25.10.2017

Feuer in der Speiseröhre Sodbrennen: Ursachen und schnelle Hausmittel

Brennende, stechende Schmerzen sind typisch, wenn Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt. Wir sprechen dann von Sodbrennen, Mediziner von Reflux. Das Symptom quält besonders oft in der Schwangerschaft und nach üppigen Mahlzeiten wie etwa an Weihnachten.

Foto: iStock/Antonio_Diaz

Brennende, stechende Schmerzen sind typisch, wenn Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt. Wir sprechen dann von Sodbrennen, Mediziner von Reflux. Das Symptom quält besonders oft in der Schwangerschaft und nach üppigen Mahlzeiten wie etwa an Weihnachten.

Sodbrennen ist keine Krankheit, kann aber gefährlich werden. Wir haben einige Tipps parat, damit Ihnen das Leben nicht „sauer aufstößt“!

Gerade haben Sie noch lecker gegessen, vielleicht mit einem süßen Nachtisch, da beginnt es in der Magengrube und hinter dem Brustbein zu drücken und zu schmerzen. Dazu gesellt sich ein lästiges Aufstoßen von Säure und Luft, mitunter begleitet von Übelkeit und Brechreiz. Der Volksmund spricht von Sodbrennen. Denn ähnlich einem Feuer brennt es in Speiseröhre und Rachen. Nach Schätzungen der Gastro-Liga leidet etwa jeder Vierte an Sodbrennen, jeder Zehnte sogar täglich. Ausgelöst wird es meistens durch unsere Lebensweise.

Sodbrennen wird in der Medizin auch Reflux genannt. An sich ist das saure Aufstoßen normal und kommt bei jedem mal vor. Wenn man allerdings ständig darunter leidet, kann die Speiseröhre durch die Säure Schaden nehmen. Mediziner sprechen von einer Refluxkrankheit, wenn der Rückfluss dazu führt, dass häufiges oder starkes Sodbrennen oder Aufstoßen die Lebensqualität beeinträchtigt oder sich die Speiseröhre entzündet hat (Refluxösophagitis). Im schlimmsten Fall droht Speiseröhrenkrebs.

Wieso kommt es überhaupt zu Sodbrennen?

Die Speiseröhre ist ein muskulöser Schlauch, der innerhalb kurzer Zeit den Speisebrei in den Magen transportiert. Dort wird die Nahrung durch Magensäure zersetzt. Normalerweise ohne Probleme, denn ein kleiner Muskel am Ende der Speiseröhre – der Ösophagussphinkter – verhindert, dass Säure aus dem Magen entweicht.

Wenn der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen jedoch "schlappmacht", fließt Säure nach oben und verätzt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre. Aus diesem einfachen Grund tritt Sodbrennen häufig nachts auf. Dann nämlich, wenn wir liegen und der Rückfluss nicht durch die aufrechte Haltung gestoppt wird.

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Auslöser des Sodbrennens: Üppiges Essen, Übergewicht, Stress

Die Ursachen für Sodbrennen sind vielfältig, umfassen unter anderem hastiges, fettiges oder zu spätes Essen. Auch Alkohol und Tabak spielen eine Rolle, genau wie Stress. Nicht umsonst sagt der Volksmund bei anhaltendem Ärger: "Das macht mich sauer." Der brennende Schmerz kann darüber hinaus auf bestimmte Medikamente (z.B. Betablocker) zurückgehen. Heute weiß man zudem, dass Übergewicht den Magenschließmuskel schwächt und Sodbrennen dadurch häufig chronisch wird.

Es gibt in der Apotheke zahlreiche Medikamente gegen Sodbrennen, die rezeptfrei erhältlich sind. Drei Wirkstoffgruppen eignen sich zur Behandlung von Reflux: Antazida, Säurehemmer und Säureblocker. Antazida neutralisieren die Magensäure und sind geeignet bei vorübergehendem Sodbrennen. Die Säurehemmer drosseln die Säureproduktion im Magen, sie werden bei starkem und länger anhaltendem Sodbrennen empfohlen. Säureblocker sollten erst zum Einsatz kommen, wenn Antazida oder Säurehemmer nicht geholfen haben. Sie drosseln die Säureproduktion im Magen und mindern dadurch die Schmerzen.

Ohne ärztlichen Rat sollten solche Mittel aber nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Andernfalls geraten Sie leicht in einen Teufelskreis. Wird nämlich ständig Säure durch Medikamente neutralisiert, produziert der Magen immer mehr davon und das Sodbrennen wird zum Dauerproblem. Besser ist es daher, sowohl bestimmte Lebensgewohnheiten als auch die Ernährung dauerhaft magenfreundlich umzustellen.

