21.05.2019

Methodenvielfalt Hausmittel gegen Warzen: Diese sanften Heilmittel helfen

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Schöllkraut wird nicht umsonst auch Warzenkraut genannt. Welche Hausmittel gegen Warzen es sonst noch gibt.

Foto: iStock/kazmulka

Schöllkraut wird nicht umsonst auch Warzenkraut genannt. Welche Hausmittel gegen Warzen es sonst noch gibt.

Natürliche Heilmittel können in der Warzenbehandlung ebenso wirkungsvoll sein wie konventionelle medizinische Verfahren. Welche Hausmittel wirklich helfen und wann der Arztbesuch doch besser ist.

Warzen sind (meist) gutartige Hautgeschwulste, die überwiegend durch eine Vireninfektion verursacht werden. Für die Betroffenen sind sie allerdings oft ein gravierendes kosmetisches Problem, zumal die unschönen Hautveränderungen sich gerne als recht hartnäckig erweisen. Loswerden kann man harmlose Warzen-Varianten etwa durch Medikamente zum Auftragen, die das Gewebe langsam ablösen, die sogenannte Kryotherapie – die Vereisung – sowie in schweren Fällen – etwa bei schmerzhaften Dornwarzen – auch durch chirurgische Eingriffe. Aber es gibt auch ein paar wirkungsvolle Hausmittel gegen Warzen, die in vielen Fällen helfen können.

Warzen – lateinisch "Veruccae" – werden fast immer durch eine Infektion mit Viren ausgelöst. Die Hauptrolle spielen dabei verschiedene Low-Risk-Typen der Humanen Papillomaviren (HPV). "Low Risk" bedeutet in diesem Kontext, dass bösartige Veränderungen dieser Virenwarzen äußerst unwahrscheinlich sind.

Es gibt verschiedene Arten von Warzen. Die oben beschriebenen Hautgeschwulste sind durch ihren viralen Hintergrund ansteckend. Dornwarzen zum Beispiel sind hochansteckend. Daneben gibt es Dellwarzen, die von einer harmlosen Unterart der Pockenviren hervorgerufen werden. Die bekannten, meist hell- bis dunkelbraunen Alterswarzen hingegen werden im alltäglichen Sprachgebrauch zwar den Warzen zugeordnet, haben jedoch keinen viralen Hintergrund, sind nicht ansteckend und zählen zu den Alterungserscheinungen der Haut.

Auf nicht operative Behandlungsverfahren – also auch auf Naturheilmittel – sprechen ausschließlich Virenwarzen an.

Hausmittel gegen Warzen: Virenwarzen können durch Immunstimulation heilen

Mit Warzen haben Menschen seit alters her zu kämpfen – entsprechend früh haben sie begonnen, natürliche Heilmittel gegen die unschönen und durchaus etwas irritierenden Hautveränderungen zu entwickeln.

Virenwarzen erscheinen meist aus heiterem Himmel, ohne dass sich eine Ursache dafür ermitteln lässt. Zum Teil trotzen sie über Monate oder sogar Jahre jeder Therapie, um dann ebenso plötzlich zu verschwinden. Da es sich um eine Infektionskrankheit handelt und die Erreger bereits an den Menschen "angepasst" sind, spielt der Zustand des Immunsystems eine große Rolle. Wer eine geschwächte Immunabwehr hat, ist gemeinhin anfälliger für Virenwarzen.

Der Grund für das plötzliche Auftauchen und bleiben sowie das ebenso plötzliche Verschwinden liegt in der sogenannten Immunevasion – der Fähigkeit von Virenwarzen, eine zelluläre Antwort des Immunsystems auf die Infektion über einen langen Zeitraum zu umgehen. Wenn eine solche Immunreaktion schließlich doch erfolgt, verschwinden oft auf einen Schlag sämtliche vorhandenen Warzen.

