Aktualisiert: 28.12.2020 - 13:14

Auf den Körper hören Mit Erkältung zum Sport? Wann Sie trainieren dürfen & ab wann Sie ins Bett gehören

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5 Tipps für ein starkes Immunsystem

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Der Hals kratzt, die Nase läuft: schon wieder eine Erkältung. Dabei wollten Sie abends doch eigentlich Sport machen. Muss der jetzt ausfallen oder darf man sich trotzdem körperlich betätigen?

Mit einer Erkältung Sport machen – geht das überhaupt? Das kommt drauf an, erklärt unser Experte:

Aus lauter Angst vor Schlimmerem verzichten viele bei einer Erkältung auf Sport. Dabei muss das nicht unbedingt sein: "Ein leichter Schnupfen, wenn man ansonsten fit ist und sich gesund fühlt, ist kein Hindernis für Bewegung", sagt Professor Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Der Experte erklärt, dass der Sport sogar gut für den Körper sein kann, speziell, wenn Sie sich an der frischen Luft bewegen. "Durch die Bewegung wird die Durchblutung des Körpers angeregt, auch die der Schleimhäute." Nach dem Sport sind die geschwollenen Nasenschleimhäute oft wieder frei, Sie können besser atmen.

Erkältung und Sport: Wann bleiben Sie besser zu Hause?

Die richtige Entscheidung zu treffen, wann Sie bei einer Erkältung zu Hause bleiben und wann zum Sport gehen, ist eine Gradwanderung. Wenn Sie sich gut fühlen, nur leichte Beschwerden wie Schnupfen oder ein Kratzen im Hals haben, können Sie sich ruhig bewegen. "Halten Sie jedoch ein moderates Tempo ein, gehen Sie nicht an Ihre Grenzen", rät der Experte.

Leiden Sie jedoch an starkem Husten, fühlen Sie sich schlapp oder haben Sie Fieber, dann gehören Sie aufs Sofa oder ins Bett. Bei einer starken Erkältung sollten Sie auf Sport verzichten. Speziell bei Fieber sollten Sie sich schonen. "Bakterien können sich gut im Körper verteilen, wenn man an Fieber leidet. Sie können zu Entzündungen in anderen Organen, zum Beispiel im Herz, führen. Eine Herzmuskelentzündung kann die Folge sein", sagt Prof. Dr. Froböse. Dieses Risiko sollten Sie nicht eingehen. Im Zweifel kann auch ein Arztbesuch bei Erkältung ratsam sein.

Schonen Sie sich, bis die Symptome verschwunden sind und Sie sich wieder gut fühlen. Hatten Sie eine starke Erkältung mit Fieber, sollten Sie es danach langsam wieder angehen lassen. Steigern Sie Ihr Sportpensum nach und nach. Achten Sie auf die Bedürfnisse des Körpers. Er sagt Ihnen meist recht klar, ob Sie ihn überfordern und wann er eine Pause braucht.

Was tun bei Fieber?

Kommen wir nochmal zur erhöhten Körpertemperatur zurück: Fieber ist keine Krankheit, Fieber ist ein Warnsignal. Der Körper ist geschwächt, das Immunsystem in erhöhter Alarmbereitschaft. Wer zu diesem Zeitpunkt seinen Körper durch Sport zusätzlich schwächt, dem drohen ernsthafte Konsequenzen.

Medikamente können den Sportler zwar kurzfristig aufpäppeln, aber eben nur scheinbar und vorübergehend. Der Schmerz geht, die Gefahr bleibt. Wer Fieber hat, muss sich ausruhen. Und wer Fieber hatte oder Medikamente eingenommen hat, sollte einige Tage pausieren, bis er seinen Körper wieder belastet.

Was tun bei anderen Symptomen?

Geschwollene Lymphknoten, Hals- oder Gelenkschmerzen, gelber oder grüner Auswurf, Dauerhusten – alles gute Gründe, das Training ausfallen zu lassen, meint Fernando Dimeo, Sportmediziner der Berliner Charité.

Hingegen: "Beschwerden, die sich durch eine lokale Behandlung – Nasentropfen oder Hustenbonbons – therapieren lassen, sind meistens eher harmlos."

"Wenn nur die Nase ein wenig läuft, kann man ruhig moderat weiter trainieren", meint auch der Mediziner und Laufexperte Matthias Marquardt. "Eine halbe Stunde lockeres Traben sollte aber reichen, und man sollte sich etwas wärmer anziehen als sonst."

Wie gesagt, es ist eine Sache des Abwägens: Hartes Training sollten Sie auch mit laufender Nase lieber sein lassen, denn zu hohe Belastung und zu wenig Ruhe können auch dafür sorgen, dass ein Infekt verschleppt wird. Und dann wird die Trainingspause erst richtig lang. Daher: Vielleicht doch lieber mal ein, zwei Wochen verzichten und sich mit helfenden Erkältungshausmitteln beschäftigen, bevor gesundheitliche Probleme zu mehreren Wochen bis Monaten Bewegungsverzicht führen!

Auch wichtig für Mitsportler: Es kommt auf die Sportart an

Klar sollte jedoch sein – auch in unsicheren Zeiten, in denen das Halskratzen auch Schlimmeres als eine Erkältung bedeuten könnte – dass Sport mit anderen bei Erkältungssymptomen ausgeschlossen sein sollte: Denn durch die körperliche Belastung stoßen Sie ungleich mehr Aerosole und Tröpfchen aus, die infektiöse Virenbestandteile enthalten könnten – und zwar nicht nur Coronaviren, sondern eben auch Erkältungs- oder Grippeviren. Zum Schutz Ihrer Mitmenschen sollten Sie insbesondere in Pandemiezeiten daher den Sport mit laufender Nase doch eher auf die eigenen vier Wände beschränken. Denn wer Symptome wie Halsschmerzen und Co. verspürt, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten könnten, muss sowieso zu Hause bleiben und das Gesundheitsamt informieren oder den Hausarzt anrufen.

Doch auch, wenn es sich nur um eine harmlose Erkältung handelt, gilt es, andere vor den eigenen Krankheitserregern zu schützen. Erkältet? So lange sind Sie ansteckend!

Achten Sie auf die Symptome: Coronavirus, Grippe oder Erkältung? So erkennen Sie die Unterschiede!

Seltener Erkältung dank regelmäßigem Sport?

Leiden Sie oft unter einer Erkältung und gehören zu den Bewegungsmuffeln, sollten Sie allerdings mehr Sport treiben. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig Sport treiben, seltener krank sind. Die Bewegung stärkt das Immunsystem, der Körper wird besser durchblutet. Bakterien und Viren haben da kaum noch eine Chance!

Ähnliches gilt übrigens auch für den Saunabesuch: Zum Vorbeugen super, mit Erkältung in die Sauna ist aber ebenfalls Abwägungssache.

Mehr zum Thema Erkältung oder auch zum Coronavirus finden Sie auf unseren Themenseiten.

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