene vitaminreiche Aufguss ist nicht nur geeignet um Infektionen vorzubeugen, sondern auch ein sehr gutes Mittel gegen eine aufkommende Erkältung.

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Hagebutten sind aber generell wahre Gesundheits-Allrounder: Sie wehren Infektionen ab, bringen die Verdauung wieder in Schwung (sowohl Verstopfung als auch Durchfall), helfen bei Magenkrämpfen oder Übelkeit, wirken harntreibend (gut bei Nierenleiden) und eignen sich im Frühjahr hervorragend zur Entschlackungskur.
Hagebutten sollten ab September bis nach dem ersten Frost im November geerntet werden.

Holunder ist ein wahres Powerpaket

Ein tägliches Glas Holunderbeerensaft enthält neben Vitamin C, auch Vitamin B, Anthozyane (Pflanzenfarbstoffe, die als Radikalfänger wirken) und Mineralstoffe. Alles zusammen ein Powerpaket, dass Sie gestärkt durch den nasskalten Winter bringt. Kündigt sich die Erkältung schon mit Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen an, trinken Sie ein großes Glas Holundersaft abends so heiß wie möglich und gehen direkt anschließend ins Bett. Am nächsten Morgen sind Sie ein neuer Mensch.

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Die Holunderbüsche gedeihen an Feldrändern, Sie finden die Wunderfrüchte garantiert bei Ihrem Waldspaziergang. Achtung: Die Holunderbeeren dürfen nicht roh verzehrt werden, da diese giftige Glycoside enthalten, die Durchfall und Übelkeit auslösen können.
Holunder erntet man ebenfalls ab Ende September.

Sanddorn gegen Vitaminmangel und bei Erkältungen

Der ursprünglich aus Nepal kommende Sanddorn wächst bei uns mittlerweile auf Dünen am Meer oder im Gebirge. Er blüht im April, doch die orangefarbenen Beeren, die hauptsächlich verwendet werden, reifen erst zwischen August und Dezember. Vor allen Dingen hilft Sanddorn gegen Vitaminmangel und bei Erkältungen. Die Beeren enthalten viel Vitamin C, Vitamin B, Vitamin E und Beta-Carotin. Aus den Früchten kann Tee, Saft, Marmelade aber auch wohlschmeckender und sehr zu empfehlender Likör hergestellt werden.
Sanddorn sollte noch vor dem ersten Frost geerntet werden.

Leckeres Kompott aus Beeren der Eberesche

Auch die roten Beeren der Eberesche enthalten viel Vitamin C, außerdem Carotinoide, Sorbinsäure, Apfel- und Zitronensäure, Pektin und Sorbit (Zuckeraustauschstoff). Allerdings sollte man die Beeren kochen, denn roh können sie in größeren Mengen zu Brechreiz führen. Die Bitter- und Gerbstoffe der Eberesche helfen bei Problemen des Verdauungssystems, insbesondere der Galle. Außerdem hilft der erhitzte und gepresste Saft zusammen mit Honig gegen Bronchitis.
Die Beeren sollte man vor dem ersten Frost ernten, kann sie aber einfrieren.

Mit Thymian ohne Husten durch den Herbst

Thymian galt schon bei den alten Griechen als Heilmittel gegen Husten und andere Erkrankungen der Atemwege. Auch Hildegard von Bingen empfahl das Heilkraut bei Keuchhusten und Asthma. Für reinen Thymian-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Thymiankraut mit einem viertel Liter kochendem Wasser, lässt den Aufguss zehn Minuten ziehen und süßt das Ganze mit einem Löffel Honig. Außerdem enthält das Kraut noch Gerbstoffe und Penolcarbonsäuren. Diese wirken wachstumshemmend auf Pilze, Viren und Bakterien und helfen beispielsweise auch gegen Zahnfleischentzündungen.
Spätestens Ende August sollte Thymian geerntet werden, damit der Neuaustrieb nicht zu jung durch den Winter kommt.

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Beifuß - die Mutter aller Kräuter

Auf beinahe jedem Waldspaziergang findet man diese unscheinbare, aber so wertvolle Pflanze, die in früheren Jahrhunderten als die Mutter aller Heilpflanzen galt. Beifuß wird gegen zahlreiche Frauenbeschwerden und Verdauungsprobleme eingesetzt und galt von der Antike bis in die Neuzeit als das ultimative Mittel gegen Frauenkrankheiten.

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Und das ist kein Wunder, wenn man sich einmal näher die positiven Eigenschaften von Beifuß (lat. Artemisia vulgaris) ansieht: antibakteriell, beruhigend, desinfizierend, krampflösend, entspannend etc. Beifuß hilft bei Schlafstörungen und soll sogar Flugangst mindern. Zur Weihnachtszeit wird Beifuß als Würzkraut für den Festtagsbraten genutzt, da es besonders kräftige und fette Speisen sofort bekömmlicher macht.
Beifuß wächst immer und kann ganzjährig geerntet werden.

Hätten Sie das gewusst?

  • Schlechte Nachrichten für Spätaufsteher: Wurzelkräuter werden vor allem vor Sonnenaufgang geerntet.
  • Ein wenig später, aber unbedingt noch am Vormittag, sollte man Rindenkräuter ernten.
  • Die Wirkstoffe bei Blattkräutern haben um die Mittagszeit ihre höchste Konzentration. Auch Samenkräuter sammelt man am besten in dieser Zeit.
  • Der frühe Nachmittag eignet sich für das Sammeln von Früchten.

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