26.03.2016

Gesunder Durstlöscher Wasser als Heilmittel

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Die Deutschen lieben Mineralwasser. Etwa 140 Liter trinkt jeder von uns pro Jahr. Ob mit Kohlensäure, still oder das aus dem Wasserhahn: Wir sagen, welches für Sie das beste ist.

Wasser ist Leben, ohne H2O funktioniert nichts in unserem Organismus: Es ist die Klimaanlage für die Körpertemperatur, flüssiger Baustein der Zellen, Transportmittel für den Stoffwechsel. Ein bis eineinhalb Liter verlieren wir jeden Tag durchs Schwitzen, Atmen, beim Verdauen. Haben Sie heute schon genug getrunken? Dafür gibt es einen einfachen Test: Bilden Sie eine kleine Hautfalte auf Ihrem Handrücken und lassen Sie sie wieder los. Bleibt sie stehen oder verschwindet nur langsam? Dann sollten Sie dringend etwas trinken.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in Bonn empfiehlt 1,5 Liter am Tag. Wenn Sie auf Diät sind, sollten Sie zwei Liter trinken, an heißen Tage sogar bis zu drei Liter. Zusätzlich kommen im Idealfall noch ein Liter Flüssigkeit durch Obst, Gemüse, Milch oder Fisch dazu. "Wenn ein Durstgefühl auftritt, liegt schon ein Wasserdefizit vor", warnt Günter Wagner,Ernährungswissenschaftler und Vorstandsmitglied des Instituts für Sporternährung, Bad Nauheim. "Deshalb sollten Sie sich einen Trinkrhythmus regelrecht antrainieren."


Den Wasserhaushalt mit Erinnerungen regeln

Damit das auch im stressigen Alltag klappt, erinnert Sie z. B. eine kleine Trinkuhr jede Stunde ans Trinken (z. B. übers Internet). Oder eine App fürs Handy (kostenlos fürs Android: z. B. "Cabodroid - Wasser trinken!"; fürs iPhone:"Trink-Wecker", 0,89 Euro). Trinkwasser ist der billigste und unkomplizierteste Durstlöscher überhaupt. Dank strenger Trinkwasserverordnung ist es gesundheitlich unbedenklich Leitungswasser zu trinken (es sei denn, Sie haben Bleirohre im Haus).

"Wir müssen auch entsprechende Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen zu uns nehmen, damit die Flüssigkeit optimal aufgenommen wird", erklärt Günter Wagner. Das kann Leitungswasser nicht leisten, denn es enthält z. B. maximal 50 mg Magnesium pro Liter, Mineralwasser dagegen über 100 mg. Darum sind auch Wassersprudler, die Trinkwasser lediglich mit Kohlensäure anreichern, nicht als ausschließliche Lösung zu empfehlen.

Tafelwasser sollten Sie nur in Ausnahmefällen trinken, denn es wird industriell hergestellt und kann eine beliebige Mischung von Trink-, Mineral-, Meerwasser, Natursole, Mineralstoffen und Kohlensäure sein. Heilwasser entspringt unterirdischem, vor Verunreinigungen geschütztem Wasservorkommen. Das ist sogar amtlich anerkannt. Außerdem gilt es als Arzneimittel, das durch seinen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen in erster Linie Krankheiten therapieren soll.


Mineralwasser enthält wichtige Mineralien und Spurenelemente

Mineralwasser ist die beste Wahl. Ob mit oder ohne Kohlensäure ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, denn unter ernährungsphysiologischen Aspekten punktet ein kohlensäurehaltiges Mineralwasser gegenüber einem stillen. "Als Bio-Turbo fördert die Kohlensäure eine schnellere Mineralstoffaufnahme aus dem Mineralwasser und der Nahrung", so der Ökotrophologe. Kohlensäure macht es außerdem wesentlich besser haltbar, denn diese hemmt das Wachstum von Keimen.

Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Zusammensetzung. Mineralstoffe und Spurenelemente, die nicht fehlen sollten sind Natrium, Kalzium, Magnesium, Hydrogencarbonat, Kalium, Chlorid, Sulfat, Fluorid (z. B. in Apollinaris, Arienheller Brunnen, Gerolsteiner). Beim optimalen "Sprudelwasser" sollte der Gehalt an diesen acht Mineralien insgesamt über 1500 mg/l und nicht unter 500 mg/l liegen.


Für jeden das richtige Wasser

Wenn Sie eine Diät machen, im Dauerstress oder über 50 Jahre sind, viel Sport treiben, sollten Sie zu einem Wasser greifen, das über 180 mg/l Kalzium und über 90 mg/l Magnesium bietet (z. B. Apollinaris, Förstina, Heppinger, Vittel, Volvic). Wer seinen Säure-Basen-Haushalt in Balance halten, fit und leistungsfähig bleiben oder entgiften möchte, sollte ein Mineralwasser mit einem Hydrogencarbonat-Gehalt von 1,7 bis 2,5 g/l kaufen (z. B. Staatlich Fachingen, Hubertus Sprudel, Arienheller Brunnen).

Auch für Kinder ab sechs Jahren ist Mineralwasser das beste Basisgetränk - egal ob mit oder ohne Kohlensäure. Achten Sie aber darauf, dass der Kalziumgehalt mindestens 100 mg/l beträgt (z. B. Rhenser, Neuselters, Bad Vilbeler Urquelle, Contrex).


Weiterführende Lektüre

"Trink Dich fit - Handbuch für das richtige Trinken" von Günter Wagner, Dr. med. Johannes M. Peil, Uwe Schröder, Pala Verlag, 172 Seiten, 14 Euro.


Was ist eigentlich ?

  • Chlorid: Der Elektrolyt ist an fast allen Stoffwechselvorgängen und Körperfunktionen beteiligt und spielt zusammen mit Natrium eine wichtige Rolle bei der Wasserverteilung.
  • Kalium: Der Mineralstoff aktiviert Enzyme, stellt Eiweiße her und reguliert zusammen mit Kalzium und Natrium die Aktivität des Herzmuskels.
  • Sulfat: Die natürliche Schwefelverbindung ist Bestandteil der Gelenkknorpel und fördert die Produktion von Magen-und Verdauungssekreten.
  • Natrium: Das Alkalimetall reguliert den Wasserhaushalt, überträgt Nervenimpulse und pusht Enzyme.
  • Hydrogencarbonat: Das Salz der Kohlensäure puffert den pH-Wert des Blutes und reguliert den Säure-Basen-Haushalt.

Diese Heilwasser helfen

  • Sodbrennen, erhöhter Harnsäurespiegel, Gicht: mehr als 600 mg/l Hydrogencarbonat (z. B. Heppinger Extra, Bad Mergentheimer Karlsquelle)
  • Verstopfung, Probleme mit Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse: mehr als 200 mg/l Sulfat (z. B. Bad Winsheimer St. Anna, Rohrauer Friedrichsquelle)
  • Nächtliche Wadenkrämpfe, nervöse Herzrhythmusstörungen: mehr als 100 mg/l Magnesium (z. B. Adelheidquelle, Dunaris)
  • Osteoporose, Allergien: mehr als 150 mg/l Kalzium (z.B. Bad Griesbacher Natürliches Heilwasser, Bad Driburger Caspar-Heinrich- Quelle)
  • Anämie, starke Regelblutung, Infekte, nach Operationen: mehr als 1 mg/l Eisen (z. B. Dunaris)
  • Schutz vor Karies: mehr als 1 mg/l Fluorid (z. B. Staatl. Fachingen, Sankt Libori, Labertaler St. Sebastian)
  • Harnwegsinfekte: mehr als 150 mg/l Kalzium, 100 mg/l Magnesium, (z. B. Karlsquelle), 600 mg/l Hydrogencarbonat (z. B. Bad Mergentheimer Karlsquelle, St. Gero)

>> Anämie: Wie Sie Ursachen und Symptome erkennen


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Siehe auch: Mineralwasser

Quelle: Bild der Frau Schank & Fit 05062015

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