16.03.2016

Wanderlust Wandern im Winter: Ausflug in die Stille

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Foto: ©iStock / Bartosz Hadyniak

Die Hälfte der Deutschen liebt das Wandern - auch in der kalten Jahreszeit. In der Natur kommt man sich auch selbst wieder ein ganzes Stück näher.

Wer die Natur beim Wandern hautnah erleben möchte, muss nicht weit dafür fahren: Unser ganz privates Wanderparadies liegt quasi vor der Haustür! Ob Flach-Wandern in Niedersachsen oder Bergtouren in Bayern: Wandern in Deutschland ist wunderbar abwechslungsreich. Jedes einzelne Bundesland hat für seine Wanderfreunde ganz unterschiedliche Landschaften anzubieten und insgesamt fast 200.000 km befestigte Wanderwege! Gesunde frische Luft gibt es zum Nulltarif dazu.

Kennen Sie unsere Premiumwanderwege?

Der Deutsche Wanderverband sowie das Deutsche Wanderinstitut haben es sich zur Aufgabe gemacht, deutschlandweit Wege zu überprüfen, ob sie auch alle Kriterien für einen guten Wanderweg erfüllen. Diese Wege werden mit dem Prädikat "Premiumwanderweg" ausgezeichnet - und immer wieder kontrolliert. Dass auf der Karte markierte schöne Aussichten zugewachsen sind oder es an Landstraßen oder tristen Siedlungen vorbeigeht, kann Ihnen daher nicht passieren. Stattdessen führen diese Wege auch noch an interessanten Sehenswürdigkeiten vorbei.

Entschleunigung pur - und himmlische Stille

Winterwanderwege z.B. werden im Winter bei Schnee als Premiumwege zertifiziert. Im Winter ist Wandern nämlich ein ganz besonders Ereignis. Liegt die Welt unter einer fluffigen weißen Decke, hat man den Eindruck, die Erde dreht sich ein Stück weit langsamer, die Zeit bleibt stehen - und: Alles klingt ein wenig leiser.

Lockerer Neuschnee puffert bis zu 90 Prozent Luft in seinen Hohlräumen, wenn die Flocken ungeordnet aufeinanderliegen. Das schluckt den Schall. Man hört nur den knirschenden Schnee unter den Fußsohlen - und sonst nahezu nichts. Wunderbar, um zu sich selbst zu finden und in sich selbst hineinzuhören. Auf Ihrem Weg begleiten Sie intensive Schattenspiele und das Geglitzer des Schnees.

Die gleichmäßigen Schritte geben einen Rhythmus vor, der Sie ähnlich einer Meditation in einen Flow-Zustand bringen kann. Wander-Experten empfehlen auf den Touren einen kraftvollen Gang und ein Tempo von 4 bis 5 Kilometern in der Stunde. In solchen Momenten ist man ganz eins mit sich. Das hilft dabei, Abstand zu finden zu den kleinen und großen Problemen des Alltags, es macht den Kopf klar und schafft Ressourcen, um zu Hause gelassener zu bleiben, mehr abzufedern, belastbarer zu sein und das kleine Glück der Wandertour noch lange nachklingen zu lassen.

Gut für Balance und Abwehrkräfte

Außer der mentalen Wirkung hat Winterwandern auch etliche positive Effekte auf unsere Gesundheit. Wer sich draußen bewegt, bunkert mit der vielen frischen Luft nicht nur Sauerstoff. Aktive Wanderer verbessern außer der Lungenfunktion auch ihren Stoffwechsel. Im Klartext: Man läuft ungeliebten Pluspfunden davon und stärkt dabei auch noch Immunsystem, Herz und Kreislauf.

Auf die richtige Ausrüstung achten

Bevor Sie sich auf den Weg machen, sollten Sie sich eine Winterausrüstung zurechtlegen. Mehrere Schichten Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip sind sinnvoll. Achten Sie darauf, dass Ihre Jacke warm hält, außerdem vor Wind und Nässe schützt. Drunter ein wärmendes Fleece, das Schweiß nach außen abtransportiert. Am besten sind Funktionsstoffe aus Hightech-Faserm.

Hightech statt Designer-Jeans

Zum Wandern sollten Sie keine Jeans tragen. Denn: einmal nass - immer nass. Eine gute Wanderhose hingegen schützt Sie vor Wind und Wetter und hält angenehm warm. Achten Sie eventuell auf Stretcheinsätze für mehr Bewegungsfreiheit. Und ziehen Sie bei starken Minusgraden eine lange Unterhose drunter.

Wichtig: Handschuhe, Mütze, Schal

Über den Kopf kühlen wir besonders schnell aus. Setzen Sie also auf jeden Fall eine Mütze auf. Die Handschuhe sollten im Winter eine wasserabweisende Klimamembran haben (z. B. Goretex), ein leichter Fleeceschal kann Hals und Nacken wärmen, damit es nicht zu Verspannungen kommt.

Ebenfalls ein Muss: Stabile Schuhe

Machen Sie sich keinesfalls mit Moonboots oder leichten Trekkingschuhen auf den Weg. Mit das Wichtigste sind robuste, wasserabweisende, warme Schuhe. Winterfeste Wanderschuhe müssen so fest sein, das Sie damit auch vereiste Passagen meistern können. Sie brauchen eine griffige Gummiprofilsohle, die guten Halt bietet und den Fuß stabilisiert. Ihr Innenleben sollte gut gegen Kälte und Nässe isolieren. Zusätzliche Sohlen mit Thermofußbett halten extrawarm. Freiraum für die Zehen ist bei Kälte besonders wichtig. Achten Sie aber darauf, dass die Ferse trotzdem sicheren Halt hat.

Auf Tour im Urlaub

Eine Wintertour, Fackel- oder Schneeschuhwanderungen kann man einfach am Wochenende machen - oder aber einen ganzen Urlaub mit Wandern verbringen. Viele Veranstalter von pauschalen Wanderreisen bieten Gepäcktransport und Plusleistungen wie Wanderkarten oder Bergbahnfahrten an.

Tipp: Auf www.wanderkompass.de finden Sie die schönsten Wandertouren nach Bundesländern sortiert.

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