Unabhängig davon, ob es um schulmedizinische oder naturheilkundliche Verfahren bzw. Hausmittel gegen Warzen geht, zielen so gut wie alle nicht invasiven Methoden zur Warzenentfernung darauf ab, eine möglichst intensive Immunantwort zu provozieren.

Hausmittel gegen Warzen: Aufweichen sowie Abkleben der betroffenen Stelle

Eines der einfachsten, aber wirkungsvollsten natürlichen Mittel gegen Warzen ist das Abkleben der Hautveränderungen.

Durch einen luftdichten Druckverband mit Verbandsklebeband wird der Warze der Sauerstoff entzogen. Gleichzeitig werden leichte Hautreizungen und hierdurch eine lokale Immunreaktion erzeugt. Den Verband müssen Sie nur alle sechs Tage wechseln.

Nach dem Entfernen des Klebebandes weichen Sie die Warze für einige Minuten in lauwarmem Wasser ein und rubbeln mit einem Bimsstein oder einer feinen Nagelfeile vorsichtig die obere Hautschicht ab, um abgestorbenes Gewebe zu entfernen.

Wichtig: Diese Behandlung muss so sanft sein, dass die Warze dabei nicht blutet oder schmerzt. Über Nacht bleibt die Warze offen und wird am nächsten Morgen wieder abgeklebt.

Interessant: In einer Studie aus dem Jahr 2002 konnte gezeigt werden, dass das Abkleben einer Warze effektiver ist als die Vereisung. Eine weitere Studie der Universität Maastricht aus dem Jahr 2006 allerdings zeigte, dass die Behandlung mit Klebeband kaum wirksamer sei als Placebo. Wichtig ist allerdings, dass der Verband luftdicht ist. Anscheinend hatte das in der 2006er Studie verwendete Klebeband nicht ausreichend Haftwirkung gehabt. Zudem muss bei Hautirritationen aufgepasst werden.

Aufweichen, austrocknen und Co: Diese Hausmittel helfen

Knoblauch, Rizinusöl, Kombinationen der beiden Wirkstoffe sowie eine Rizinusöl-Backpulver-Mischung können täglich angewendet werden: Einfach auf die Warze auftupfen und einwirken lassen, sie weichen sie ebenfalls auf.

Beim Knoblauch können Sie eine Zehe in Scheiben schneiden und die Warze damit erst einreiben und dann eine Scheibe mithilfe eines Pflasters auf die Warze kleben – am besten über Nacht. Tagsüber lassen Sie die Stelle offen, am nächsten Abend gibt es ein frisches "Knoblauch-Pflaster".

Apfelessig, Zitrone- oder Zitrone-Salz-Mischungen hingegen wirken antiseptisch und trocken durch ihren hohen Säuregehalt allmählich die Warze aus.

Einen Versuch ist auch das Aufbringen von Bananenschale, Zwiebeln, Kartoffeln oder natürlicher Aloe vera wert: Schneiden Sie etwa ein Stück Bananenschale aus und kleben es mit einem Pflaster auf die Warze, ähnlich dem Knoblauch-Pflaster. Enzyme aus der Bananenschale sollen die Hautwucherung bekämpfen. Einen Bananenschalen-Verband können Sie über Nacht oder auch am Tag tragen, er muss aber täglich erneuert und regelmäßig angewendet werden.

Naturheilmittel gegen Warzen: Von Schöllkraut bis zu homöopathischen Arzneien

Klassische Naturheilmittel gegen Warzen sind Pflanzenextrakte aus Schöllkraut, Wolfsmilch oder Ringelblume. Schöllkraut wird im Volksmund sogar als Warzenkraut bezeichnet. Es kann frisch genutzt werden, indem Blätter gut gewaschen und dann samt Stängel verrieben werden, so dass der Saft austritt. Das Ganze wird dann regelmäßig auf die Warze getupft.

