26.09.2018

Symptome lindern Wetterfühligkeit ist keine Einbildung: Ursachen & Behandlung

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Wetterfühligkeit ist eine Tatsache und keine Einbildung. Erfahren Sie mehr über Symptome und was Sie dagegen tun können.

Foto: iStock/Peter Zelei

Wetterfühligkeit ist eine Tatsache und keine Einbildung. Erfahren Sie mehr über Symptome und was Sie dagegen tun können.

Gestern 15 Grad und Regen, heute Sonnenschein bei 25 Grad. Rund 54 Prozent der Deutschen glauben, dass abrupte Wechsel von Tief-und Hochdruckgebieten an ihren Beschwerden Schuld sind. Und das lässt sich biologisch auch erklären. Erfahren Sie mehr über die Ursachen von Wetterfühligkeit und erhalten Sie Tipps zur Selbsthilfe.

Regen oder Sonne, Hitze oder Kälte – unser Körper reagiert auf das Wetter. Der Organismus passt sich ständig an. Das passiert unbewusst, wir merken normalerweise nichts davon. Bei hoher Luftfeuchtigkeit, extremen Temperaturschwankungen oder niedrigem Luftdruck kommt der Körper jedoch oft nicht mit. Kopf und Gelenke schmerzen, der Kreislauf spielt verrückt. Jeder zweite Deutsche leidet laut Umfragen unter Wetterfühligkeit – Frauen mehr als Männer, Ältere mehr als Jüngere.

Wetterfühligkeit oder -empfindlichkeit?

Experten unterscheiden wetterfühlige und wetterempfindliche Menschen:

  • Als wetterfühlig gelten gesunde Menschen, die auf Wetterumschwünge mit spürbaren Symptomen wie Müdigkeit, Kopfdruck oder Konzentrationsschwäche reagieren.
  • Wetterempfindliche Menschen bringen eine chronische Grunderkrankung mit, die durch den Wetterwechsel dann noch verstärkt wird. Das gilt vor allem für Rheumatiker, Patienten mit Asthma und auch Arthrose. Die Symptome der Betroffenen verschlimmern sich: Je schneller das Wetter wechselt, desto heftiger sind die Auswirkungen.

Wetterfühligkeit ist keine Einbildung

Wetterfühligkeit wird noch immer häufig als Mythos abgetan. Dabei lassen sich die Vorgänge im Körper genau erklären: Wird es z. B. plötzlich warm, weitet der Körper die Gefäße und der Blutdruck sinkt. Bei Menschen mit sowieso schon niedrigem Blutdruck kann das dann zu Schwindel führen. Starkes Schwitzen belastet den Kreislauf und das Herz zusätzlich. An kalten Tagen verengen sich die Gefäße, der Herzmuskel wird schlechter durchblutet und der Blutdruck steigt.

Auch Studien der Ludwig-Maximilians-Universität München bestätigen: Wetterfühligkeit ist eine Reaktion des Körpers auf Temperatur- und Feuchtigkeitsveränderungen. Die Regulation seiner Betriebstemperatur kommt durcheinander, auch die von vegetativem Nervensystem und Hormonhaushalt.

Speziell sind noch einmal Kopfschmerzen bei verschiedenem Wetter. Entdecken Sie auch diese Tipps gegen Wetter-Kopfschmerz.

Was tun bei Wetterfühligkeit? Abhärtung des Körpers ist die beste Vorbeugung

Dass wir auf Wetterwechsel mit Beschwerden reagieren, ist eine Folge unseres Lebens in klimatisierten Räumen. Der Körper ist es nicht mehr gewöhnt, sich schnell an äußere Veränderungen anzupassen. Gesunde Erwachsene können der Wetterfühligkeit vorbeugen, indem sie sich abhärten und bei jedem Wetter zum Spazieren oder Joggen an die frische Luft gehen. So lernt der Organismus wieder, Temperaturwechsel auszugleichen.

Damit der Körper optimal trainiert wird, sollte man sich so anziehen, dass man nicht friert, aber trotzdem kühle Luft an die Haut kommt. Das regt die Wärmeregulation an. Ähnlich wirken auch Kneipp-Anwendungen, Saunagänge und Wechselduschen. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Denn die kalt-warmen Wechsel sind nicht für jeden geeignet.

Unser Rezept für einen klaren Kopf: Duschkopf abschrauben. Kaltwasserstrahl langsam von der rechten Schläfe über die Stirn nach links und wieder zurück führen, dann mit zehn Längsstrichen zwischen Stirn und Kinn hin und her. Jeweils die rechte und linke Gesichtshälfte 3-bis 4-mal umrunden. Den Guss von der Stirnmitte über die Nase zum Kinn beenden. Jeden Morgen. Der Kältereiz blockt Kopfweh-Signale zum Gehirn.

Entspannungstechniken können Wetterfühligkeitssymptome lindern

Urlaube an der See oder im Gebirge sind optimal für alle, die unter dem Wetter leiden. Denn dort lernt der Körper, sich mit klimatischen Reizen auseinanderzusetzen und besser darauf zu reagieren. Außerdem hilft es, im Alltag zwischen Ruhe und Aktivität zu wechseln und Entspannungstechniken wie Yoga zu lernen.

Auch die Natur bietet Hilfe: Weißdorn-Extrakt etwa (z. B. in Crataegutt, Apotheke) hält die Gefäße elastisch und jung, stärkt die Pumpkraft des Herzens und verbessert die Sauerstoffversorgung im Körper. Wetterschwankungen steckt der Organismus so viel leichter weg. Das pflanzliche Mittel ist außerdem gut verträglich. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Weitere bewährte Hausmittel bei Wetterfühligkeit:

  • Zitrus-Kaffee: Die Mischung von Espresso mit dem Saft einer halben Zitrone ist nicht besonders lecker, lindert aber Kopfschmerzen, weil sie die Durchblutung anregt.
  • Rosmarin: Das Küchenkraut hilft bei Kreislaufproblemen und bei niedrigem Blutdruck. Außerdem regen die Inhaltsstoffe die Durchblutung an. Einen Teelöffel Rosmarinnadeln mit 200 ml nicht mehr kochendem Wasser aufgießen. Zehn Minuten ziehen lassen und zweimal täglich trinken. Oder Sie geben einige Tropfen Rosmarinöl ins Entspannungsbad und atmen während des Entspannens tief durch.
  • Melissentee: Melisse schenkt innere Ruhe und ist seit Jahrhunderten ein Hausmittel gegen Anspannung, Übelkeit und Gereiztheit. Einen Teelöffel Melissenkraut mit einer Tasse heißem Wasser fünf Minuten lang ziehen lassen und dreimal täglich trinken.
  • Ingwerwasser: 3 cm einer ungeschälten Ingwerwurzel in dünne Scheiben schneiden, mit 1 Liter Wasser 10 Minuten köcheln lassen. Abseihen, über den Tag verteilt trinken. Die ätherischen Öle entspannen und erweitern feinste Gefäße in Gehirn und Innenohr.
  • In Senf baden: 250 g Senfmehl (Reformhaus) in einem Becher mit warmem Wasser glatt rühren, ins 38 Grad warme Vollbad geben. Nach dem ersten Brennen noch 1 Minute liegen bleiben, abduschen. Weckt die Lebensgeister.

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