28.03.2016

Medizin aus der Natur Heilwunder Zwiebel

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Foto: © iStock / Gytis

Die Knollen sind günstig und schmackhaft. Aber wussten Sie, dass die Zwiebel als Arznei ihre größten Talente entwickelt?

Ein Newcomer ist sie wirklich nicht: Seit mehr als 3000 Jahren wird die Zwiebelknolle als Heil-und Gemüsepflanze angebaut. Heute liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 8 Kilo. Das ist nicht nur gut für leckeres Essen, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Gesundheit. Denn das vitalstoffreiche Gemüse hat es in sich.

Zwiebeln stärken dank Quercetin das Immunsystem

So können Diabetiker mit dem Verzehr roher Zwiebeln den Blutzuckerspiegel etwas absenken. Sulfide aus der Zwiebel wirken als natürliches Antibiotikum und töten Bakterien und Pilze ab. "Einer der wirksamen Inhaltsstoffe der Zwiebel ist das Quercetin. Es hat viele positive gesundheitliche Wirkungen", erläutert Maria Vogel, Diplom-Ingenieurin der Pharmazie und Mitarbeiterin des NHV Theophrastus (siehe Kasten "Heilpflanze des Jahres").

Gerade gelbbraune Zwiebeln enthalten mit ca. 347 Milligramm pro Kilo besonders viel Quercetin. "Für die medizinische Anwendung als Sirup, Wickel oder Einreibung empfehle ich daher die klassische, scharfe Küchenzwiebel." Denn Quercetin stimuliert zudem das Immunsystem und trägt dazu bei, den Cholesterinspiegel zu regulieren.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Zwiebeln sogar "zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen." Hintergrund: Eine finnische Studie hat gezeigt, dass der tägliche Verzehr von einem Apfel und 5 Gramm Zwiebel bei Frauen das Risiko für Herzkrankheiten deutlich reduziert. Da sie ein Verkleben der Blutplättchen hemmen, können sie gefährlichen Blutgerinnseln vorbeugen.

Zwiebeln haben eine krebsvorbeugende Wirkung

Forscher der amerikanischen Cornell-Universität konnten in einer Untersuchung zudem belegen, dass Zwiebeln regelmäßig verzehrt sogar eine krebsvorbeugende Wirkung entfalten können. Maria Vogels Tipp: "Da sich wertvolle Inhaltsstoffe auch in der Schale befinden, empfehle ich, die gelben Zwiebelschalen bei Suppen oder Eintöpfen einfach, z. B. in einem Tee-Filterbeutel, mitzukochen."

Wussten Sie, warum uns Zwiebeln zum Weinen bringt?

Beim Zerkleinern der Zwiebel reagiert ein Enzym (Alliinase) aus dem Inneren der Zwiebelzelle mit einer schwefelhaltigen Aminosäure aus der Zellwand. Dabei bildet sich ein schleimhautreizendes Gas, das uns die Tränen in die Augen treiben kann. Um das Tränen der Augen zu umgehen, beim Schneiden einen Schluck Wasser in den Mund nehmen. Und: Je schärfer das Messer ist und je besser es schneidet, desto weniger reizende Gase entwickeln sich beim Zerkleinern der Zwiebel.


So nutzen Sie die Kräfte der Zwiebel

Ohrenschmerzen lindern

Eine Zwiebel in feine Würfel schneiden, in einen Waschhandschuh geben und zubinden. Das Säckchen über Wasserdampf auf Körpertemperatur erwärmen. Auf das Ohr und möglichst auch hinter das Ohr legen. Zum Warmhalten mit Watte oder einem Wolltuch abdecken und alles mit einem Stirnband oder einer Mütze fixieren. 1/2 Stunde einwirken lassen. Danach gut abwaschen und abtrocknen.

Insektenstiche beruhigen

Einen juckenden Insektenstich mit einer aufgeschnittenen Zwiebel einreiben. Eine Zwiebel hilft auch bei schmerzenden Bienen- und Wespenstichen, sowohl gegen den Schmerz, als auch gegen die Schwellung.

Durchfall bekämpfen

Die antibakterielle Wirkung roher Zwiebeln kann bei Durchfallerkrankungen hilfreich sein: Über den Tag verteilt immer wieder 1 EL klein gehackte Zwiebelstückchen essen.

Hustenschleim lösen

Zwiebel in kleine Stücke schneiden, mit der gleichen Menge Honig verrühren und für ein paar Stunden stehen lassen. Mehrmals täglich 2-3 TL Zwiebelhonig pur oder in einer Tasse heißer Milch gelöst einnehmen.

Parodontose vorbeugen:

Die antientzündlichen Eigenschaften der Zwiebel kann man sogar zur Zahnfleischpflege einsetzen. Das fanden koreanische Forscher heraus. 1/4 Zwiebel in der Knoblauchpresse ausdrücken, den Saft auffangen und das Zahnfleisch damit abreiben.

Erkältungen mildern

1 Zwiebel fein hacken, mit 100 ml heißem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen. Dann 3 EL Honig unterrühren. Stündlich einen großen Schluck Zwiebelsaft langsam im Mund zergehen lassen.

Schnupfen stoppen

2 Zwiebeln in Ringe schneiden und in Baumwollsocken geben. Diese auf Körpertemperatur erwärmen und anziehen. Zum Warmhalten Wollsocken darüberziehen und unter einer Decke ruhen, bis die Zwiebelsocken ausgekühlt sind. Wenn nötig wiederholen.

Zwiebel - Heilpflanze des Jahres 2015

"Hat sieben Häute, beißt alle Leute" - dieses Rätsel, das viele aus Kindertagen kennen, charakterisiert zwei der auffallendsten Merkmale der Zwiebel. Die Jury des NHV Theophrastus, eines Vereins zur Förderung der naturgemäßen Heilkunde nach Paracelsus mit Sitz in München, hat die Zwiebel (Allium cepa) zur Heilpflanze des Jahres 2015 gekürt. So werden die vielfältigen heilenden Effekte der heimischen Pflanze stärker in den Blickpunkt gerückt.


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Quelle: Bild der Frau Schlank & Fit 05062015

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