Aktualisiert: 24.06.2021 - 20:18

WHO rät zu Alkohol-Verbot für Frauen bis 50

Von Lea Tefelski

Die World Health Organization (WHO) rät zu einem Alkohol-Verbot für Frauen im gebärfähigen Alter. Was es damit auf sich hat...

Foto: GettyImages/ Amarok1977

Die World Health Organization (WHO) rät zu einem Alkohol-Verbot für Frauen im gebärfähigen Alter. Was es damit auf sich hat...

Auf der ganzen Welt sind Frauen damit beschäftigt, ihre Rechte einzufordern – Rechte, die Männern schon lange zustehen. Nun veröffentlichte die World Health Organisation (WHO) ein Dokument, in dem es heißt, dass Frauen im gebärfähigen Alter der Konsum von Alkohol verboten werden sollte. Nicht nur Feministinnen laufen Sturm gegen diese Formulierung... Wir wissen, was dahintersteckt und ob wir in Zukunft auf Wein, Bier, Cocktails und Co verzichten müssen.

Ein vor Kurzem veröffentliches Dokument der World Health Organisation enthält einen Satz, der jetzt um die Welt geht: Die WHO rät zu einem Alkoholverbot für Frauen im gebärfähigen Alter. Diese Aussage ist jedoch auf vielerlei Ebenen problematisch. Wen die WHO damit ausschließt und warum dieser Ratschlag diskriminiert, haben wir recherchiert.

Feministen bestürzt: WHO rät zu Alkohol-Verbot für Frauen

Wörtlich heißt es in dem Entwurf zu einem weltweiten Anti-Alkohol-Plan: "Angemessene Aufmerksamkeit sollte der Verhinderung des Beginns des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen sowie der Verhinderung des Alkoholkonsums bei schwangeren Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter gewidmet werden".

Alkoholismus, besonders im jugendlichen Alter, kann schwere Folgeschäden nach sich tragen und ist deswegen für Kinder verboten. Auch auf einen Fötus hat Alkoholkonsum in der Schwangerschaft einen extrem negativen Einfluss und kann zu verschiedenen körperlichen und geistigen Defiziten führen. Der Wunsch der WHO, den weltweiten Alkoholkonsum zu reduzieren, ist nachvollziehbar und sinnvoll, auch, weil Alkoholismus auf der Liste der häufigsten Todesursachen auf Platz 7 steht. Der Konsum stellt sowohl für Frauen als auch für Männer ein enormes, gesundheitliches Risiko dar, das nicht zu unterschätzen ist.

Verbot für Frauen löst Debatte aus

Ein Verbot für Frauen im "gebärfähigen" Alter löste jedoch heftige Debatten über das Selbstbestimmungrecht von Frauen aus, die die WHO mit dieser Aussage nicht anerkennt. Eine Überwachung des Alkoholkonsums bei Frauen im Alter zwischen 10 und 50 Jahren sei rückschrittlich, reduziere sie auf ihre Reproduktionsfähigkeit und schließe Frauen, die keine Kinder bekommen können oder wollen, komplett aus.

"Es ist äußerst beunruhigend zu sehen, wie die Weltgesundheitsorganisation die hart erkämpften Rechte der Frauen aufs Spiel setzt, indem sie versucht, ihre Körper und Entscheidungen auf diese Weise zu kontrollieren", ließ die Geschäftsführerin des British Pregnancy Advisory Service (BPAS), Clare Murphy, in einer Presseerklärung mitteilen.

"Das Narrativ, dass Frauen daran gehindert werden müssen, ein Risiko für Föten darzustellen – selbst für solche, die gar nicht existieren – wird auf der ganzen Welt verwendet, um Frauen, die während der Schwangerschaft Entscheidungen treffen, zu überwachen und zu kriminalisieren", hieß es in der Presseerklärung weiter.

Auch Männer haben Verantwortung ungeborenes Leben zu schützen

Die Rolle und Verantwortung der zeugungsfähigen Männer wurde währenddessen nicht erwähnt, trotz Studien, die belegen, dass der Konsum von Alkohol bei Männern Einfluss auf ihre Zeugungsfähigkeit hat. Des Weiteren wurden gehäuft Herzerkrankungen bei Kindern beobachtet, deren männlicher Erzeuger in den drei Monaten vor der Empfängnis Alkohol konsumierten. Die Ärztezeitung empfiehlt daher, in den sechs Monaten vor Zeugung auf den Konsum von Alkohol zu verzichten.

Christopher Snowdon, vom Thinktank Institute of Economic Affairs, machte seiner Wut über die Aussage Luft, indem er sich dahingehend äußerte, dass die Empfehlung der WHO "unwissenschaftlich, herablassend und absurd und eine klassische Idiotie der Weltgesundheitsorganisation" sei, berichtet die englische Zeitung "The Telegraph". Ein Vertreter des Verbands britischer Brauereien bezeichnete den Vorschlag der WHO als "sexistisch und paternalistisch".

Zu einer von Clare Murphy geforderten Überarbeitung des Dokuments äußerte sich die WHO leider noch nicht.

Quellen: who.int, stern.de, laenderdaten.de, aerztezeitung.de, morgenpost.de

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