14.03.2016

Wärmt, lindert und erfrischt Wacholder, die Power-Beere

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Foto: ©iStock / dionisvero

Man nennt das Immergün auch die "Zypresse des Nordens". Manche glauben sogar, dass es magische Kräfte hat. Auf jeden Fall machen sich seine Beeren gut als Gewürz und schenken uns in vielerlei Hinsicht neue Energie

Der Strauch, der sich vom Bodendecker locker bis zu einem rund drei Meter hohen Baum auswachsen kann, ist typisch für die Lüneburger Heide und die Schwäbische Alb. Früher spielte er oft eine Hauptrolle in Märchen und Sagen, denn Wacholder soll wirkungsvoll vor bösem Zauber bewahren. Heute steht er unter Naturschutz und darf nicht einfach abgeholzt werden. Seine kugelförmigen, schwarzblauen und fleischigen Beeren darf man aber pflücken. Zum Glück! Denn sie haben echte Heilkraft. Sie können Wacholderbeeren frisch oder getrocknet verwenden. Sie stecken aber auch in vielen Badeessenzen, Salben und Tinkturen.

Ihre Stärke: Sie enthalten Harze, Fette, Zucker, Gerb-, viele Bitterstoffe und einige ätherische Öle. Dazu kommen Zink (wichtig für ein starkes Immunsystem und das Nervenkostüm), Phosphor (für Energie im Körper) und Mangan (unterstützt Knochen, Knorpel, Bindegewebe) - ein echter Power-Mix also.


Wacholder-Tee entgiftet und fördert die Konzentration

Mit Wacholdertee können Sie prima Ihren Stoffwechsel anregen. Er fördert mit seinen Bitterstoffen nicht nur die Verdauung, sondern wirkt auch harntreibend. Darüber hinaus kann er Kopfweh und Migräne lindern und dabei helfen, dass wir uns besser konzentrieren. Dafür einen Esslöffel zerdrückte Beeren pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Auch im Handel gibt es viele Teemischungen (z. B. Detoxvitaltee von H&S).


In der Küche: Wacholder verleiht intensives Aroma

Mit dem einzigartigen Geschmack der Wacholderbeere, der an Tannen erinnert und bitterharzig mit einer süßlich würzigen Note auf der Zunge liegt, bekommen Wildgerichte und Sauerbraten das richtige Aroma. Auch Marinaden, Ragouts und Fischsud lieben diesen typisch herzhaften Touch. Und Sauerkraut? Geht gar nicht ohne! Denn Wacholder wirkt Blähungen entgegen.

Aber Achtung: Das Aroma ist sehr kräftig. Deshalb nie mehr als 6 bis 8 Beeren verwenden.


Zum Kauen: Gut für Magen und und frischen Atem

Wer Probleme mit Magen und Verdauung hat, sollte es mal mit den kleinen Dunkelbeeren versuchen. Eine Kur nach Kneipp schafft Abhilfe. Sie dauert knapp drei Wochen: Am ersten Tag vier Beeren so lange kauen, bis sie süßlich schmecken. Dann bis Tag zwölf täglich eine Beere mehr. Dann wieder die Menge der Beeren um jeweils eine Beere pro Tag reduzieren. Wirkt gegen Völlegefühl und Unwohlsein, macht obendrein eine frischen Atem.


Wacholder-Sirup beruhigt Reizhusten

Als Heilpflanze gegen Reizhusten hat sich Wacholder ebenfalls bewährt: 100 g zerquetschte Wacholderbeeren mit 400 ml kochendem Wasser übergießen, anschließend die Flüssigkeit durch ein Sieb streichen. Ein Sirup wird daraus, wenn Sie noch Honig dazugeben. Täglich 4 EL sind für einen Erwachsenen empfehlenswert.


Aber auch äußerlich kann Wacholder viel bewirken:

Als Badezusatz bringt Wacholder den Kreislauf auf Touren

Müde, schlapp und angeschlagen? Dann wirken die ätherischen Öle der Wacholderbeere ausgesprochen durchblutungsfördernd. Zwei Handvoll Wacholderbeeren ins 38 Grad warme Badewasser geben und für eine Viertelstunde untertauchen. Vorsicht: länger wäre zu anstrengend. Danach eine Stunde ruhen. So ein Bad ist auch dann genau richtig, wenn Sie richtig durchgefroren sind. Wacholder-Gesundheitsbäder zum Durchwärmen gibt es übrigens auch schon fix und fertig (z. B. von Kneipp, Spitzner, Schupp).


Fußbad: Macht müde Beine munter

Zu viel auf den Beinen gewesen? Dann können Sie die Triebspitzen oder Nadeln des Wacholderbaums pur nutzen. 1 Handvoll für ein Fußbad abkochen, Sud in das Fußbadewasser geben. Solch ein Fußbad mit Wacholdernadeln behebt Stauungen in den Beinen.


Als Aromatherapie erinnert Wacholder an Waldausflüge

Das kraftvolle, krautig-grüne Aroma sorgt in der Aromatherapie dafür, dass unser Innenleben wieder in Balance kommt. Ein paar Tropfen vom ätherischen Öl (z. B. von Primavera) auf der Aromalampe befreien die Atemwege und tun der Seele gut. Aromatisch holzige Herrenparfums setzen ebenfalls auf eine Wacholdernote, wie der Klassiker "Cerruti 1881 Pour Homme" oder der Newcomer "Nature Homme" von Yves Rocher.


Als Tinktur: Tut gut bei verspannten Muskeln

Zu viel Sport gemacht oder eine falsche Bewegung? Auch da kann Wacholder wirkungsvoll zum Einsatz kommen. Haben Sie dafür immer etwas Wacholder-Tinktur parat: Zerdrücken Sie 100-150 g reife Beeren, und setzen Sie die mit einem halben Liter 70%igem Alkohol an. 14 Tage im Warmen ziehen lassen, öfter mal schütteln. Dann durch einen Kaffeefilter geben. In einem dunklen Gefäß an einem kühlem Ort aufbewahren. Mit dieser Tinktur können Sie schmerzende Stellen einreiben.


Wacholderöl hilft bei Cellulite

Das ätherische Öl hilft wegen seiner durchblutungsfördernden Eigenschaft auch gegen Cellulite. Es besitzt stark reinigende Kräfte, entgiftet und festigt das Gewebe (z. B. Anti-Cellulite Programm von Pharmos Natur; Silhouette Miracle von Farfalla).

>> So bekämpfen Sie Cellulite

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