11.12.2018

Feuer in der Speiseröhre Sodbrennen: Mögliche Ursachen und schnelle Hausmittel

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Brennende, stechende Schmerzen sind typisch, wenn Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt. Umgangssprachlich Sodbrennen genannt – Mediziner sprechen von Reflux.

Foto: iStock/monkeybusinessimages

Brennende, stechende Schmerzen sind typisch, wenn Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt. Umgangssprachlich Sodbrennen genannt – Mediziner sprechen von Reflux.

Sodbrennen ist keine Krankheit, kann aber gefährlich werden. Wir haben einige Tipps parat, damit Ihnen das Leben nicht "sauer aufstößt"!

Gerade haben Sie noch lecker gegessen, vielleicht mit einem süßen Nachtisch, da beginnt es in der Magengrube und hinter dem Brustbein zu drücken und zu schmerzen. Dazu gesellt sich ein lästiges Aufstoßen von Säure und Luft, mitunter begleitet von Übelkeit und Brechreiz. In der Medizin wird dann von Reflux gesprochen – im Volksmund von Sodbrennen. Ursachen und Hausmittel, die die Beschwerden lindern, erfahren Sie hier.

Sodbrennen und seine Ursachen

Nach Schätzungen der Gastro-Liga leidet etwa jeder Vierte, jeder Zehnte sogar täglich, an Sodbrennen, also einem Brennen in Speiseröhre und Rachen. Ausgelöst wird das meistens durch unsere Lebensweise.

Die Speiseröhre ist ein muskulöser Schlauch, der innerhalb kurzer Zeit den Speisebrei in den Magen transportiert. Dort wird die Nahrung durch Magensäure zersetzt. Normalerweise ohne Probleme, denn ein kleiner Muskel am Ende der Speiseröhre – der Ösophagussphinkter – verhindert, dass Säure aus dem Magen entweicht. Wenn der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen jedoch "schlappmacht", fließt Säure nach oben und verätzt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre. Aus diesem einfachen Grund tritt Sodbrennen häufig nachts auf. Dann nämlich liegen wir und der Rückfluss wird nicht durch die aufrechte Haltung gestoppt.

Die Auslöser für Sodbrennen sind vielfältig, umfassen unter anderem hastiges, fettiges oder zu spätes Essen. Auch Alkohol und Tabak spielen eine Rolle, genau wie Stress. Nicht umsonst sagt der Volksmund bei anhaltendem Ärger: "Das macht mich sauer."

Darüber hinaus kann der brennende Schmerz auf bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker) zurückgehen. Heute ist zudem bekannt, dass Übergewicht den Magenschließmuskel schwächt und Sodbrennen dadurch häufig chronisch wird.

Wie kann Sodbrennen behandelt werden

Es gibt in der Apotheke zahlreiche Medikamente gegen Sodbrennen und einen Teil der Ursachen, die rezeptfrei erhältlich sind. Drei Wirkstoffgruppen eignen sich zur Behandlung von Reflux – Antazida, Säurehemmer und Säureblocker:

  • Antazida neutralisieren die Magensäure und sind geeignet bei vorübergehendem Sodbrennen.
  • Die Säurehemmer drosseln die Säureproduktion im Magen, sie werden bei starkem und länger anhaltendem Sodbrennen empfohlen.
  • Säureblocker sollten erst zum Einsatz kommen, wenn Antazida oder Säurehemmer nicht geholfen haben. Sie drosseln die Säureproduktion im Magen und mindern dadurch die Schmerzen.

Ohne ärztlichen Rat sollten solche Mittel aber nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Andernfalls geraten Sie leicht in einen Teufelskreis. Wird nämlich ständig Säure durch Medikamente neutralisiert, produziert der Magen immer mehr davon und das Sodbrennen wird zum Dauerproblem. Besser ist es daher, sowohl bestimmte Lebensgewohnheiten als auch die Ernährung dauerhaft magenfreundlich umzustellen. Es gibt Fälle, in welchen Sie keine Säureblocker nehmen sollten.

10 schnelle Hausmittel bei Sodbrennen

Bevor Sie zu Medikamenten greifen (oder als zusätzliche Maßnahme), hat sich eine Reihe natürlicher Hausmittel zur Behandlung von Sodbrennen bewährt:

