20.03.2017

Besser sehen So geht Augenyoga: Übungsprogramm zur Entlastung der Augen

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Im digitalen Zeitalter geht es vor allem um ein Training der Augenmuskeln. Augenyoga entlastet.

Foto: iStock/m-imagephotography

Im digitalen Zeitalter geht es vor allem um ein Training der Augenmuskeln. Augenyoga entlastet.

Wer täglich 10 Minuten Augenyoga trainiert, kann sogar auf die Brille verzichten: Das ist das Versprechen des Augenarztes Dr. Kazuhiro Nakagawa.

Einfach gut sehen: Das können die meisten Deutschen nicht mehr. Fast zwei Drittel sind fehlsichtig, 40 Millionen tragen eine Brille oder Kontaktlinsen - und viele finden sich damit ab, dass sie ständig stärkere Gläser brauchen.

Dabei ist nicht jede Sehschwäche genetisch bedingt: „Auch die heutige Welt setzt unseren Augen zu“, sagt der japanische Augenarzt Dr. Kazuhiro Nakagawa. Wer seine Augen ungesunden Belastungen aussetzt, riskiert, immer schlechter zu sehen.

Doch auch das Gegenteil stimmt: Wer ein spezielles Übungsprogramm – Augenyoga – macht, stärkt und entlastet seine Augen.

Smartphones und Tablets stressen die Augenmuskeln – Augenyoga hilft

Beim Training geht es um die Augenmuskeln. Waren sie früher ständig in Bewegung, sieht das heute im modernen Alltag mit PC, Smartphone und Tablets anders aus: „Wenn der Blick längere Zeit auf den Computerbildschirm oder andere LCD-Displays gerichtet ist, bedeutet das für die Augen eine ständige Anstrengung. Dabei wird die Augenmuskulatur auf eine Weise beansprucht, für die sie nicht gemacht ist, und so entsteht nach und nach Kurzsichtigkeit“, sagt Dr. Nakagawa.

Besonders belastet durch den Bildschirmstress werden die Ziliarmuskeln. Sie steuern die Form der Augenlinsen und sorgen so für die Scharfstellung der Augen. Sehen wir in die Ferne, sind die Muskeln entspannt. Bei Naharbeit werden sie hingegen permanent angespannt, damit die Linse sich wölben kann - irgendwann fällt es immer schwerer, klar in die Weite zu sehen. Aber auch bei der Entstehung von Altersweitsichtigkeit spielen die Muskeln neben der nachlassenden Elastizität der Augenlinse eine Rolle: „Bei Nichtgebrauch können sie schrumpfen und kraftlos werden“, erklärt Dr. Nakagawa.

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Seine Übungen sollen sowohl computerbedingte Kurzsichtigkeit als auch Altersweitsichtigkeit verhindern oder verbessern, indem sie die Beweglichkeit der vier geraden und zwei schrägen Augenmuskeln fördern sowie die Ziliarmuskeln geschmeidiger machen und entspannen. Gleichzeitig steigern sie die Durchblutung der Augen und verbessern die Verarbeitungskapazität des Gehirns.

Ob das Training tatsächlich die Sehkraft erhalten und sogar die Brille ganz wegzaubern kann, ist wissenschaftlich noch nicht endgültig bewiesen - und in jedem Fall sollte bei Sehproblemen immer ein Augenarzt aufgesucht werden. In Japan aber haben schon viele Patienten durch die Nakagawa-Methode ihr Sehschärfe verbessert, der Erfolg war bei vielen in Dioptrien nachmessbar. Und der Erfinder verspricht: Nur 10 Minuten von diesem Augenyoga-Workout am Tag reichen!

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Diese 5 Übungen sollen die Brille ersetzen

1. Für einen besseren Nah-Fern-Wechsel

Stellen Sie sich einige Meter vor ein Bild an der Wand. Halten Sie eine Hand etwa 30 Zentimeter vor das Gesicht. Fixieren Sie jetzt abwechselnd das Bild und die Hand für jeweils drei Sekunden. Lassen Sie den Blick immer schneller hin- und herspringen, bis Sie 20-mal gewechselt haben.

Der Effekt: Wirkt der einseitigen Anspannung der für die Naheinstellung zuständigen Augenmuskeln entgegen.

2. Gegen computerbedingte Kurzsichtigkeit

Augen für zehn Sekunden schließen. Dann diese öffnen und für zehn Sekunden nach oben blicken, ohne den Kopf zu bewegen. Die Augen wieder für zehn Sekunden schließen, dann für zehn Sekunden nach unten blicken. Den Ablauf für rechts und links wiederholen. Das Ganze zweimal durchspielen.

Der Effekt: Augen- und Gesichtsmuskulatur werden durchbewegt, die Blutgefäße gekräftigt, die Durchblutung gefördert. Die Übung hilft auch bei Altersweitsichtigkeit.

3. Bei unscharfem Sehen durch Stress

Atmen Sie langsam durch die Nase ein, sodass sich der Bauch vorwölbt. Atmen Sie langsam durch den Mund wieder aus und beugen Sie sich dabei ein wenig nach vorn. Wiederholen Sie das zehnmal und stellen Sie sich dabei jedes Mal vor, wie Sie der Durchblutung der Augen und des Gehirns neuen Anschub geben.

Der Effekt: Die Stressbelastung der Augen und des Gehirns wird verringert, dadurch wird die Funktion der Ziliarmuskeln besser gesteuert.

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4. Gegen Altersweitsichtigkeit

Wählen Sie in diesem Heft ein Wort aus und fixieren Sie es für drei Sekunden. Schließen Sie jetzt die Augen und sagen Sie sich dabei, dass Ihre Augen weiter auf das Wort fokussiert sind.

Augen nach drei Sekunden wieder öffnen und prüfen, ob das Wort noch scharf zu erkennen ist. Wenn ja, können Sie die Zahl der Sekunden, in denen Sie die Augen geschlossen haben, langsam erhöhen.

5. Bei trockenen Augen

Schauen Sie auf irgendeinen Punkt im Raum, ohne zu blinzeln. Halten Sie die Augen dabei so lange wie möglich offen. Anschließend zehnmal hintereinander blinzeln. Das Ganze fünfmal wiederholen. Danach bewusst gähnen.

Der Effekt: Diese Augenyoga-Übung regt die Tränendrüsen und besonders die Meibom-Drüsen an, die die Fettschicht des Tränenfilms produzieren. Die Augen fühlen sich weniger müde an.

BUCH-TIPP

Dr. Kazuhiro Nakagawa: Augenyoga - Die Nakagawa-Methode für ein Leben ohne Brille. Goldmann, 12,99 Euro.

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Dieser Artikel erschien auch in der BILD der FRAU Nr. 3.

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