Aktualisiert: 15.09.2021 - 18:05

Erste Effekte innerhalb von Stunden Das passiert mit Ihrem Körper, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören

Was passiert im Körper, wenn man aufhört zu rauchen?

Was passiert im Körper, wenn man aufhört zu rauchen?

Nach 20-30 Minuten Blutdruck und Puls sinken, Hände und Füße werden wärmer. Nach 12 Stunden Der Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut sinkt, der Sauerstoffwert steigt. Alle Organe werden so wieder besser mit Sauerstoff versorgt.

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Ja, ja, den Glimmstängel wegzulassen, ist gar nicht so einfach. Aber vielleicht überzeugen Sie ja diese Stationen nach der letzten Zigarette. Denn unser Körper ist ein wahres Wunder der Regeneration.

Endlich nicht mehr rauchen. Zugegeben, das wünschen sich so einige von uns. Mit der Umsetzung hapert's aber dann doch eher, richtig? Dabei ist es eigentlich sehr spannend (und motivierend!) zu sehen, was mit dem Körper passiert, wenn wir aufhören zu rauchen! Die ersten Effekte zeigen sich nämlich schon nach wenigen Minuten bis Stunden. Andere wiederum machen sich erst nach vielen Jahren bemerkbar.

So reagiert der Körper nach der letzten Zigarette

Manche schwören ja darauf, sich das Rauchen langsam abzugewöhnen – den Konsum von Zigaretten also nach und nach herunterzuschrauben. Expert:innen zufolge ist aber der schnelle Stopp von einem Tag auf den anderen der effektivere Weg. Das zeigt unter anderem eine Studie der Oxford-Universität in England. Den Forschenden zufolge hatten abrupt mit dem Rauchen aufhörende Menschen zu 25 Prozent bessere Chancen, auch wirklich langfristig rauchfrei zu bleiben. Der "Cold Turkey", wie man den kalten, schnellen Entzug in der Drogenszene etwa nennt, ist zwar unangenehm. Doch auch diese Phase geht vorbei. Und an diesem Vorgehen lässt sich am besten zeigen, welche positiven Auswirkungen sich schon kurze Zeit nach der letzten Zigarette zeigen.

20 Minuten nach der letzten Zigarette: Blutdruck

Rauchen erhöht Puls und Blutdruck – und zwar direkt während der Zigarette. Der Effekt hält ein paar Minuten an. Doch nach rund 20 Minuten sinken Blutdruck und Puls wieder.

8-12 Stunden nach der letzten Zigarette: Kohlenmonoxid im Blut

Rauchen erhöht den Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut. Das hindert den Körper daran, sich ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Bei starken Rauchern erkennt man das beispielsweise an bläulichen Lippen. Wer 12 Stunden nicht raucht, kann im Blut wieder mit Normalwerten an CO rechnen. Dann geht's auch den Organen besser.

1-2 Tage nach der letzten Zigarette: Das Herzinfarktrisiko sinkt bereits

Zigaretten sind anstrengend für unser Herz. Hoher Puls und Blutdruck halten Herz und Gefäße unter Dauerbelastung. Aber schon 24 Stunden ohne Zigarette können viel ausmachen und das akute Risiko für Herzinfarkt senken.

Doch auch unsere Nerven danken uns den Verzicht auf das Nervengift Nikotin und die vielen Stoffe, die im Zigarettenrauch lauern. So schmecken wir schon nach zwei Tagen intensiver und nehmen Gerüche wieder besser wahr.

2 Wochen bis 3 Monate nach der letzten Zigarette: Durchblutung und Atemfunktion

Rauchen beeinflusst die Durchblutung und kann dafür sorgen, dass unsere Blutgefäße Schaden nehmen und verkalken. Etwa zwei Wochen nach der letzten Zigarette fangen die Blutgefäße an, sich zu regenerieren, die Durchblutung verbessert sich nach und nach wieder.

Die Lunge wiederum leidet beim Rauchen besonders. Nicht nur sammeln sich Teerablagerungen, auch die geschwächte Durchblutung hindert uns daran, frei durchzuatmen. Einige Wochen nach der letzten Zigarette beginnt unsere Lunge aber, sich zu regenerieren. Wir können langsam wieder besser atmen. Interessant dabei: Viele langjährige Raucher:innen denken, sie könnten frei atmen – und wundern sich nach dem Rauchstopp gehörig, dass das Luftholen doch so gut klappt.

