11.03.2019

Alternativ heilen Kann Aromatherapie Krankheiten lindern?

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Nicht nur gut duftend, sondern auch tatsächlich hilfreich bei vielen Beschwerden: Aromatherapie mit ätherischen Ölen.

Foto: iStock/Madeleine_Steinbach

Nicht nur gut duftend, sondern auch tatsächlich hilfreich bei vielen Beschwerden: Aromatherapie mit ätherischen Ölen.

Bei der Aromatherapie werden ätherische Öle zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die Therapie soll einen Einfluss auf Körper, Geist und Seele haben. Funktioniert das?

Ätherische Öle werden aus Pflanzen wie Kamille, Thymian, Jasmin und Sandelholz extrahiert. Sie sind in mehr als 2.000 zugelassenen Medikamenten, kosmetischen Präparaten und Lebensmitteln enthalten, zudem frei verkäuflich und von jedem anwendbar.

Außerdem werden sie für Aromatherapien verwendet und sollen damit regelrechte Wunder bewirken können. Unser Experte verrät Ihnen, ob das funktioniert und welche Aromen zu welchen Zwecken dienen.

Die Aromatherapie und ihr Ursprung

Mittlerweile gilt die heilende Wirkung ätherischer Öle als gut belegt: "Allein 30 bis 40 pflanzliche Duftstoffe docken an genau den gleichen Rezeptoren im Gehirn an wie z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine", sagt der Zell-Physiologe Prof. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum. "Deshalb wirken die Duftstoffe von Lavendel und Gardenie ähnlich schlaffördernd und beruhigend."

Einige ätherische Öle aus Pflanzen wie Eukalyptus, Thymian oder Teebaum bekämpfen nachweislich Bakterien, Viren und Pilze. Sie werden von einigen Kliniken schon als Begleit-Therapie von schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Auch bei Geburten oder um Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu verringern, ziehen immer mehr Ärzte Pflanzenaromen klassischen Medikamenten vor.

Komplementärer und wissenschaftlicher Ansatz der Aromatherapie

Die komplementäre Aromatherapie beruht auf der Vorstellung, dass ätherische Öle Körper und Seele in Einklang bringen. Durch Anwendung von Ölen sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und Krankheiten behandelt werden können.

Die wissenschaftlich definierte Aromatherapie geht von einer Wirkung der eingeatmeten Öle als Folge der Geruchswahrnehmung aus. Zusätzlich dazu sollen die Inhaltsstoffe durch die Schleimhäute der Atemwege ins Blut übergehen und so Funktionen und Organe des Körpers beeinflussen.

Wie wird die Aromatherapie durchgeführt?

In einem Aromatogramm werden infektiöse Keime des Betroffenen im Labor in Kulturen gezüchtet. Anschließend wird getestet, welches ätherische Öl das Keimwachstum am besten hemmt. Darüberhinaus kann man das Öl jedoch auch intuitiv nach vorhandenen Beschwerden auswählen. In der unten stehenden Tabelle, sind verschiedene ätherische Öle aufgelistet, die bei den unterschiedlichsten Beschwerden Linderung verschaffen können.

Haben Sie das richtige Öl erst einmal gefunden, kann es eingenommen, einmassiert, als Kompresse aufgelegt oder inhaliert werden. Benötigen Sie diese zur inneren Anwendung, können die Öle in heißem Wasser aufgelöst und getrunken werden.

Anwendungsgebiete ätherischer Öle

Die Anwendungsgebiete der ätherischen Öle umfassen die verschiedensten Beschwerden und Bereiche. So können sie dabei helfen, Infektionen der Atemwege, Erkältungs- und Magen-Darm-Beschwerden aber auch bakteriellen Infektionen, zu bekämpfen.

In der folgenden Tabelle, haben wir für Sie zehn hilfreiche Öle und Ihre Anwendungsgebiete, zusammengefasst:

