01.07.2021 - 16:13

Selten, aber unangenehm Geschwollenes Gesicht nach Corona-Impfung: Betrifft Sie diese seltene Impfreaktion?

Sogenannte Filler sollen Falten verschwinden lassen. In einigen wenigen Fällen kam es allerdings zu einer Impfreaktion nach der Corona-Impfung: Mehr zu den seltenen Gesichtsschwellungen.

Foto: Getty Images/ Elena Volf

Sogenannte Filler sollen Falten verschwinden lassen. In einigen wenigen Fällen kam es allerdings zu einer Impfreaktion nach der Corona-Impfung: Mehr zu den seltenen Gesichtsschwellungen.

Jeder reagiert anders auf Medikamente – das gilt auch für die Corona-Impfung. Eventuell sollten Sie sich über diese Nebenwirkung informieren...

Die Impfreaktionen nach einer Corona-Impfung variieren von Person zu Person. Während der eine überhaupt nichts merkt, beschwert sich der nächste über einen schmerzenden Arm – und wieder ein anderer liegt tagelang flach. Ob Fieber, Schüttelfrost oder "Moderna-Arm" – über die meisten möglichen Impfreaktionen sind wir informiert und rechnen damit, dass diese auftreten können. Doch es gibt auch andere, nicht so verbreitete Begleiterscheinungen: In wenigen Fällen traten nach der Corona-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Gesichtsschwellungen auf. Was steckt hinter der seltenen Impfreaktion?

„Covid-Arm” nach Moderna oder Biontech
„Covid-Arm” nach Moderna oder Biontech

Gesichtsschwellung nach Corona-Impfung: Was steckt hinter der seltenen Impfreaktion?

Bereits vor einiger Zeit berichtete das Ärzteblatt über Fälle, in denen es nach der Corona-Impfung mit den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna zu Gesichtsschwellungen kam.

Diese sehr seltene Nebenwirkung der mRNA-Impfstoffe betrifft offenbar ausschließlich Menschen, die sich Hyaluronsäure oder Kollagen unter die Haut injizieren haben lassen. Durchgeführt werden derartige Behandlungen meist aus kosmetischen Gründen. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft beschreibt die Impfreaktionen als "verzögerte Entzündungsreaktionen, die bei der/dem Behandelten zu Schwellungen (Ödemen) an der unterspritzten Stelle führten".

Impfung wird weiterhin empfohlen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist in der EU nicht nur für die Zulassung von Medikamenten zuständig, sondern auch für deren Überwachung. Das bedeutet: Wenn bei der Anwendung eines Medikaments oder nach einer Impfung neue, seltene Nebenwirkungen auftreten, ist es die Aufgabe der EMA, diese zu überprüfen und zu entscheiden, wie schwerwiegend die Begleiterscheinungen der Arzneimittel sind.

Der Pharmakovigilanzausschuss (PRAC) der EMA ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenhang zwischen den kosmetischen Eingriffen und den Gesichtsschwellungen durchaus möglich ist. Dieser hat jedoch keinen Einfluss auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe.

Auch die American Society of Plastic Surgeons (Amerikanische Gesellschaft der Schönheitschirurgen), die sich zu den Gesichtsschwellungen nach der Moderna-Impfung äußerte, rät entschieden zur Impfung und weist darauf hin, dass sich die Gesichtsschwellungen mit Medikamenten in den Griff bringen ließen und keiner der Patienten einen bleibenden Schaden erlitten hatte. In allen Fällen war die Impfreaktion innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung aufgetreten.

Zeitlicher Abstand wird empfohlen

Auch Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft berichtet, dass sich die Schwellungen durch die medikamentöse Behandlung "zurückdrängen" ließen, bezeichnet diese aber als "aufwändig". Sie rät dazu, in zeitlicher Nähe zu der Corona-Impfung lieber keine Filler-Behandlung durchführen zu lassen. Einige Experten halten einen zeitlichen Abstand von sechs Wochen für notwendig – um darüber eine Aussage treffen zu können, lägen jedoch noch nicht genügend Daten vor.

Mehr über das Coronavirus und über Impfung erfahren Sie auf unseren Themenseiten. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Stärke der Impfreaktion nichts über die Wirkung der Corona-Impfung aussagt? Wer sich dennoch unsicher ist, ob die Corona-Impfung gewirkt hat, liebäugelt eventuell mit einem Antikörpertest – aber ist das sinnvoll?

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