Aktualisiert: 03.11.2020 - 12:32

Bei Krampf und Co Diese Hausmittel gegen Wadenschmerzen helfen!

Wadenschmerzen kommen oft von Über- oder Unterbelastung,  aber auch ein ungleichmäßiger  Elektrolythaushalt kann die Ursache sein.

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Wadenschmerzen kommen oft von Über- oder Unterbelastung, aber auch ein ungleichmäßiger Elektrolythaushalt kann die Ursache sein.

Wadenschmerzen können aufgrund ganz unterschiedlicher Ursachen auftreten. Natürliche Heilmittel helfen bei der Ursachenbekämpfung und Linderung. Manchmal versagen sie aber auch. Wir geben einen Überblick

Wadenschmerzen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ein leichtes Ziehen, ähnlich einem Muskelkater, ist ebenso möglich wie ein bohrender Schmerz oder gar länger andauernde Krämpfe, die in starkem Unwohlsein resultieren und sogar regelmäßig die Nachtruhe stören können.

Wadenschmerzen: Wadenkrämpfe rühren meist von Nährstoffmangel

Meistens sind die Ursachen für Schmerzen, insbesondere Krämpfe in den Waden in den Muskeln zu finden, wobei sowohl eine Unter- als auch eine Überbelastung der Grund sein können. Es kann sich aber auch um Wadenkrämpfe handeln, die auf ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt hinweisen. Fehlt es an Magnesium, Kalzium, Kalium und Natrium, gibt es Probleme in der Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln, was unweigerlich zu Krämpfen führt.

Durchblutungsstörungen, Entzündungen in den Venen oder Krampfadern sind ebenfalls als potentieller Auslöser nicht auszuschließen. Und dann gibt es noch mögliche ernsthafte Krankheiten, die in Frage kommen: Durchblutungsstörungen aufgrund verstopfter Blutgefäße, Schilddrüsen-Probleme, Darmerkrankungen, Nierenschwäche oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse können ebenfalls schuld sein an schmerzenden Waden.

Ebenfalls häufig gerade von Wadenkrämpfen und anhaltenden Wadenschmerzen betroffen sind Diabetiker, denn bei zu hohen Blutzuckerwerten filtern die Nieren den Zucker aus dem Blut und müssen ihn über den Urin ausscheiden. Es kommt zu häufigem Urinieren, bei dem auch wichtige Mineralstoffe ausgeschieden werden – und so entsteht auch hier ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt. Ein großer Durst kommt als Symptom dazu. Zudem sind Patienten mit Diabetes mellitus oft von Durchblutungsstörungen betroffen. Dann kommen zu wenig Sauerstoff und andere Nährstoffe in den Beinmuskeln an. Die Nerven werden geschädigt und Krämpfe entstehen.

Häufige Wadenschmerzen? Ab zum Arzt

Treten Wadenschmerzen häufiger auf, sollten Sie sich bei einem Mediziner immer Rat und Diagnose holen. Das ist vor allem der Fall, wenn:

  • die Schmerzen immer wieder auftreten,
  • sie dabei auch über einen längeren Zeitraum anhalten,
  • wenn sie bei bestimmten Bewegungen auftreten (dann könnte etwa ein bestimmter Muskelteil geschädigt sein),
  • die Schmerzen nachts auftreten, so dass der Schlaf gestört wird,
  • Dehnübungen keine Abhilfe schaffen,
  • wenn Rückenschmerzen dazukommen (dann könnten ein Bandscheibenvorfall oder andere Erkrankungen der Wirbelsäule der Grund sein),
  • die Beine oder Füße auch geschwollen sind und
  • wenn Taubheitsgefühl sowie Lähmungserscheinungen dazukommen. Dazu gehören auch Kribbeln oder andere Missempfindungen.

Wichtig: Bei Taubheitsgefühl, Lähmungen und anderen Missempfindungen bitte sofort einen Notarzt kontaktieren!

Muskelschmerzen im Bein müssen sich auch nicht nur auf die Waden beschränken. Die Ursachen können durchaus gefährlich sein. Und auch Muskelschmerzen im Oberschenkel haben teilweise wieder andere Ursachen.

Übrigens: Nach Krämpfen kann im Nachgang eine Art Muskelkater auftreten. Der Muskel wurde beim Krampf stark belastet, ähnlich wie beim Sport. Anhaltende Schmerzen im Muskelkaterbereich sind daher für ein, zwei Tage normal.

Welche Hausmittel helfen?

Sollten die Schmerzen nur akut auftreten, können auch natürliche Hausmittel Linderung versprechen. Die kommen in aller Regel ohne Nebenwirkungen aus. Insbesondere bei Überbelastungen, zum Beispiel durch Sport oder eine anderweitig längere Belastung der Beine, helfen natürliche Heilmittel. Diese können die Wadenschmerzen nicht nur schon im Vorfeld unterbinden, sondern sie bei auftretenden Symptomen auch lindern.