In der Apotheke erhältliche Schöllkrautcremes und Schöllkrauttinkturen entfalten eine leicht ätzende Wirkung, lösen die oberen Gewebeschichten der Warze auf und wirken virenhemmend. Sie sind allerdings nur gegen HPV-Virenwarzen wirksam. Teebaumöl, Schwedenbitter-Auflagen, Ringelblumen-Salbe und Thuja – einem aus dem Lebensbaum gewonnen homöopathischen Arzneistoff – sind ebenfalls Klassiker der natürlichen Warzentherapie.

Neben Thuja sollen auch verschiedene andere homöopathische Arzneien gegen Warzen wirken. Sie werden oral in Form von Globuli oder als Tinktur verwendet.

Bienenhilfe: Was bringt Propolis?

Das Bienenharz Propolis, das Bienen zum Abdichten ihres Bienenstockes verwenden, soll bei vielen Hautkrankheiten helfen. Enthalten sind nämlich viele Stoffe, die Bakterien, Viren und Pilze abtöten – eigentlich im Bienenstock, aber eben auch auf der Haut. Zudem wirkt das "Kittharz" schmerzlindernd. Es enthält außerdem natürliche Salicylsäure, die oft auch in medizinischen Produkten zur Warzenbehandlung eingesetzt wird. Allerdings sollten Sie Propolis nicht als Hausmittel gegen Warzen benutzen, wenn Sie allergisch auf Bienen- oder Wespenstiche, Honig und Gelée Royale reagieren.

Warzen "besprechen": Gibt es dafür einen "rationalen" Hintergrund?

Das Besprechen von Warzen und damit verbundene magische Rituale haben im Volksglauben eine lange Tradition. Inzwischen hat sich auch die Schulmedizin dieser Frage angenommen.

Allerdings geht es dabei nicht um das Wirken übernatürlicher Kräfte, sondern um die Stimulation der Selbstheilungskräfte des Körpers durch psychische Effekte – durch Suggestion und Autosuggestion.

Suggestionsmethoden zur Warzenbehandlung werden heute auch in psychosomatisch orientieren Kliniken und Arztpraxen angewendet.

Wenn Sie stattdessen einen Heilpraktiker konsultieren, werden Sie sehr wahrscheinlich eine Warzentherapie auf der Grundlage eines ganzheitlichen Konzeptes erleben, in dem Suggestionsmethoden nur eine mögliche Komponente sind.

Geduld ist im Übrigen für jede Warzenbehandlung nötig – die Anwendungen können sich über Wochen und Monate erstrecken.

Einer der Vorteile von natürlichen Heilmitteln gegen Warzen liegt darin, dass diese Anwendungen größtenteils sehr schonend sind und kaum unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Achtung: Da Warzen sehr ansteckend sein können, ist Vorsicht geboten. Gerade bei schmerzhaften Dornwarzen oder aber Warzen im Intimbereich ist ein Arztbesuch dringend anzuraten – ebenso, wenn eine Warze aufgekratzt wurde.

Warzen vorbeugen: Ist das möglich?

HPV als Hauptauslöser lässt sich kaum mit Desinfektionsmittel bekämpfen. Hilfreich sind aber zumindest Badelatschen in öffentlichen Bädern und Saunen. Auch sollten Sie – vor allem, wenn Warzen in der Familie vorkommen – auf persönliche Handtücher achten, die bei 60 °C gewaschen werden. Zudem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Immunsystem möglichst gestärkt ist. Dafür sind eine ausgewogene Ernährung sowie viel Bewegung hilfreich.

Speziell für Dellwarzen gibt es übrigens noch einmal weitere Infos – ebenso auch für die unangenehmen Dornwarzen.

Warzen sind übrigens nicht zu verwechseln mit den verschiedenen Formen von Hautkrebs – den Sie mit der ABCDE-Regel erkennen können.

Weitere Verfahren der Naturheilkunde sowie wirksame Naturheilmittel und Hausmittel finden Sie auf unserer Themenseite.

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