29.08.2019

Glücklich sein lohnt sich Studie bestätigt: Optimisten leben länger!

Wer glücklicher und optimistischer durchs Leben geht, lebt länger? Zumindest laut einer neuen US-Studie...

Foto: imago images / Westend61

Wer glücklicher und optimistischer durchs Leben geht, lebt länger? Zumindest laut einer neuen US-Studie...

Wer fröhlich und entspannt durchs Leben geht, hat mehr davon – auch zeitlich. Das bestätigt jetzt eine neue Studie.

Als Buch gibt es die Theorie schon, Forscher vermuteten es bereits, aber endgültig geklärt war die Frage nicht. Wer lebt eigentlich länger? Pessimisten, weil sie eher auf ihre Gesundheit achten, oder Optimisten, weil sie unbeschwerter durchs Leben gehen und weniger an Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden? Eine Studie bestätigt jetzt: Optimisten leben länger! Es lohnt sich also, ein sonnigeres Gemüt aufzubauen. Wenn das nur so einfach wäre...

Optimisten haben die höhere Lebenserwartung: Daten von über 70.000 Personen ausgewertet

Mindestens 85 Jahre alt sollen sie im Schnitt werden, die Optimisten – davon gehen jedenfalls US-Forscher aus. Bisher zeigte sich die Studienlage da ja eher uneinig.

Ein Forscherteam um Lewina Lee der Boston University School of Medicine hat sich jetzt aber zweier Datenbanken angenommen, in denen die Krankheitsgeschichte von fast 70.000 Krankenschwestern und 1429 Kriegsveteranen aufgezeichnet war. Gesundheitszustand und Lebensführung dieser Gruppen sind dort festgehalten.

Was genau ist ein Optimist?

Um zu klassifizieren, haben die Wissenschaftler zuerst einmal die Unterschiede zwischen Optimisten und Pessimisten definiert:

  • Optimisten sind demnach Menschen, die daran glauben, dass Gutes passiert sowie dass sie ihre Ziele erreichen und die Zukunft erstrebenswert ist.
  • Pessimisten wiederum sind eher der Meinung, dass das Schlechte überwiegt und dass die Zukunft fast chancenlos für sie zusammengebaut ist.

Optimisten haben 15 Prozent höhere Lebenserwartung

Die Teilnehmer hatten in Fragebögen angeben müssen, ob sie sich als eher optimistisch oder eher pessimistisch einschätzten. Im Nachgang hatten die Forscher die weiblichen Probandinnen in vier Gruppen eingeteilt: von sehr optimistisch bis sehr pessimistisch. Die Männer wiederum wurden in fünf Gruppen eingeteilt.

Anhand der Fragebögen und der Einteilung fand man später heraus, dass die besonders optimistische Gruppe der Frauen im Schnitt etwa 15 Prozent länger lebt. Die optimistischen Männer hatten eine rund 11 Prozent höhere Lebenszeit. Geachtet wurde dabei darauf, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils ähnliche demografische Merkmale aufwiesen. Außerdem habe man auf Vorerkrankungen geschaut, heißt es in der Studie.

Um es noch deutlicher zu sagen: Die Gruppe der größten Optimistinnen hatte eine um 50 Prozent höhere Chance, älter als 85 zu werden als die Gruppe der größten Pessimistinnen. Bei den Männern betrug der Unterschied sogar 70 Prozent.

Kritik an der Studie: Zusammenhang zwischen Optimismus und Krankheitsrate nicht ganz geklärt

Ein optimistisches Wesen hat also häufiger eine längere Lebenserwartung zufolge. Aber kann es nicht sein, dass gesündere Menschen nicht sowieso optimistischer sind als solche mit Vorerkrankungen?

Aus diesem Grund haben sie noch weiter in die Daten geschaut: Sie schauten, ob die höhere Lebenserwartung etwa daran liegen könnte, dass Optimisten einfach gesünder lebten. Gehen sie öfter zum Arzt, trinken sie weniger Alkohol? Treiben sie mehr Sport und rauchen sie vielleicht auch weniger? Der Unterschied in der Lebenserwartung schwächte sich nach Einberechnen dieser Fakten zwischen den Gruppen ab, verschwand aber nicht ganz.

Bestätigen kann die Studie, dass es tatsächlich einen Einfluss darauf haben kann, dass Optimismus als psychologischer Faktor Einfluss auf das Leben haben kann, erklärt die Erstautorin der Studie.

Positive Gedanken nicht überschätzen

Dennoch! Auch wenn positive Gedanken einen Effekt haben können – überschätzt und nur darauf gebaut werden sollte nicht. So hält sich hartnäckig der Glaube daran, dass Krebs von schlechten Gedanken ausgelöst werden kann, sich aber auch durch positive Gedanken heilen lässt. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) glauben 61 Prozent der bei einer Umfrage befragten Deutschen der Aussage zu, dass seelische Belastungen und Stress Krebs auslösen können. Belegt ist das nicht – und es kann gefährlich werden, sich auf solchen Glauben zu verlassen. Krebs ist eine Erkrankung, die ärztlich behandelt werden muss.

Optimismus lässt sich erlernen

Dass Optimismus positiv auf die Gesundheit wirken kann, das bestätigen allerdings Psychologen. Schneller gesund durch positive Gedanken ist – im Rahmen, als Zusatz zur Behandlung – möglich. Denn Optimisten haben eher das Gefühl, die Kontrolle zu behalten und selbst beeinflussen zu können. Erreichbare Ziele sind das Stichwort – so könne man Optimismus auch erlernen, erklärt Ralph Schliewenz vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen etwa gegenüber "dpa": "Die eigenen Möglichkeiten abschätzen, kleine Schritte machen, realistisch bleiben. Das ist ein Weg zum Optimismus."

Unser Tipp: Hören Sie auf sich selbst, achten Sie auf sich und versuchen Sie, unwichtige Dinge und unnötigen Stress einfach mal liegen zu lassen. Wir machen uns selbst oft zu viel Stress. Bemerken Sie aber körperliche Probleme bei sich, suchen Sie dennoch einen Arzt auf. Lassen Sie sich nicht verunsichern, aber achten Sie auf das, was Ihr Körper Ihnen sagt.

Übrigens helfen Sport und Fitness auch dabei, die Laune oben zu halten – und zwar wissenschaftlich nachgewiesen. Denn bei Bewegung schüttet unser Körper unter anderem das Glückshormon Serotonin aus, das uns ausgeglichener und fröhlicher macht. Und zugleich tut Bewegung unserem Körper – unserer Muskulatur sowie unserem Herz-Kreislauf-System – gut und fördert unsere geistige Fitness. So steigen wir auch noch einmal unsere Lebenserwartung. Übrigens bestätigen Studien auch immer wieder, dass regelmäßiges Spazierengehen bereits dabei hilft, das Leben zu verlängern.

Wer an Depression leidet, kann allerdings nicht so einfach "umstellen". Sollten Sie oder eine Ihnen nahe stehende Person zu Depressionen neigen, das Gefühl haben, in einer ausweglosen Lage zu sein oder Suizid-Gedanken haben, zögern Sie nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Hilfsangebote der Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de) sind jederzeit erreichbar, per Mail, Chat oder Telefon unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222. Dort erhalten Sie Unterstützung von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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