23.05.2020 - 19:03

Entspannung und Zuversicht Mit Selbsthypnose durch die Corona-Krise

Entspannt ein bisschen Ruhe gönnen und mit Selbsthypnose Probleme angehen. Ist einfacher, als Sie denken und macht auch nicht willenlos.

Foto: iStock/BartekSzewczyk

Entspannt ein bisschen Ruhe gönnen und mit Selbsthypnose Probleme angehen. Ist einfacher, als Sie denken und macht auch nicht willenlos.

Gerade in Krisenzeiten ist es gar nicht so einfach, einen entspannten Blick auf alles zu behalten. Wie Selbsthypnose dabei helfen kann und wie sie überhaupt funktioniert, erklärt ein Hypnose-Experte genauer.

Haben Sie sich schon einmal hypnotisieren lassen? Oder wissen Sie, dass Sie das sogar selbst können? Für die Entspannung im Alltag und gerade auch zu Krisenzeiten kann Selbsthypnose ein echter Helfer für die Psyche sein. Hilfsmittel sind beispielsweise Hypnose-Apps.

Selbsthypnose: Wie geht das denn überhaupt?

Wer schon einmal eine Hypnose-Sitzung mitgemacht hat, weiß: Mit Pendel vor Augen und dem Mantra "Du wirst müüüüde..." hat das Ganze gar nicht so viel zu tun, wie viele wohl denken. Und mit plötzlichem Aufwachen als Hund noch weniger. Vielmehr ist eine hypnotische Trance ein Zustand, bei dem wir zu uns selbst finden können und lernen können, entspannter zu sein oder es gar schaffen, Verhaltensweisen langfristig zu beeinflussen.

Dass man sich sogar selbst langsam in eine hypnotische Trance versetzen und sich dabei ganz konkret auf Themen wie Erfolg, Schlaf, Gesundheit fokussieren kann, wissen die Wenigsten. Sogar Zuversicht in Krisenzeiten lernen ist möglich und gerade jetzt etwas, das uns helfen kann, mit der Situation besser, ja entspannter umzugehen.

"Ich mach es mir bequem, schließe meine Augen und atme ruhig ein... und aus." So oder so ähnlich kann eine Einheit der Selbsthypnose beginnen. "Du machst die Augen zu und richtest deine Aufmerksamkeit nach innen", erklärt Bernhard Tewes, Hypnosetherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie aus Berlin sowie Gründer der Hypnose-App HypnoBox. Wer bereits meditiert hat, kennt das Procedere. Tewes beschreibt den Zustand ein wenig wie den Moment kurz vor dem Einschlafen oder Aufwachen, der sich bei der Selbsthypnose einstellt. Oder wie beim Tagträumen. Eben, wenn man sich im Kopf vom Körper löst. "Das ist also ein völlig natürlicher Zustand, in den man sowieso jeden Tag rein und wieder heraus geht."

Den Gedankentürsteher bitten, beiseite zu treten

Natürlich ist das Ganze vor allem ohne Vorerfahrung nicht so einfach. Eine ruhige Stimme im Hintergrund hilft dabei ungemein. Hypnose-Helfer gibt es beispielsweise auf Youtube oder eben über eine Hypnose-App.

Denn wir haben eine Art Türsteher vor dem Unterbewusstsein, der vor Veränderungen schützt, erklärt Bernhard Tewes. Und mit geführter Hypnose können wir lernen, diesen zu bitten, doch für einen Moment einen Schritt zur Seite zu treten. So können neue Gedanken und Verhaltensvorschläge einsinken. "Der Grund, warum wir Veränderungen häufig nicht so einfach umsetzen ist, dass dieser Türsteher vor unserem Unterbewusstsein steht und Veränderungen nicht reinlässt", sagt Tewes. "Deswegen hören Raucher auch nicht einfach auf zu rauchen, wenn sie sich das einfach so sagen." Entspreche dies aber Wunsch und Willen eines Rauchers, und er erfährt die Information "mit dem Rauchen aufhören wollen" während der Hypnose, also während der Türsteher nicht am Platz ist, kann sich der Gedanke viel besser manifestieren und die Chancen auf Erfolg steigen, erklärt der Hypnosetherapeut. "In der Hypnose kann diese Suggestion auch einsinken."

