Aktualisiert: 01.08.2021 - 10:39

Stiftung Warentest Entspannen auf Knopfdruck: Meditations-Apps im Test

Kann eine App beim Meditieren und Entspannen helfen? Stiftung Warentest hat zehn Meditations-Apps getestet. Nicht alle helfen wirklich. Und auch nicht jede:r profitiert.

Foto: Getty Images/Luis Alvarez

Kann eine App beim Meditieren und Entspannen helfen? Stiftung Warentest hat zehn Meditations-Apps getestet. Nicht alle helfen wirklich. Und auch nicht jede:r profitiert.

Kann man allein mithilfe des Smartphones achtsamer werden und Stress abbauen? Der App-Markt ist mit entsprechenden Anwendungen überflutet. Zehn davon hat sich die Stiftung Warentest nun genauer angesehen. Längst nicht jede kann überzeugen.

Tür zu, Kopfhörer in die Ohren, Smartphone an und entspannen – Stress reduzieren und achtsamer werden in nur wenigen Minuten. Das versprechen zumindest diverse Apps fürs Wohlbefinden – aber funktioniert das? Stiftung Warentest hat zehn Meditations-Apps getestet, die geführte Meditation in deutscher Sprache anbieten. Nur zwei konnten überzeugen, eine fiel gänzlich durch.

Meditations-Apps: Nur zwei überzeugen im Test

Insgesamt zehn Apps, jeweils in ihrer Ausführung als Android- oder iOS-Version, haben die Prüfer der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist klar: Lediglich zwei Apps konnten das Testurteil "gut" abgreifen. Eine bekam die Note "befriedigend" und sechs mussten sich mit "ausreichend" zufriedengeben. Eine App wiederum erhielt die schlechteste Note "mangelhaft".

Allem voran schicken die Testenden der Stiftung Warentest: Apps zum Entspannen und Meditieren eignen sich nur für Menschen, die trotz Handy in der Nähe abschalten können. Wer sich ständig durchs Smartphone ablenken lässt, habe dagegen mit Meditation auf anderem Wege, vor allem bei "echten" Lehrern vor Ort bessere Chancen auf Erfolg.

Für alle anderen gilt: Zwei Apps im Test bekommen seitens Stiftung eine Empfehlung:

  • Headspace (Note 1,9) kostet zwischen 4,85 und 13 Euro im Monat und überzeugt mit ihrem Konzept und ihrer Vielseitigkeit. Auch konnte der Nutzen wissenschaftlich nachgewiesen werden. 14 Tage Testzeitraum gibt's kostenlos.
  • 7Mind (Note 2,5) kostet im Monat zwischen 5 und 12 Euro. Hier loben die Testpersonen nebst Konzept die Vielseitigkeit und die Handhabung. Eine kostenlose Probezeit gibt's allerdings nicht, dafür ist die Kostenübernahme durch Krankenkassen möglich.

Überzeugen konnten die Apps unter anderem durch Vielseitigkeit: es gibt nebst klassischen Meditationen auch Fantasiereisen, Einschlafgeschichten oder einfach Naturgeräusche, so dass Nutzer:innen nach ihren Vorlieben wählen können. Beide lassen sich zudem auch offline vewenden und weisen keine Mängel in den AGB auf.

Kritik an allen Apps: Datenschutz muss besser werden

Eines haben alle Apps aber leider gemeinsam: Der Datenschutz zeigte durch die Bank weg gravierende Mängel, so die Testenden. Wie lange die eingegebenen und erhobenen Daten gespeichert werden, geben die Anbieter nicht an. Manche Anbieter informieren zudem nicht einmal, ob sie die Daten an Dritte weitergeben.

Das Mittelfeld zeigte sich vornehmlich ohne nachgewiesenen Nutzen oder ohne Konzept. Insbesondere eine fällt durch:

  • BetterMe (Note 5,0) kostet 10 bis 21 Euro für Android-Nutzer, iOS-Nutzer müssen kurioserweise nur 10,50 Euro im Monat hinblättern. Ein Konzept sei den Testenden zufolge nicht vorhanden, ebensowenig ein nachgewiesener Nutzen, zudem gebe es wenige Auswahlmöglichkeiten, dafür technische Fehler. Auch gibt es keine Probelaufzeit. Dafür ist die App ohne Nutzerkonto verwendbar.

Am besten vorher ausprobieren: Sind Meditations-Apps etwas für Sie?

Abschließend muss gesagt werden: Wie bereits oben erwähnt sind die App-Stores voll mit Meditations-Apps und Apps für Achtsamkeit und Entspannung. Nicht alle sind, wie die Getesteten, via Abomodell verfügbar. Es gibt auch solche, die man nur einmalig kaufen muss. Ebenso gibt es kostenfreie Alternativen. Bei diesen sollten Sie aber immer im Hinterkopf behalten: Auch die sind nicht kostenfrei – sie bezahlen hier in der Regel mit Ihren Daten.

Praktisch ist es, wenn Testversionen angeboten werden, mit denen Sie eine App über einen definierten Zeitraum erst einmal ausprobieren können. So können Sie selbst entscheiden, ob Ihnen eine App einen Zugang zu Meditation und Stressminderung bietet – und sie erst bei Gefallen kaufen. Denn die Apps nutzen teilweise unterschiedliche Ansätze. So gibt es nebst Meditationsübungen auch autogenes Training, sogenannte Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) oder Progressive Muskelrelaxation.

Den vollständigen Meditations-App-Test der Stiftung Warentest finden Sie hier.

Meditation lernen leicht gemacht
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Ansonsten kann es auch helfen, zu lernen, wie Sie richtig atmen – damit lassen sich sogar Herz und Kreislauf beruhigen. Und auch Yoga entspannt und kann sogar Angststörungen lindern. Sie sind Anfänger im Yoga? Dann fragen Sie sich sicher: Welche Yoga-Art passt zu mir?

Wer sich ohne App in Meditation und Co ausprobieren will, kann aber auch einen Blick auf unsere Themenseite Entspannung und Stressbewältigung werfen. Hier gibt's wertvolle Tipps, etwa eine Anleitung, wie Sie mit 17 Morgen- und Abendroutinen Stress abbauen können oder Ihren Ruhepuls mit natürlichen Mitteln senken.

Lieber weiter Testergebnisse durchschnuppern? Schauen Sie mal bei uns unter Stiftung Warentest!

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