Diese Lebensmittel lindern Sodbrennen

Bevor Sie zu Medikamenten greifen (oder als zusätzliche Maßnahme), hat sich eine Reihe natürlicher Hausmittel zur Behandlung von Sodbrennen bewährt:

  • Als Erste-Hilfe-Maßnahme: viel Wasser trinken! Stilles Wasser wie Leitungswasser ist dazu am besten geeignet. Damit verdünnen Sie die Magensäure, die Verdauungsarbeit wird erleichtert.
  • Ebenfalls hilfreich sind verschiedene Teesorten mit der Heilkraft der Natur. Kamille, Fenchel und Kümmel haben eine beruhigende Wirkung.
  • Manche Ratgeber empfehlen Milch – wir raten hier zum Selbstversuch, denn Milch kann ganz verschiedene Reaktionen auslösen. Testen Sie die Wirkung mit einer geringen Menge. Wenn Sie jedoch wissen, dass Sie Milch generell nicht vertragen, weil Sie an einer Laktoseintoleranz leiden: Finger weg!
  • Einige Lebensmittel können das Problem ebenso mindern. Essen Sie ein Stück trockenes Weißbrot. Kauen Sie gut und vertrauen Sie darauf, dass das Weißbrot überschüssige Magensäure bindet.
  • Sehr gute Ergebnisse erzielen Sie mit Mandeln und Haselnüssen. Darin sind Stoffe enthalten, die sich günstig auf ein Zuviel an Magensäure auswirken. Wichtig ist, dass Sie die Nüsse sehr gut kauen – so lange, bis sich ein nahezu geschmackloser Brei bildet. Dann erst hinunterschlucken!
  • Und noch ein Lebensmittel zeigt seine positiven Eigenschaften: Obstsäfte gelten zwar generell als potenzielle Auslöser von Sodbrennen, die Birne als Gesamtfrucht bildet aber eine Ausnahme. Weniger günstig sind die oft empfohlenen Bananen: Mit ihrem hohen Gehalt an Fruchtzucker wirken sie sich eher gegenteilig aus.
  • Damit das Gleichgewicht im Magen wiederhergestellt wird, können Sie einen Versuch mit Natron starten, das mit vollem Namen Natriumhydrogencarbonat heißt. Sie bekommen es in Apotheken, Drogerien und in der Backzutatenabteilung im Supermarkt. Bei Sodbrennen lösen Sie einen knappen Teelöffel Natronpulver in einem Glas Wasser auf und trinken das Gemisch langsam. Natron reagiert mit der Magensäure und beendet das störende Sodbrennen in den meisten Fällen schnell und zuverlässig. Nebenwirkungen treten nicht ein.

Heilerde und Hochlagern: Einfache Hausmittel bei Sodbrennen

  • Den gleichen Effekt erzielen Sie mit Heilerde. Heilerde gibt es als Pulver zum Auflösen in Wasser oder in Kapselform. Auch hier brauchen Sie keine Nebenwirkungen zu befürchten.
  • Auch eine mechanische Maßnahme kann Linderung bringen. Sorgen Sie vor dem Einschlafen dafür, dass Ihr Oberkörper höher liegt. Damit verhindern Sie den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
  • Bei einigen hilft auch Kaugummi kauen, denn dadurch wird die Speichelproduktion angeregt und die Magensäure verdünnt.

Aber man kann noch mehr tun, damit das Sodbrennen erst gar nicht entsteht:

Essen und Trinken

  • Finden Sie heraus, welche Lebensmittel der Auslöser für das Sodbrennen sind. Reduzieren oder meiden sie diese.
  • Essen Sie weniger saure Lebensmittel (z. B. Zitrusfrüchte, Tomaten, scharf gewürzte Speisen). Ideal ist eine fettarme und eiweißreiche Kost.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke, auf Zigaretten und Süßigkeiten.
  • Meiden Sie sehr kalte Speisen und Getränke.
  • Essen Sie regelmäßig zu festen Zeiten.

Schlafen

  • Essen Sie spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Nehmen Sie am Abend nur eine kleine Mahlzeit zu sich.
  • Legen Sie sich nicht direkt nach dem Essen hin.
  • Lagern Sie den Kopf höher und schlafen Sie auf der linken Körperhälfte, so fließt der Mageninhalt nicht so leicht in die Speiseröhre.

Körper und Bewegung

  • Versuchen Sie, Übergewicht abzubauen.
  • Vermeiden Sie zu enge Kleidung, etwa einen fest geschnürten Gürtel oder einschnürende Hosenbunde!

Häufiges Sodbrennen: Wann muss ich damit zum Arzt?

Wenn Sie täglich und nach jedem Essen Sodbrennen bekommen, lassen Sie die Ursache vom Arzt abklären. Dafür kann ein gestörter Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre verantwortlich sein. Möglich ist auch eine Überproduktion von Magensäure oder eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori.

Auch wenn das Sodbrennen länger als zwei Wochen anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Rat eines Mediziners sollte unmittelbar eingeholt werden, wenn plötzlich Schmerzen in der Magengegend auftreten, wenn das Schlucken schwerfällt, wenn die Probleme nachts auftreten oder es in der Familie bereits Fälle von Speiseröhrenkrebs gibt.

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