  1. Als Erste-Hilfe-Maßnahme: Viel Wasser trinken! Stilles Wasser wie Leitungswasser ist dazu am besten geeignet. Damit verdünnen Sie die Magensäure, die Verdauungsarbeit wird erleichtert.
  2. Ebenfalls hilfreich sind verschiedene Teesorten mit der Heilkraft der Natur. Kamille, Fenchel und Kümmel haben eine beruhigende Wirkung.
  3. Manche Ratgeber empfehlen Milch – wir raten hier zum Selbstversuch, denn Milch kann ganz verschiedene Reaktionen auslösen. Testen Sie die Wirkung mit einer geringen Menge. Wenn Sie jedoch wissen, dass Sie Milch generell nicht vertragen, weil Sie an einer Laktoseintoleranz leiden: Finger weg!
  4. Einige Lebensmittel können das Problem ebenso mindern. Essen Sie ein Stück trockenes Weißbrot. Kauen Sie gut und vertrauen Sie darauf, dass das Weißbrot überschüssige Magensäure bindet.
  5. Sehr gute Ergebnisse erzielen Sie mit Mandeln und Haselnüssen. Darin sind Stoffe enthalten, die sich günstig auf ein Zuviel an Magensäure auswirken. Wichtig ist, dass Sie die Nüsse sehr gut kauen – so lange, bis sich ein nahezu geschmackloser Brei bildet. Dann erst hinunterschlucken!
  6. Und noch ein Lebensmittel zeigt seine positiven Eigenschaften: Obstsäfte gelten zwar generell als potenzielle Sodbrennen-Ursache, die Birne als Gesamtfrucht bildet aber eine Ausnahme. Weniger günstig sind die oft empfohlenen Bananen: Mit ihrem hohen Gehalt an Fruchtzucker wirken sie sich eher gegenteilig aus.
  7. Damit das Gleichgewicht im Magen wiederhergestellt wird, können Sie einen Versuch mit Natron starten, das mit vollem Namen Natriumhydrogencarbonat heißt. Sie bekommen es in Apotheken, Drogerien und in der Backzutatenabteilung im Supermarkt. Bei Sodbrennen lösen Sie einen knappen Teelöffel Natronpulver in einem Glas Wasser auf und trinken das Gemisch langsam. Natron reagiert mit der Magensäure und beendet das störende Sodbrennen in den meisten Fällen schnell und zuverlässig. Nebenwirkungen treten nicht ein.
  8. Den gleichen Effekt erzielen Sie mit Heilerde. Heilerde gibt es als Pulver zum Auflösen in Wasser oder in Kapselform. Auch hier brauchen Sie keine Nebenwirkungen zu befürchten.
  9. Bei einigen hilft auch Kaugummi kauen, denn dadurch wird die Speichelproduktion angeregt und die Magensäure verdünnt.
  10. Auch eine mechanische Maßnahme kann Linderung bringen. Sorgen Sie vor dem Einschlafen dafür, dass Ihr Oberkörper höher liegt. Damit verhindern Sie den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.

Natron kann übrigens noch mehr als Sodbrennen bekämpfen:

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So beugen Sie Sodbrennen vor

Damit Sodbrennen erst gar nicht entsteht, können Sie aber auch gleich vorbeugen. Ein paar Tipps gilt es einzuhalten, damit sich der lästige Reflux verhindern lässt.

Durch Essen und Trinken: Damit Sodbrennen und seine Ursachen gar nicht erst entstehen, gibt's hier ein paar Tipps:

Die Ernährung bei Sodbrennen entscheidet darüber, wie es der Speiseröhre geht.

  • Finden Sie heraus, welche Lebensmittel der Auslöser für das Sodbrennen sind. Reduzieren oder meiden sie diese.
  • Essen Sie weniger saure Lebensmittel (z. B. Zitrusfrüchte, Tomaten, scharf gewürzte Speisen).
  • Ideal ist eine fettarme und eiweißreiche Kost.
  • Verzichten Sie zudem auf Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke, auf Zigaretten und Süßigkeiten.
  • Meiden Sie sehr kalte Speisen und Getränke.
  • Essen Sie regelmäßig zu festen Zeiten.

Schlafen:

  • Essen Sie spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Nehmen Sie am Abend nur eine kleine Mahlzeit zu sich.
  • Legen Sie sich nicht direkt nach dem Essen hin.
  • Lagern Sie den Kopf höher und schlafen Sie auf der linken Körperhälfte, so fließt der Mageninhalt nicht so leicht in die Speiseröhre.

Körper und Bewegung:

  • Versuchen Sie, Übergewicht abzubauen.
  • Vermeiden Sie zu enge Kleidung, etwa einen fest geschnürten Gürtel oder einschnürende Hosenbunde!

Häufiges Sodbrennen: Wann muss ich damit zum Arzt?

An sich ist das saure Aufstoßen normal und kommt bei jedem mal vor. Wenn Sie allerdings ständig darunter leiden, kann Ihre Speiseröhre durch die Säure Schaden nehmen. Mediziner sprechen von einer Refluxkrankheit, wenn der Rückfluss dazu führt, dass häufiges oder starkes Sodbrennen oder Aufstoßen die Lebensqualität beeinträchtigt oder sich die Speiseröhre entzündet hat (Refluxösophagitis). Im schlimmsten Fall droht durch diese Sodbrennen-Ursache Speiseröhrenkrebs.

Wenn Sie täglich und nach jedem Essen Sodbrennen bekommen, lassen Sie die Ursache vom Arzt abklären. Dafür kann ein gestörter Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre verantwortlich sein oder etwa ein Zwerchfellbruch, auch Hiatushernie genannt . Möglich ist auch eine Überproduktion von Magensäure oder eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori.

Auch wenn das Sodbrennen länger als zwei Wochen anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Sodbrennen-Ursachen abklären. Der Rat eines Mediziners sollte unmittelbar eingeholt werden, wenn plötzlich Schmerzen in der Magengegend auftreten, wenn das Schlucken schwerfällt, wenn die Probleme nachts auftreten oder es in der Familie bereits Fälle von Speiseröhrenkrebs gibt.

Weitere Verfahren der Naturheilkunde sowie wirksame Naturheilmittel und Hausmittel und Infos zum Thema Verdauung finden Sie auf unserer Themenseite.

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