Aktualisiert: 27.01.2021 - 09:12

Wenn der Körper reagiert Hausmittel gegen Haarausfall: Kann man Haarverlust natürlich heilen?

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Bis zu 100 Haare verlieren wir täglich – das ist ganz normal. Doch wenn Sie kahle Stellen entdecken oder die Haare spontan sehr ausdünnen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen – und diese Hausmittel gegen Haarausfall können auch nicht schaden.

Foto: Getty Images/triocean

Bis zu 100 Haare verlieren wir täglich – das ist ganz normal. Doch wenn Sie kahle Stellen entdecken oder die Haare spontan sehr ausdünnen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen – und diese Hausmittel gegen Haarausfall können auch nicht schaden.

Ob kreisrunder Haarausfall oder sich durchweg lichtendes Haar: Für viele Menschen ist Haarausfall eine psychische Belastung. Natürliche Mittel und überlieferte Heilmethoden können durchaus Abhilfe schaffen.

Bis zu einhundert Kopfhaare pro Tag verlieren wir – das ist ganz normal. Zunächst einmal ist dieser Verlust als normal einzustufen. Altes wird durch Neues ersetzt und bildet damit einen natürlichen Kreislauf. Wer sich etwa die Haare lange nicht kämmt, wird wahrscheinlich beim nächsten Bürsten jede Menge Haare bemerken. Grund zur Sorge besteht dabei noch nicht. Wird die Haardichte aber spontan spürbar dünner und reagiert die Kopfhaut plötzlich schmerzempfindlich, zeigt das, dass etwas im Organismus nicht in Ordnung ist. Der Haarausfall wird durch eine Störung innerhalb der Kopfhaut ausgelöst, die wiederum verschiedene Faktoren als Ursache haben kann.

Haarausfall belastet: Wenn Sie merken, dass Sie mehr Haare verlieren als sonst und sich kahle Stellen bilden, sollten Sie aufkeimende Panik aber vermeiden. Denn Hausmittel gegen Haarausfall gibt es einige. Der Haarverlust lässt sich in vielen Fällen mit natürlichen Mitteln heilen.

Hausmittel gegen Haarausfall: Was ist dran?

Bei einigen Menschen ist Haarausfall auch erblich bedingt und betrifft konkrete Kopfbereiche, wie beispielsweise die typischen Geheimratsecken. Aber auch Störungen der Leber, der Schilddrüse oder Infektionskrankheiten können das Gleichgewicht Ihres Körpers beeinflussen und dafür sorgen, dass sich die Blutzusammensetzung ändert und damit bestimmte Werte erhöht oder gesenkt werden. Auf diese Weise werden die Zellen der Kopfhaut nicht ausreichend versorgt. Vitaminmangel und fehlende Spurenelemente wie Eisen und Zink bewirken ebenfalls eine Unterversorgung der Zellen, die die Haarwurzeln normalerweise fest einschließen sollen.

Hausmittel gegen Haarausfall können Sie daher gut mit in die Ernährung integrieren: Eisen- und Zink-haltiges Essen sowie ausreichend Obst sind schon die halbe Miete.

Gegen viele Ursachen können natürliche Mittel helfen. Erst einmal sollten Sie jedoch bei starkem Haarausfall ärztlichen Rat einholen. Erste Anlaufstelle ist hier die Hausärztin/der Hausarzt, um ernsthafte körperliche Probleme ausschließen zu können.

Haarausfall kann auch psychische Gründe haben

Da die Kopfhaut unmittelbar mit dem Blutkreislauf in Kontakt steht, lässt sich anhand des Zustandes der Haare eine Aussage über die Gesamtversorgung des Körpers treffen. Giftstoffe im Körper wie Nikotin, Zahnfüllungen oder dauerhaft zu nehmende Medikamente geben ihre Bestandteile ebenfalls in die Blutbahn ab, die im Kopfbereich direkt unter der Kopfhaut liegt und belastende Substanzen ins Gewebe abgeben kann.

Haarausfall kann aber auch durch anhaltende und auch schwere seelische Belastungen ausgelöst werden. Heftige Emotionen wie Angst, Stress, Wut oder Unsicherheiten sorgen dafür, dass vom Gehirn Botenstoffe freigesetzt werden, die die Zusammensetzung des Blutes verändern. Halten diese Zustände langfristig an, verliert die Kopfhaut durch unzureichende Zellversorgung ihre Fähigkeit, die Haarwurzeln festzuhalten – es kommt zum Haarverlust.