Ganz wichtig: Bei der Hypnose ist man nicht willenlos

Und genauso kann es sich auch in Stresssituationen verhalten. Wer zu Ängsten tendiert und sich etwa durch die Corona-Krise verunsichern lässt, kann mithilfe von Suggestionen einen Weg finden, entspannter mit der Situation umzugehen und klarer zu denken.

Wichtig ist bei alldem, sich für die Selbsthypnose einen Moment Ruhe zu gönnen: gemütlich hinsetzen, notfalls andere Haushaltsmitglieder bitten, für die nächste halbe Stunde nicht zu stören, Handyton ausschalten... Und dabei die Intention setzen, nicht einzuschlafen. Stattdessen zu sagen "Hey, ich gehe jetzt in eine tiefe Entspannung und sauge die Sachen auf, die ich da höre."

Eine Selbsthypnose-Session mit Anleitung besteht in der Regel aus einer Einleitung, Vertiefung, der Suggestion zu einem Thema und der Ausleitung. Dabei kann ein ruhiger Hintergrundsound helfen. Die Einleitung und Vertiefung führen in die Hypnose herein, sodass die folgenden Suggestionen optimal im Unterbewusstsein aufgenommen werden können. Die Ausleitung führt dann danach wieder sanft aus der Hypnose heraus.

Eines betont Bernhard Tewes: Man ist während der Hypnose, auch während der Selbsthypnose nicht willenlos. Man kriegt weiterhin alles mit, was um einen herum passiert, das Bewusstsein spielt immer im Hintergrund mit. Und so kommen auch keine ungewollten Sachen einfach so herein. Nur das, auf was man sich einlässt. Denn wussten Sie, dass unser Unterbewusstsein täglich 90 bis 95 Prozent unserer Handlungen und Gedanken bestimmt? Mit Suggestion, die dort ankommt, lassen sich vielerlei Probleme lösen. Auch Probleme, die unsere Psyche während Krisensituationen belasten.

Sie wollen sich Hypnose ganz einfach erklären lassen?

Bernhard Tewes erklärt Hypnose

Mit Selbsthypose Krisenzeiten überstehen

"Die derzeitige Krise betrifft uns alle, und gerade wenn die Zukunft noch unvorhersehbar ist, können sich viele Leute schnell hilflos fühlen. In diesen Zeiten ist es für uns wichtig, den Schlüssel zu mehr Positivität und Zuversicht zu geben. Selbsthypnose ist eines der wirksamsten Mittel, um Menschen diese positive Einstellung zu vermitteln", so Bernhard Tewes.

Tewes selbst beschreibt sich als einst echten Workaholic, dem vor allem die Selbsthypnose geholfen hat, sein Leben komplett zu ändern. Nun muss niemand sein Leben komplett umkrempeln, ohne es zu wollen. Im Gegenteil, der Schlüssel ist hier, das zu ändern, was man wirklich möchte. Und dazu kann Selbsthypnose einen wertvollen Teil beitragen.

Sie wollen mehr darüber wissen, was Hypnose ist und wie sie abläuft? Es haben sich auch schon zwei BILD der FRAU Redakteurinnen hypnotisieren lassen und berichten von ihren Erfahrungen. Sie berichten, was passieren kann, wenn man sich darauf einlässt, und wenn die Skepsis dann doch überwiegt. Medizinische Hypnose hingegen kann sogar bei Schmerzen helfen.

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Es einfach mal mit Selbsthynpose probieren, kann aber eine gute, erste Hilfe sein. Sie müssen sich nur darauf einlassen wollen. In der HypnoBox gibt es übrigens eine kostenlose Suggestionseinheit für mehr "Zuversicht in der Krise". Wer möchte, kann sich seine Einheiten über die App selbst zusammenstellen und die Themen wählen, für die man sich persönlich interessiert. Wer mehr über die App wissen will, schaut direkt bei HypnoBox rein. Und wer mehr über Bernhard Tewes wissen will, schaut hier.

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