18.04.2016 - 12:04

Wissen Natürliche Heilmittel: Auch bei Wehen ein guter Weg

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Redaktion

Foto: ©iStock / mediaphotos

Lesen Sie mehr zu Wehen und wie Sie mithilfe von natürlichen Heilmitteln vorzeitige Wehen verzögern, Wehen fördern oder Wehenschmerzen mindern.

Die Schwangerschaft ist eine spannende Zeit, bei der der weibliche Körper viele Veränderungen erfährt. Gegen Ende der Schwangerschaft, etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche (SSW), können die Wehen einsetzen. Unter den Wehen versteht man die stoßartige Kontraktion der Gebärmutter, die dazu dient, das Kind zunächst in den Geburtskanal zu schieben und schließlich aus der Scheide zu pressen.

Wodurch entstehen die Schmerzen bei den Wehen?

Die Schmerzen bei den Wehen entstehen durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur und das Öffnen des Muttermundes. In der Regel nimmt der Wehenschmerz mit dem zunehmenden Fortschreiten der Geburt zu. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Ausprägungen der Wehen: Ab der 30. SSW können die sog. 'Übungswehen' einsetzen, bei der sich die Gebärmutter auf die tatsächliche Geburt vorbereitet.

Ein seitliches Ziehen am Bauch sowie ein kurzzeitiges Verhärten des gesamten Bauches sollten Sie nicht beunruhigen. Die 'Senkwehen' oder 'Vorwehen' treten in unregelmäßigen Abständen auf und haben zum Ziel, das Ungeborene tiefer ins Becken zu drücken. Sie machen sich durch ein Absenken des Bauches und ziehende Rückenschmerzen bemerkbar.

Die 'echten' Wehen, die die Geburt des Kindes einleiten, lassen sich durch einige Merkmale identifizieren: Wenn die Kontraktionen regelmäßig erfolgen und die Abstände zwischen ihnen abnehmen, handelt es sich zumeist um die 'richtigen' Wehen. Weitere Eigenschaften der Wehen sind die Zunahme des Schmerzes und eine Kontraktionsdauer zwischen 30 und 60 Sekunden.

Man unterscheidet in der akuten Wehenphase zwischen den 'Eröffnungs'-, 'Austreibungs'-, 'Press'- und 'Nachgeburtswehen'. Wehen, die vor der 36. SSW einsetzen, werden als 'frühzeitige Wehen' bezeichnet, die eine Frühgeburt zur Folge haben können.

Die Möglichkeiten natürlicher Heilmittel

Auch wenn natürliche Heilmittel zumeist unbedenklich erscheinen, sollten Sie die Anwendung unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme absprechen, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden. Um die Wehen voranzutreiben, beispielsweise wenn der Geburtstermin schon überfällig ist, gibt es verschiedene natürliche Methoden.

Sex gilt als Wehenförderer, da in der männlichen Samenflüssigkeit Prostaglandine enthalten sind, die als Kontraktionsmittel fungieren und das Einsetzen der Wehen vorantreiben. Weitere Möglichkeiten zur Wehenstimulation sind ein warmes Bad oder Aromatherapien, die zumeist von Hebammen durchgeführt werden. Nelken, Inger, Zimt oder Eisenkraut haben sich hierbei besonders bewährt.

Auch homöopathische Mittel, wie Pusatilla (D6) und Gelsemium (D4), werden oftmals angewandt, um das Einsetzen der Wehen voranzutreiben. Ein weiterer natürlicher Weg zur Einleitung der Wehen ist ein Einlauf. Die verstärken Darmbewegungen, die durch die Entleerung des Darms erfolgen, regen die Geburtswehen zusätzlich an.

Natürliche Heilmittel können aber ebenfalls angewendet werden, um die Wehen zu verzögern. Holen Sie sich bei vorzeitigen Wehen aber unbedingt ärztlichen Rat. Um Wehen zu retardieren sollten Sie sich schonen und physische sowie psychische Anstrengungen weitestgehend vermeiden. Verzichten Sie auch auf Sex, der stimulierend auf die Wehen wirken kann.

Krampfhemmend sind Tees aus Melissenblättern, Thymian und Baldrianwurzel. Gleichermaßen hat sich Magnesium, beispielsweise in Bananen enthalten, gegen Krämpfe bewiesen. Um die Wehenschmerzen zu lindern gibt es zudem natürliche Wege, die vielmals zuverlässig helfen. Besonders wichtig ist hierbei die Atmung, wobei der Fokus insbesondere auf die konzentrierte Ausatmung gelegt werden sollte.

Die Anwendung der Atemtechniken, die im Geburtsvorbereitungskurs vermittelt wurden, ist ein verlässlicher Helfer. Auch Wärme mindert die Schmerzen der Wehen. Ein Dinkel- oder Kirschkernkissen am unteren Rücken wirkt beruhigend und entspannend.

Sofern Sie Körperkontakt wünschen, kann außerdem eine Massage hervorragende Dienste tun: Sie wirkt beruhigend, entspannt und mindert somit die Geburtsschmerzen. Vertrauen Sie auch in der Schwangerschaft bzw. während der Geburt auf bewährte 'Hausmittel': Natürliche Heilmittel ersetzen die Schulmedizin nicht, sie tragen aber dazu bei, auf natürlichem und körperbewusstem Wege die Geburt zu erleben.

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