04.11.2016

NOSTALGISCHES RETRORAD Komm mit! - Nostalgie-Trend für Stilbewusste: Mein Retrorad

Die farbenfrohen Retrofahrräder sind individuell und machen gute Laune.

Foto: iStock/Pekic

Die farbenfrohen Retrofahrräder sind individuell und machen gute Laune.

Ein Fahrrad ist kein Sportgerät – und so soll es auch nicht aussehen. Ellen-Jane Austin ist aufs Retrorad gekommen und sieht keinen Grund, in Sachen Stil zurückzurollen.

Ich liebe die kleinen Hilfsmittel des modernen Alltags. Meine Läufe tracke ich in einer Lauf-App und schaue mit Freude den Balken und Graphen zu, die mir verraten, ob ich fitter werde. Wenn ich in einer fremden Stadt bin, verrät mir die Smartwatch dank Navigations-App, wie ich von A nach B komme. Und wenn ich mich dennoch verspäte, kann ich schnell eine Nachricht per Messenger schicken, dass ich noch fünf Minuten brauche.

Aber da ist auch ein Teil in mir, der sich trotz all dieser großartigen Errungenschaften nach der guten alten Zeit sehnt. Die Zeit, in der man zum Spielen einfach bei den Nachbarn klingelte. Die Zeit, in der es zu Hause immer nach Frischgebackenem roch. Und auch wenn ich Anfang des 20. Jahrhunderts noch gar nicht gelebt habe – ich sehne mich ebenso nach der Zeit, in der junge Burschen in Hosenträgern und junge Damen mit Blumen am Hut anmutig auf ihren stilvoll geschwungenen Fahrrädern durch die Grünanlagen ritten.

Von mir aus sollen auch die Mädels Hosenträger und die Jungs beblümte Hüte tragen – Hauptsache mit Stil.

>> Gesund mit Achilles

Das fabelhafteste Fortbewegungsmittel auf unserer schönen Erde

Ich bin ein recht nostalgisches Wesen, wenn es ums Fahrradfahren geht. Ja, ich fahre auch gerne flott Rad und erfreue mich an der Kalorien-Negativbilanz, die daraus entsteht.

Aber – auch wenn die Rennradler, Triathleten und Downhiller dieser Welt mir widersprechen würden – das Rad ist für mich kein Sportgerät, sondern primär ein Fortbewegungsmittel. Und zwar das wunderbarste auf diesem Planeten. Unabhängigkeit, Bewegung und Fahrtwind = herrlich.

>> Komm mit! - Zehn Gründe, warum Radfahren das Leben verbessert

Ich brauche keine Fahrradcomputer, keine High-Tech-Carbon-ultraleicht Räder in neon-grün – ich will zwei Räder, klare Linien und Liebe zum Detail.

Es ist ungefähr 150 Jahre her, dass das erste Fahrrad in seiner heutigen Form in Frankreich entwickelt wurde. Zumindest was den Stil angeht, wurde diese Kreation bis heute nicht übertroffen. Man könnte jetzt sagen, das sei die Meinung einer einzelnen Dame. Doch wer den rollenden Trend auf unseren Straßen beobachtet, kann schnell zu dem Schluss kommen, dass ich mit meiner Retro-Romantik nicht alleine dastehe.

Luxusräder von Hermès und Gucci

Als ich nach Berlin zog, musste schnell ein neues Rad her. Erst wollte ich mir auf einem Flohmarkt ein schmuckes gebrauchtes Hollandrad kaufen – Satz mit X. Entweder sie waren

A) zum Verlieben schön, aber unbezahlbar

B) finanziell im Rahmen, aber definitiv nicht verkehrstauglich oder

C) sehr, sehr hässlich – FoKuHiLa-hässlich (nicht alles was retro ist, ist schön).

Bevor ich mir Variante B zulegte, wollte ich sehen, welche andere Möglichkeiten ich hatte. Eine Internetrecherche bestätigte meine Vermutung: Vintage-Bikes sind momentan schwer angesagt. Es muss nicht mal ein altes Modell sein – einige Manufakturen haben sich darauf spezialisiert, stilvolle Räder für den gehobenen Anspruch zu bauen.

Neben Modellen, die denen aus dem späten 19. Jahrhundert verdammt ähneln, finden sich auch andere simpel gehaltene Räder, zum Beispiel der Liebling der Hipster: das Fixie.

Alteingessene Manufakturen aus England kombinieren in Handarbeit noble Nostalgie-Designs mit neuster Fahrrad-Technologie. Das hat auch seinen Preis. Ein Budget von mindestens 1.500 Euro sollte schon drin sein.

Und wer Wert auf Designer-Labels legt, kann sich an den Rad-Modellen von Hermès und Gucci erfreuen. Die liegen mit gut 10.000 bis 15.000 Euro auch noch einige Preisklassen darüber.

Stil muss nicht teuer sein

Für meinen Geldbeutel ist das wahrlich nichts. Aber es gibt auch erschwingliche Modelle im klassischen Look, wie zum Beispiel von Excelsior. Ihre Retroräder gehen bei unter 400 € los. Der Vorteil: Man hat ein fabrikneues Rad mit neuer Technik – ein schönes Gefühl, zu wissen dass erst mal alles läuft.

Oder man findet eben doch einen alten Klassiker und lässt ihn wieder herstellen, beziehungsweise versucht sich sogar selbst daran. Als ich zum ersten Mal mein Rad repariert habe, fühlte sich das an, als könne ich plötzlich zaubern! Dieses Vulkanisieren ist schon eine ganz ausgefuchste Sache.

Aber Warnung: Wenn man viel Liebe in ein Rad steckt, tut es ganz besonders weh, sollte es geklaut werden. Also egal wie billig das Rad war oder wie alt es ist – ein gutes Schloss ist ein Muss – anketten!

>> Knöllchen und Diebstahl: 10 Tipps, die Fahrradfahrer schützen

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