22.01.2011 - 00:00

Tagestipp Alternativ heilen Misteltherapie

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Misteln sind kugelartige, immergrüne Sträucher mit kurzem Stamm, die als sogenannte Schmarotzer auf Laub- oder Nadelbäumen wachsen. Mistelextrakte kommen heute vor allem als ergänzende Behandlungsmethode bei Rheumaerkrankungen und bei bösartigen Tumoren zum Einsatz.

In Deutschland sind zwei Mistel-Arten verbreitet: die Nadelholz-Mistel (Viscum laxum) und die Laubholz-Mistel (Viscum album). Erstere wächst ausschließlich auf Tannen und Kiefern, letztere auf allen Laubbaumarten mit Ausnahme der Buchen, auf denen sie nur sehr selten zu finden ist.

Medizinisch bedeutsame Bestandteile der Mistel sind bestimmte Glykoproteine (Lektine) und stark wirksame Eiweißstoffe (Viscotoxine), denen eine zellzerstörende (zytotoxische) und eine das Immunsystem beeinflussende (immunmodulierende) Wirkung zugesprochen wird. Daneben sind auch Polypeptide, Polysaccharide, Flavonoide, Choline, Histamine, freie Aminosäuren und Phynylpropan-Derivate enthalten.

Hilfe bei Rheuma

Bei der unterstützenden Behandlung von rheumatischen Erkrankungen mit Mistelextrakten nutzt man die immunstimulierenden Effekte aus. Die Viscotoxine der Mistel sind giftig und führen bei Injektionen in und unter die Haut zu einer örtlich begrenzten Entzündung. Durch verschiedene Immunprozesse kommt es zu einer allgemeinen anti-entzündlichen Reaktion des Körpers, die sich auch gegen die entzündlichen Prozesse, die mit der Rheumaerkrankung einhergehen, richtet und lokal schmerzhemmend wirkt.

Bei dieser speziellen Behandlung von Rheumaerkrankungen ist allerdings große Vorsicht geboten. Zu hohe Konzentrationen der giftigen Viscotoxine können zum Absterben von Gewebeteilen rund um die Injektionsstelle führen und sind daher unbedingt zu vermeiden. Der Einsatz von Mistelpräparaten kann die Behandlung von Rheumaerkrankungen mit den üblicherweise verwendeten Antirheumatika nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen.

Hoffnung für Krebskranke?

In der anthroposophischen Medizin spielt die Behandlung von bösartigen Tumoren mit Mistelpräparaten eine zentrale Rolle. Der Nachweis der zytotoxischen und immunmodulierenden Wirkung einzelner Inhaltsstoffe der Mistelpflanze in Laboruntersuchungen und Tierversuchen schien vielversprechend und führte zu der Hoffnung, die Misteltherapie zu einem wesentlichen Bestandteil auch der schulmedizinischen Krebsbehandlung machen zu können. Über die Wirksamkeit der Mistelextrakte in der klinischen Behandlung von Tumoren liegen allerdings nur sehr wenige eindeutige Ergebnisse vor. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist eine allgemeine Aussage zur Wirksamkeit der Mistelpräparate bei der Behandlung von bösartigen Tumoren jedoch nicht möglich.

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