Suchen Sie sich am besten einen Ausgleich gegen den Stress. Ein bisschen Wellness für Zuhause kann Wunder wirken. Aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft tun dem Körper gut.

Im Herbst und Winter aber ist ein etwas stärkerer Haarausfall tatsächlich normal – jedenfalls bis zu einem gewissen Grad.

Haarausfall – erste Hilfe aus der Natur

Lichtet sich das Haar oder bilden sich kahle Stellen auf dem Kopf, sollten Sie Ruhe bewahren. Wie erwähnt, machen Sie sich einen Arzttermin. Aber auch Zuhause kann schon einiges getan werden: Reduzieren Sie das Waschen, um die Haare nicht zusätzlich zu belasten. Ersetzen Sie Haargummis durch Spangen, da die Haare durch das Zusammenziehen mechanisch beansprucht werden. Bürsten sollten Sie so wenig wie möglich, auch der Föhn sollte im Schrank bleiben. Lufttrocknen strapaziert die Haare und auch die Haarwurzeln weit weniger.

Achten Sie auf Ihre Ernährung und lassen Sie Zuckerhaltiges weg. Übermäßiger Kaffee- und Alkoholgenuss sollte ebenfalls umgehend reduziert werden. Stattdessen sind vitaminreiche und eisenhaltige Nahrungsmittel zu empfehlen. Ihr Körper muss sich wieder in ein Gleichgewicht einpendeln, und dazu gehört eine gesunde Ernährung, die das Blutbild positiv beeinflusst. Hier finden Sie 5 Nährstoffe für eine Wallemähne.

Pflanzliche Tinkturen können unterstützen

Tinkturen können ebenfalls als Hausmittel gegen Haarausfall unterstützen, da die Pflanzenstoffe die Durchblutung anregen und die Kopfhaut beruhigen. In der Apotheke erhalten Sie zum Beispiel getrocknete Brennesselblätter. Kochen Sie daraus einen hochkonzentrierten Tee und tragen Sie diese Flüssigkeit mehrmals täglich auf die Kopfhaut auf. Auf diese Weise lässt eventuelles Brennen der Haut nach, entzündliche Stellen klingen ab. Im Reformhaus erhalten Sie außerdem Kieselerde, mit der Sie den Neubildungsprozess der Haare unterstützen können.

Shiatsu und Akupunktur als Heilmethode gegen Haarausfall

Sofortige Hilfe versprechen auch Heilmethoden wie Shiatsu und Akupunktur. Auch, wenn deren Wirkung nicht gänzlich wissenschaftlich bewiesen ist, gibt es zumindest viele, die von positiven Effekten berichten. Schaden können Ihnen diese Behandlungen nicht – und im schlimmsten Fall tut die kleine Alltags-Auszeit während der Behandlung gut. Aber auch zu Hause lässt sich ein ganz bestimmter Griff anwenden. Das sogenannte "Japanische Heilströmen" bietet dabei einen Handgriff und eine Körperhaltung, die auf das Nerven- und Gefäßsystem wirken und in vielen Fällen sofortige Linderung bringen.

  • Dazu setzen Sie sich aufrecht hin, umfassen mit der rechten Hand Ihren linken Zeigefinger und neigen gleichzeitig Ihren Kopf so weit es geht auf die linke Schulter.
  • Nach ungefähr drei Minuten verlagern Sie den Kopf diagonal nach vorne und halten ihn in dieser Position ebenfalls drei Minuten gesenkt.
  • Das Brennen der Kopfhaut wird verschwinden – nach wenigen Tagen werden Sie feststellen, dass immer weniger Haare ausfallen.
  • Wenden Sie diese Übung konsequent mehrmals täglich an, und Sie werden nach meist nur wenigen Wochen an den kahlen Stellen wieder neue Haarspitzen fühlen können.

Vorsicht: Bei Nackenproblemen oder sonstigen Bewegungseinschränkungen sollten Sie diese Übung nur nach Rücksprache mit ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt durchführen!

Wenn nichts dagegen spricht: Kombinieren Sie am besten diese Methoden – also alternative Heilmethoden sowie Hausmittel gegen Haarausfall. Dennoch sollten Sie wie gesagt immer einen Arzt aufsuchen, spätestens dann, wenn sich der Haarausfall nicht bessert.

Dass der Körper auf Stress und falsche Ernährung empfindlich reagieren kann, zeigt sich am Beispiel der Haare übrigens nicht nur mit Haarausfall. Auch graue Haare können durch verschiedene Einflüsse entstehen – sogar spontan.

Eine Studie der Stiftung Warentest hat untersucht: Was hilft wirklich gegen Haarausfall?

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