30.06.2021 - 11:15

Häufige Nebenwirkung Durchfälle nach Antibiotika-Einnahme: Was dagegen hilft

Von Dagmar Schüller

Häufige Nebenwirkung von Antibiotika sind Durchfälle, die teilweise auch erst später auftreten können.

Foto: Getty Images / PixelsEffect

Häufige Nebenwirkung von Antibiotika sind Durchfälle, die teilweise auch erst später auftreten können.

Antibiotika bringen die Darmflora ziemlich durcheinander – die Folge ist oft Durchfall. Wie Sie gegen die unangenehmen Beschwerden vorgehen können.

Viele Menschen kennen es: Sobald sie Antibiotika einnehmen, kommt die Verdauung durcheinander, meistens äußert sich das in Form von Durchfall. Für diese häufig auftretende Nebenwirkung der Medikamente gibt es sogar einen medizinischen Begriff: Antibiotika-assoziierte Diarrhö. Wie es dazu kommt und was Sie dagegen tun können.

Wie entsteht Antibiotika-assoziierter Durchfall?

Antibiotika werden zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt und sind dabei sehr wirksam. Je nach Wirkmechanismus hindern sie die krankmachenden Bakterien am Wachstum oder der Vermehrung, andere töten sie direkt ab.

Allerdings können viele Antibiotika nicht zwischen nützlichen und krankmachenden Bakterien im Körper unterscheiden – die Folge ist eine Störung des sensiblen Gleichgewichts der Darmflora. Diese ist über die Produktion sogenannter „kurzkettiger Fettsäuren“ maßgeblich an der Regulation des Wassergehalts im Darm beteiligt. Sinkt die Produktion kurzkettiger Fettsäuren aufgrund der Antibiotika-bedingten Störung der Darmflora, hat dies direkte Auswirkungen auf die Regulation des Wasserhaushaltes: Ein Antibiotika-assoziierter Durchfall kann entstehen. Zudem können sich manche krankmachenden Keime wie beispielsweise Clostridien verstärkt vermehren, wenn das Gleichgewicht der Darmflora gestört ist.

Außerdem fördern manche Antibiotika die Darmbewegungen (Peristaltik), wodurch der Nahrungsbrei kürzer im Darm verweilt und nicht wie gewohnt ausreichend eingedickt wird. Auch das kann Durchfall verursachen.

Typische Symptome von Antibiotika-assoziierter Diarrhö

In den meisten Fällen treten Beschwerden bereits auf, während Sie das Antibiotikum einnehmen. Es kann jedoch sein, dass sich die Symptome erst nach einigen Wochen bemerkbar machen – wenn Sie die Medikamente bereits nicht mehr einnehmen. Denken Sie in einem solchen Fall auch an Antibiotika als Ursache Ihrer Beschwerden.

Üblicherweise treten folgende Symptome auf:

  • Durchfall, meist wässrig
  • Blähungen
  • leichte Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchkrämpfe

Wer anhaltende Beschwerden hat oder wenn sich diese mit der Zeit verstärken, sollte besser ärztlichen Rat suchen. Das gilt vor allem bei sehr starkem Durchfall, Blut im Stuhl oder wenn Fieber auftritt. Mit dem*der Arzt*Ärztin kann auch besprochen werden, ob Sie die Antibiotika weiter einnehmen sollen. Um die Wirksamkeit der Medikamente nicht zu gefährden, sollten Antibiotika nicht eigenständig abgesetzt werden.

Tipps zur Behandlung von Durchfall bei Antibiotika

Oftmals lässt sich leichter Antibiotika-assoziierter Durchfall mit ein paar Maßnahmen und Hausmitteln wieder in den Griff bekommen. Neben viel Trinken und der richtigen Ernährung kann die Einnahme von Probiotika sinnvoll sein, um die Darmflora zu stärken.

Was Sie bei Durchfall tun können:

  • Trinken: Durchfall geht mit einem erhöhten Flüssigkeitsverlust einher. Deshalb sollten Sie während dieser Zeit ausreichend trinken, etwa 2-3 Liter pro Tag. Am besten stilles oder nur mit wenig Kohlensäure versetztes Wasser sowie ungesüßter Tee. Auch ein wenig Brühe kann helfen, den Flüssigkeitsverlust und gleichzeitigen Verlust von Elektrolyten auszugleichen.
  • Ernährung: Essen Sie leicht verdauliche und gut verträgliche Lebensmittel wie geriebener Apfel, zerdrückte Banane oder Haferflocken. Meiden Sie besser schwer verdauliche Nahrung, um Magen und Darm zu entlasten.
  • Darmflora: Die gezielte Zufuhr von Probiotika, also aktiver Mikroorganismen, unterstützt das Verdauungsorgan bei Durchfall. Neben verschiedenen Bakterien, beispielsweise Milchsäurebakterien, hat sich die Arznei-Hefe Saccharomyces boulardii bewährt. Die Hefe lindert akuten Durchfall und kann gleichzeitig die Regeneration der gesunden Darmflora fördern. Auch die Einnahme von Präbiotika kann sinnvoll sein, da sie als Nahrung für die Mikroorganismen im Darm dienen.
  • Schonen: Damit sich der Körper in Ruhe regenerieren kann, sollten Sie sich während der Antibiotika-Behandlung körperlich schonen – das gilt insbesondere, wenn die Medikamente Durchfall verursachen. Denn der Flüssigkeitsverlust schwächt den Körper, weshalb Sie besser einen Gang runter schalten sollten.

In unserer Bildergalerie finden Sie noch einmal alle Tipps, was Sie bei Durchfall tun sollten:

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Quellen:

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