17.12.2009

2. Lebensaufgabe Ruhestand? Kommt nicht in Frage!

Geballtes Wissen über die Themen, die Frauen bewegen Von

Foto: Ältere Menschen auf dem Feld bei der Arbeit - in Okinawa ganz normal. Eva Huber

Die Insel der Glückseligkeit liegt auf dem japanischen Archipel Okinawa. Hier leben fünfmal so viele Hundertjährige wie in Deutschland. Und es kommt noch besser: diese Superalten sind kerngesund! Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden sind auf Okinawa Fremdwörter. Wie Sie wie die Okinawer glücklich und gesund 100 Jahre alt werden, erfahren Sie hier.

Auf Okinawa gibt es nicht einmal ein Wort dafür. Bis ins hohe Alter ist man dort aktiv. Denn: Arbeit hält gesund! Okinawer leben und arbeiten aus Leidenschaft. Ältere Menschen werden in Japan nicht einfach aus dem Berufsleben ausgeschlossen, wie es bei uns der Fall ist. Man schätzt Senioren wegen Ihrer Umsicht und Erfahrung. Schnelligkeit, das Attribut der Jugend, betrachtet man in Okinawa eher distanziert, denn sie kann die Quelle von Stress, Hektik und Fehlern sein.

3. Bewegung

Immer aktiv mit Körper, Geist und Seele

Das Okinawa-Prinzip: "Sich regen bringt Segen. Aber wenn du es eilig hast, gehe langsam". Okinawer halten sich bis ins hohe Alter fit. Nicht allein mit Sport, sondern mit sinnvollen Tätigkeiten im Garten, bei der Ernte oder bei der Arbeit in Werkstätten oder Läden bleiben sie aktiv. Ständig in Bewegung bleiben ist das A und O der rüstigen Rentner. Ob Karate oder Tanz - Aktivitäten, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen, sind in Okinawa besonders beliebt.

4. Gemeinschaft

Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt

Leger und offen - so ist man auf Okinawa, ganz im Gegensatz zum restlichen, eher zurückhaltend-höflichen Japan. Ein okinawisches Sprichwort lautet: "Ohne Hilfe der anderen kannst du nicht leben." Für das sich gegenseitige Helfen gibt es sogar einen Begriff: Yiumaru, was soviel bedeutet wie "Kreis des Zusammenhalts". Anderen beizustehen und sie zu unterstützen, spornt die betagten Okinawer wiederum in ihrer aktiven Selbstständigkeit an.


Auf Okinawa hilft man sich aber auch finanziell aus der Klemme. Das Modell heißt Moai und bezeichnet eine Art Club, in dem man sich regelmäßig trifft und sich gegenseitig finanziell unterstützt. Jedes Mitglied zahlt soviel Geld ein, wie es sich leisten kann. Dieses wird jeweils an das Mitglied ausgezahlt, das es gerade am dringendsten braucht. Dabei geht es gerecht zu: jeder kommt nur einmal an die Reihe. Bei diesen Clubs geht es jedoch um mehr als nur Geld. Man trifft sich, plaudert und hört einander zu. So absurd es klingt, es ist wissenschaftlich bewiesen: diese sozialen Bindungen beeinflußen unseren Stoffwechsel positiv und wirken wie ein natürliches Antidepressivum.

5. Spiritualität

Fit und gesund ins Paradies

Auf Okinawa ist ein Altar für die Verstorbenen das zentrale Element in jedem Haus. Darauf werden Opfergaben, wie kleine Schälchen mit dem Lieblingsessen oder Süßigkeiten dargebracht. Die Verstorbenen haben somit eine starke Präsenz im Leben der Okinawer. Man trauert nicht um die Toten, sondern spricht mit ihnen. Von den Ahnen erwartet man Heilung, Kraft und Beistand.


Ein tiefer Glaube an die Natur, der aus dem chinesischen Taoismus herrührt, bestimmt den Alltag auf Okinawa. Der Konfuzianimsus lehrt die Okinawer wiederum den Respekt vor den Mitmenschen, insbesondere vor den Älteren. Frauen spielen im spirituellen Leben Okinawas die Hauptrolle. Der Überlieferung zufolge sind sie die Verbindung zwischen irdischer und spiritueller Welt. In dieser spirituellen Bedeutung sehen viele Altersforscher den Vorsprung der Frauen auf Okinawa bezüglich ihrer Lebenserwartung. Oftmals wenden sich die Frauen dort in der zweiten Lebenshälfte der Spiritualität zu. Das verhilft ihnen zu Anerkennung und Selbstfindung. Eine positive Einstellung zum Leben und zum Älterwerden sind das Geheimnis des langen Lebens auf Okinawa.

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