  • Nach dem Sport oder intensiver körperlicher Anstrengung sollten Sie Ihren Muskeln ausreichend Magnesium zuführen, um die Regeneration zu begünstigen und unangenehme Krämpfe und Zerrungen zu verhindern.
  • Auch isotonische Getränke, die sogar von Leistungssportlern genutzt werden, sind eine echte Hilfe.
  • Vor dem Sport sollten Sie sich, besonders wenn Sie bereits zu Wadenschmerzen neigen, immer entsprechend dehnen und aufwärmen. So werden spontane Überbelastungen der Muskeln in den Waden verhindert.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport, gewöhnen sich die Muskeln an Belastung. Aber fangen Sie langsam an und steigern Sie die Intensität sukzessive.
  • Vermeiden Sie durchblutungsstörende Genussmittel, etwa Alkohol und Nikotin.

Rühren die Schmerzen in der Wadenmuskulatur aber von einer Unterbelastung oder etwa falscher Haltung, können Haltungsübungen helfen. Hier ist dann ein Physiotherapeut der erste Ansprechpartner.

Spontane Krämpfe lösen

Zeigen sich die Wadenschmerzen bei Ihnen besonders häufig in spontanen Krämpfen, können Sie diese durch kurzfristige Belastung der Muskeln angehen. Indem Sie Ihr Gewicht für einige Sekunden auf das Bein mit dem Krampf verlagern, reagiert die Muskulatur, was dem Krampf der Muskeln normalerweise sofort entgegenwirkt.

Oder Sie setzen sich aufrecht hin und schlackern kräftig mit den Beinen. Das lockert die Muskulatur. Zudem können Sie die Beine ausstrecken und die Zehen vorsichtig Richtung Körper ziehen. Dabei können Sie auch langsam Ihren Oberkörper Richtung Zehen vorbeugen. Führen Sie diese Übung aber nur aus, bis es ein bisschen zieht. Bei zu starken Schmerzen sollten Sie die Übung abbrechen.

Auch einige Tropfen von ätherischem Lavendelöl, gepaart mit etwas kaltgepresstem Öl, sind durchaus hilfreich. Diese Mixtur können Sie sich auf die Wade einmassieren oder sie für nasse Umschläge auf den Waden nutzen. Ähnlich hilfreich, auch bei Muskelkater, ist Tigerbalm, den Sie auf die betroffenen Stellen auftragen und einmassieren. Sogar ein warmer Tee, beispielsweise Kamille, Salbei oder Rosmarin, kann Linderung versprechen, da er für Entspannung sorgt, die sich sogar in der Wadenmuskulatur positiv bemerkbar macht. Die Durchblutung lässt sich mit Kneipp-Anwendungen oder Wechselduschen fördern.

Bei akuten Muskelverletzungen nach dem Sport

Sind die Muskeln durch Überbelastung verletzt oder liegt eine Zerrung oder Prellung vor, sollte die Wade geschont werden. Hilfreich ist auch die sogenannte "PECH-Methode". Dabei steht P für Pause, E für Eis, C für Compression und H für Hochlagern. Auf eine solche Verletzung sollte aber immer eine Ärztin oder ein Arzt schauen.

Schmerzen kommen oft von falscher Ernährung

Eine weitere Ursache von Wadenschmerzen könnte eine Art Übersäuerung sein, die sich unter anderem in den Waden niederschlagen kann. Eine falsche Ernährung beeinflusst außerdem den Mineralstoffhaushalt. Durch eine bewusste Ernährung und gegebenenfalls eine komplette Ernährungsumstellung können Sie den Problemen entgegenwirken.

Besonders frisches Gemüse und Obst, die Klassiker für eine gesunde Ernährung, helfen dabei, den Körper wieder auf Vordermann zu bringen. Achten Sie bei wiederkehrenden Problemen mit Wadenkrämpfen auch auf eine regelmäßige Magnesium-Zufuhr! Sprechen Sie Supplementierungen aber bitte ärztlich ab.

Diese Heilmittel helfen speziell bei Venenleiden

Neben Überbelastungen und einem schlechten Säure-Basen-Verhältnis im Körper sind Venenleiden eine weitere häufige Ursache für Wadenschmerzen. Vermuten Sie hinter häufig auftretenden Schmerzen ein Venenleiden, sollte dieses in jedem Fall durch einen Mediziner behandelt werden. Ergänzend hierzu, oder noch vor dem Arzttermin, können Sie aber auch selbst tätig werden.

Die Rosskastanie wird bei Erkrankungen der Venen häufig in natürlichen Heilmitteln angewandt, da sie sowohl Linderung verspricht als auch präventiv wirkt. Steinklee ist ein weiterer Geheimtipp. Das Kraut hat eine antithrombotische Wirkung, begünstigt die Durchblutung und wirkt abschwellend – all das kommt den Venen zu Gute.

Beinwell besitzt ähnliche Eigenschaften und kommt sowohl in Salben als auch in Tee zum Einsatz. Jedoch ist hier ebenfalls zu beachten, dass die wirkungsvollen Kräuter nicht für eine Langzeittherapie geeignet sind. Kühle Umschläge und klassische Wadenwickel, mitunter mit etwas Quark, eignen sich aber auch für eine längere Behandlung.

Nach Anpassung können auch spezielle Strümpfe notwendig werden. Kompressionsstrümpfe anziehen will gelernt sein! Wie Sie Krampfadern entfernen, also veröden, verkleben oder ziehen lassen können, verraten wir Ihnen auch.

Weitere Verfahren der Naturheilkunde sowie lindernde Naturheilmittel finden Sie auf unserer Themenseite.

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