1 bis 9 Monate nach der letzten Zigarette: Lunge und Bronchien

Die Regeneration der Lunge und der Bronchien braucht allerdings seine Zeit. Das liegt daran, dass sich etwa die Flimmerhärchen in den Bronchien erst nach und nach reinigen. Arbeiten sie wieder besser, können sie die Lunge noch effektiver reinigen und Schleim und Co aus ihr heraustransportieren. Das führt einerseits dazu, dass Hustenanfälle und Kurzatmigkeit weiter zurückgehen. Außerdem sinkt die Gefahr, sich Infektionen wie Lungenentzündungen oder Bronchitis, sogar Viruserkrankungen der Atemwege einzufangen.

Wir können übrigens beim Regenerieren unterstützen und mithelfen, unsere Lunge zu reinigen: So detoxen Sie Ihr Atemorgan!

1 Jahr nach der letzten Zigarette: Herz-Kreislauf geht's besser

Dass Rauchen die Gefäße schädigt, haben wir bereits erfahren. Nach rund einem Jahr geht es ihnen aber wieder so gut, dass sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen langsam senkt. Das Risiko für Koronare Herzkrankheit ist nun nur noch halb so hoch wie zu Raucherzeiten.

2 bis 5 Jahre nach der letzten Zigarette: Herzinfarkt- und Krebsrisiko sinkt

Das Herz-Kreislauf-System erholt sich weiter. Menschen, die vor mehreren Jahren aufgehört haben, zu rauchen, haben ein wesentlich geringeres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als Rauchende. Ihr Herzinfarktrisiko entspricht etwa dem von Nichtraucher:innen.

Und auch das Krebsrisiko für die typischen Raucher-Krebserkrankungen sinkt mit jedem Jahr mehr. So geht das Risiko für Mund-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs nach etwa fünf rauchfreien Jahren um die Hälfte zurück, verglichen zu dem eines Rauchenden.

10 Jahre nach der letzten Zigarette: Weitere Krebsgefahr-Reduktion

Der Körper braucht allerdings mitunter ein paar Jahre, um sein Zellwachstum wieder auf Normaltour zu bringen. Nach rund zehn Jahren sinkt das Krebsrisiko weiter. Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs treten seltener auf. Und auch das Lungenkrebs-Risiko sinkt auf etwa die Hälfte im Vergleich zu einem/einer Raucher:in.

15 Jahre nach der letzten Zigarette: Der Körper ist weitestgehend wieder fit

Wie lange es mitunter aber dauert, bis sich der Großteil des Körpers erholt, zeigt die Regeneration des Gefäßsystems. Erst nach etwa 15 Jahren sind unsere Gefäße wieder so fit, dass das Risiko einer Koronaren Herzkrankheit dem von Nichtraucher:innen entspricht.

Reicht es auch, einfach weniger zu rauchen?

Die Zeitspanne zeigt es eigentlich deutlich: Zwar haben Rauchpausen einen ersten und nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf unsere Gesundheit. Doch schon eine Zigarette schadet und wirft uns zurück. Zudem sind die Regenerationsphasen mitunter so lang, dass nur ein kompletter Rauchstopp hilft. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Lungenkrebs etwa sinkt bei Wenigrauchenden nur marginal. Gelegenheitsraucher:innen merken zudem, dass ihre Lungenfunktion im Vergleich zu Nichtraucher:innen eingeschränkter ist.

Aber wie schafft man den Rauchstopp wirklich? Endlich mit dem Rauchen aufhören: So klappt’s!

Gänzlich rückgängig machen lassen sich die Folgen einer langjährigen Rauchkarriere leider nicht. Doch jeder Tag zählt. Zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören, ist es nie. Sie sind 40 und hören auf? Dann haben Sie im Schnitt laut Statistik neun Jahre länger auf dieser Welt. Aber die Selbstheilungskräfte des Körpers nehmen mit der Zeit ab. Je früher Sie aufhören, desto schneller schafft es Ihr Körper, sich von den Strapazen, die Nikotin, Teer und all die Zusatzstoffe mitbringen, zu erholen.

Ganz loswerden lassen sich Risiken etwa für Krebs übrigens nie. Zwar ist Rauchen beispielsweise der häufigste Auslöser für Lungenkrebs. Aber auch Nichtraucher:innen können an Lungenkrebs erkranken. Manchmal stecken genetische Gründe dahinter. Vollständig gefeit vor Krankheiten ist man nie. Doch wenn sich das Risiko eindämmen lässt, ebnet das den Weg für ein langes Leben doch effektiver.

Sie sind immer noch nicht überzeugt? Hier haben wir weitere zehn gute Gründe, das Rauchen aufzugeben!

Quellen: www.cancer.org, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, lungenaerzte-im-netz.de

Lindson-Hawley, Aveyard et al. (Annals of Internal Medicine, Mai 2016): "Gradual Versus Abrupt Smoking Cessation"

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