  1. Pfefferminze – Einreiben bei Kopf- und Nacken- Schmerzen: Menthol, Menthon und Menthofuran aus den Blättern der Pfefferminze , blockieren die Weiterleitung von Schmerzsignalen zum Gehirn und entspannen durch ihren Kältereiz die Muskeln.
    Heilrezept: 6 bis 7 Tropfen Pfefferminzöl mit 200 ml Jojoba- oder Mandelöl mischen. Großzügig auftragen, Schmerzpunkte in kleinen Kreisen mit leichtem Druck 2 bis 3 Minuten massieren. Am besten wiederholen Sie diese Anwendung 5- bis 7-mal am Tag.
  2. Heiße Kamillen-Auflage bei Regelschmerzen: Das Öl von Römischer Kamille und Lavendel entkrampft, entspannt die Muskulatur der Gebärmutter und nimmt Schmerzen. Am besten kombinieren Sie das Öl mit feuchter Wärme.
    Heilrezept: 2 Tropfen Römisches Kamillenöl, 1 Tropfen Lavendelöl mit 1 EL Essig und 0,5 l heißem Wasser mischen. Geschirrtuch darin tränken, leicht auswringen, auf den Unterleib legen. Darüber ein Handtuch, eine Wärmflasche, eine Wolldecke. Wirken lassen, bis es kalt wird, wiederholen. Auch gut bei PMS-Symptomen (prämenstruales Syndrom).
  3. Zitrus-Fußbad bei kalten Füßen und beginnender Erkältung: Sekundäre Pflanzenstoffe wie Terpineol, Pinen, Camphen, Limonen, steigern die Durchblutung, stärken über die Atemwege das Immunsystem, wirken gegen Bakterien und Viren, kurbeln das Schwitzen an und senken so mögliches Fieber.
    Heilrezept: 6 bis 7 Tropfen Zitronenöl mit 20 ml Sahne mischen. Zusammen mit 30 g Totes-Meer-Salz und 40 ml Apfelessig in eine Fußbadewanne mit 38 Grad warmem Wasser geben. Füße 10 Minuten baden. Hilft auch bei leichtem Fieber.
  4. Rosen-Bad bei Nervosität und ängstlicher Anspannung: Hauptinhaltsstoffe des ätherischen Öls wie Geraniol und Citronellol beruhigen das vegetative Nervensystem. Genießen Sie ein Vollbad, ein Hand- oder Fußbad und geben Sie einige Spritzer Rosen Bad ins Wasser.
  5. Duft- Kompresse bei Schlafproblemen: Linalool im Lavendelöl beruhigt und entspannt. Außerdem hilft es dabei, die Schlafqualität zu verbessern und beruhigt von Schmerz gestresste Nerven. Mit der richtigen Anwendung, können Sie sich einen entspannten Schlaf wieder zurückholen.
    Heilrezept: 3 Tropfen Lavendelöl auf ein Baumwoll- Taschentuch träufeln und auf die Brust legen. Ziehen Sie darüber Ihr Nachthemd und legen Sie sich ins Bett.
  6. Grapefruit-Quark-Wickel bei Gelenkschmerzen: Grapefruit-Öl regt den Lymphfluss an und nimmt Schwellungen. Quark hingegen "betäubt" Schmerzen wie ein Cold-Pack. Beides in Kombination, kann wahre Wunder bewirken.
    Heilrezept: Je 5 Tropfen Grapefruit-, Lavendelöl mit 3 EL Quark mischen. Bestreichen Sie anschließend Ihr Geschirrtuch fingerdick mit der Masse, schlagen sie es ein und wickeln es um Ihr Gelenk. Fixieren Sie das ganze mit einem Wolltuch und lassen Sie es 20 Minuten einwirken lassen. Wenden Sie die Quark-Wickel 5 x täglich an.
  7. Aroma-Shampoo bei Schuppen: Neroli, das Öl der Orangenblüte, beruhigt wie Rosmarin die Kopfhaut, fördert ihre Regeneration und nimmt den Juckreiz.
    Heilrezept: Je 5 Tropfen Neroli- und Rosmarinöl in ein pH-neutrales Shampoo (Apotheke) geben. Flasche kräftig schütteln und bei der Anwendung sanft in die Kopfhaut massieren.
  8. Kiefer-Inhalation bei Husten und entzündeten Nebenhöhlen: Das Terpentinöl der Kiefer ist Balsam für die Bronchien, da es die Schleimproduktion verringert (auch in den Nasennebenhöhlen) und das Abhusten erleichtert.
    Heilrezept: Geben Sie auf 2 L heißes Wasser 3 Tropfen Kiefernöl. Rühren Sie die Mischung gut um, damit sich die Öle im heißen Wasser verteilen und atmen Sie anschließend unter einem Handtuchzelt ca. 10 Minuten durch die Nase ein.
  9. Öl-Duo bei Hämorriden: Die beiden ätherischen Öle Myrte und Zypresse ziehen das erweiterte Gefäßpolster zusammen und fördern den Rückgang von Hämorrhoiden.
    Heilrezept: Verdünnen Sie je 1 Tropfen Myrten- und Zypressenöl mit 1 EL handwarmem Wasser. Danach tränken Sie am besten einen Wattebausch darin und betupfen großflächig die Hämorriden damit. Die Anwendung sollte mehrmals als Tag stattfinden.
  10. Zimt-Sitzbad bei Blasenentzündung: Das Öl der Zimtblätter und -rinde enthält Eugenol, das Bakterien bekämpft. Zudem wirkt es krampflösend bei den Entzündungsschmerzen.
    Heilrezept: Mischen Sie 6 bis 7 Tropfen Zimtöl mit 20 ml Sahne. Geben Sie die Mischung anschließend bei laufendem, 38 Grad warmem Wasser ins Sitzbad (Wasser bis ca. der Höhe des Beckenkamms einlaufen lassen) und baden Sie 20 Minuten darin.

Mit der richtigen Therapie zum Erfolg

Haben Sie, passend zu Ihren Symptomen, das richtige ätherische Öl gefunden, können Krankheiten gelindert und sogar geheilt werden. Darüberhinaus dienen die natürlichen Öle aber auch dem allgemeinen menschliche Wohlbefinden und zeigen eine unterstützende Wirkung. Deshalb ist es immer gut, ein paar der Öle zu besitzen, da sie in kurzer Zeit Großes bewirken können.

Gemischt mit einem gut verträglichen Trägeröl kann eine Aromatherapie-Massage übrigens auch sehr entspannend wirken. Einfach ein, zwei Tropfen des ätherischen Öls mit einem Massageöl oder etwa Olivenöl mischen und damit massieren.

Aber Vorsicht: Ätherische Öle sollten Sie niemals pur einnehmen und auch nicht unbedingt pur auf die Haut auftragen, denn sie können durchaus zu allergischen Reaktionen führen und die Haut reizen. Vor allem bei Kindern sollten ätherische Öle IMMER verdünnt angewendet werden!

Zudem sollten Sie immer Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Gerade auch bei ernsthafteren Erkrankungen und spätestens dann, wenn keine Besserung auftritt, ist eine Behandlung mit Medikamenten in Betracht zu ziehen!

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