21.12.2017

Gezielte Gewichtskontrolle Idealgewicht berechnen: So sinnvoll sind BMI & Co.

Um das Idealgewicht berechnen zu können – und zwar möglichst genau –, benötigen Sie Ihren Taillen- und  Hüftumfang.

Foto: iStock/flukyfluky

Um das Idealgewicht berechnen zu können – und zwar möglichst genau –, benötigen Sie Ihren Taillen- und Hüftumfang.

Das Idealgewicht zu berechnen kann durchaus sinnvoll sein: mittlerweile gibt es Möglichkeiten, mehr als Körpergröße und Gewicht mit einzuberechnen. Wie das funktioniert – und vor allem, wozu das gut ist, erklären wir Ihnen hier.

Das „richtige Gewicht“ begleitet die meisten von uns immer wieder. Wie können Sie also herausfinden, ob sich Ihr Gewicht im als „normal“ definierten Bereich bewegt? Es gibt verschiedene Ansätze, das Idealgewicht berechnen zu können. Auf die Waage zu steigen bietet ja schon einmal einen guten Überblick. Dennoch: Dabei werden weder Alter noch Körpergröße mit einberechnet. Es braucht also mehr.

Das Idealgewicht berechnen: Ist das sinnvoll?

Oft wird gesagt: Gesund ist vor allem, wer sich im Rahmen seines Idealgewichtes befindet. Dass diese Aussage umstritten ist und das Idealgewicht bei jedem schwanken kann, ist mittlerweile bekannt. Denn nicht nur Körperfett beeinflusst das Gewicht, sondern auch Muskelmasse. Wer also viele Muskeln aufgebaut hat, ist schwerer. Andererseits kann es auch gleich schwere Menschen geben, die dagegen kaum Muskel-, dafür aber mehr Fettmasse besitzen. Wissenschaftlich ist man sich auch noch nicht ganz einig. Angenommen wird, dass es sich beim Idealgewicht um das „natürliche“ Körpergewicht handelt. Allerdings entsprach dieser Wert lange eher ästhetischen als medizinischen Gründen.

Ursprünglich wurde das Normalgewicht eines Menschen mit der ungenauen Broca-Formel (Normalgewicht = Körpergröße -100) definiert. Das ideale Gewicht aber muss individuell bestimmt werden und kann je nach Alter und Anteil an Fett- sowie Muskelgewebe schwanken. Es braucht also noch andere Faktoren.

Dennoch ist das Idealgewicht ein ganz guter Anhaltspunkt für die, die gezielt ab-, aber auch zunehmen wollen. Denn ein entsprechend der Körpergröße zu geringes oder zu hohes Gewicht kann den Körper belasten. Wir sprechen beim Idealgewicht also eher von einer Richtgröße – und könnten sie auch als „Wunschgewicht“ bezeichnen.

Etwas genauer: Der Body Mass Index

Um das Idealgewicht zu berechnen, wird heute in der Regel der BMI, der „Body Mass Index“, herangezogen. Der „normale“ BMI liegt laut Weltgesundheitsorganisation WHO zwischen 18,5 und 25. Als „ideal“ gilt dabei bei Frauen ein BMI von 21, bei Männern einer von 23.

Die Staffelung sieht dabei wie folgt aus:

  • BMI bis 18,5: Untergewicht
  • BMI zwischen 18,5 und 24,9: Normalgewicht
  • BMI zwischen 25 und 29,9: (leichtes) Übergewicht
  • BMI zwischen 30 und 34,9: Übergewicht Klasse I
  • BMI zwischen 35 und 39,9: Übergewicht Klasse II
  • BMI ab 40: Übergewicht Klasse III

Den Body Mass Index können Sie mit unserem Tool für Ihr Alter, Körpergröße und Gewicht selbst berechnen:

BMI gibt erste Hinweise: Sollten Sie handeln?

Wenn Sie Ihren BMI nun berechnen und dabei feststellen, dass dieser höher oder niedriger als das „Ideal“ liegt, Sie sich in Ihrer Haut aber wohl fühlen, müssen Sie nicht zwanghaft auf den idealen BMI hinarbeiten. Wie bereits gesagt, es handelt sich lediglich um einen Richtwert.

Dennoch: Liegt Ihr berechneter BMI über 30, sollten Sie handeln. Denn mit starkem Übergewicht steigen auch die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und chronische Beschwerden. Auch die Lebenserwartung kann sinken. Letzteres gilt aber auch für starkes Untergewicht: Mangelernährung zehrt den Körper aus und schwächt ihn.

Es geht noch genauer: Schlechte von guten Fetten unterscheiden

Der BMI jedoch gilt heute schon wieder als veraltet oder kann eben nur als Richtwert angesehen werden, da ja nicht zwischen Muskel- und Fettmasse unterschieden wird. Etwas genauer ist der WHR Idealgewicht-Rechner, der das Taille-zu-Hüfte-Verhältnis (Waist-to-Hip-Ratio, kurz WHR), mit betrachtet. Denn auch die Verteilung des Körperfettes spielt eine Rolle für die Gesundheit. Bauchfett zum Beispiel ist wesentlich gefährlicher als Fett an Po, Beinen oder auch an den Armen.

Der Taillen- und Hüftumfang muss dazu richtig gemessen werden. Dazu sollten Sie das Maßband morgens nüchtern sowie stehend anlegen. Atmen Sie normal aus und messen Sie:

  • Den Taillenumfang messen Sie auf Höhe des Nabels zwischen unterem Rippenbogen und über dem Beckenkamm.
  • Den Hüftumfang messen Sie an der breitesten Stelle Ihrer Hüfte rund um den Po.

Berechnet wird der WHR dann wie folgt:

  • Taillenumfang in cm / Hüftumfang in cm

Der ideale WHR für Frauen liegt bei etwa 0,7, der für Männer bei etwa 0,85. Auf dieser Grundlage können Sie sich auch den idealen Taillenumfang berechnen:

  • WHR x Hüftumfang = Taillenumfang

Warum spielen diese Werte eine Rolle?

Liegt der von Ihnen gemessene Taillenumfang höher als der für Sie ideale, heißt es Maßnahmen ergreifen: Bauchfett reduzieren und Po trainieren. So können Sie dann auch effektiv das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und sogar Dickdarmkrebs senken. Das Risiko für all diese Krankheiten wird nämlich laut diverser Studien, unter anderem vom Münchner Max-Planck-Institut, durch mehr Bauchfett erhöht. Auch erhöhte Blutfettwerte, Diabetes Typ II, Gebärmutter-, Eierstock- sowie Brustkrebs oder Bluthochdruck und Gallenblasenprobleme werden durch zu viel Bauchfett begünstigt.

Bedenken Sie also auch diesen Wert, wenn Sie Ihr Idealgewicht berechnen. Denn es geht nicht nur um Ästhetik, sondern auch um Ihre Gesundheit.

Übrigens können Sie auch gleich Ihren individuellen Kalorienbedarf berechnen, wenn Sie sich vorgenommen haben, Ihrem Idealgewicht näher zu kommen. Mehr zu Diäten finden Sie auf unserer Themenseite.

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