02.06.2021 - 09:58

Virusvariante Vogelgrippe-Variante H10N3 erstmals beim Menschen nachgewiesen

Die Vogelgrippe ist mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet und befällt sowohl Wild- als auch Nutztiere. Nun wurde bei einem Mann in China erstmals die Variante H10N3 nachgewiesen.

Foto: imago images/Karina Hessland

Die Vogelgrippe ist mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet und befällt sowohl Wild- als auch Nutztiere. Nun wurde bei einem Mann in China erstmals die Variante H10N3 nachgewiesen.

In China wurde ein Mann ins Krankenhaus eingeliefert. Jetzt steht fest: Er hatte sich mit der Vogelgrippe-Virusvariante H10N3 infiziert.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Weltbevölkerung sensibilisiert für sogenannte Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen können. Doch natürlich ist Covid-19 nicht die erste Zoonose. Erinnern Sie sich noch an die Vogelgrippe? Seit 2004 breitete sich das Virus H5N1, das 1959 erstmals in Schottland nachgewiesen wurde, auf der ganzen Welt aus. In Deutschland kam es 2016/17 zu mehreren großen Ausbrüchen, die nicht nur Wildvögel, sondern auch Nutztiere betrafen und zur Zwangstötung zahlreicher Tiere führten. Nun wurde bei einem Mann in China erstmals die Vogelgrippe-Variante H10N3 nachgewiesen – eine Variante des H5N1-Virus.

H10N3, H5N1, H5N8: So gefährlich sind die Vogelgrippe-Varianten

Das Robert-Koch-Institut definiert als aviäre Influenza, also als Vogelgrippe, in erster Linie eine Erkrankung von Vögeln durch Influenza-A-Viren. DIE Vogelgrippe existiert also nicht, es gibt verschiedene Arten der Vogelgrippe, die durch verschiedene Arten von Influenza-A-Viren ausgelöst werden. Bis 2012 fanden die Infektionen überwiegend durch das Influenza-A-Virus H5N1 statt. Seit 2013 sind auch andere Virusvarianten verbreitet, beispielsweise H7N9 oder H5N6. In Deutschland tritt seit 2016 vor allem die Variante H5N8 häufig auf.

Das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass die Übertragung der aviären Influenzaviren vom Tier auf den Menschen nicht so einfach ist. Kommt es jedoch dazu, kann die Erkrankung bisweilen sehr schwer verlaufen. Für eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es derzeit aber keine Hinweise, nach bisherigem Wissensstand kommt es nur bei engem Kontakt mit einem kranken oder verendeten Vogel zu einer Infektion.

Mann aus China mit H10N3 infiziert

Wie die Tagesschau berichtete, wurde ein 41-jähriger Mann aus der chinesischen Provinz Jiangsu Ende April mit Fieber ins Krankenhaus eingeliefert. Mittlerweile wurde bei ihm die Vogelgrippe-Virusvariante H10N3 nachgewiesen.

Obwohl dies, wie bereits erwähnt, vergleichsweise selten vorkommt, haben sich in der Vergangenheit bereits Menschen mit verschiedenen Varianten des Vogelgrippe-Virus infiziert. Die letzte große Vogelgrippe-Welle ging in China auf die Virusvariante H7N9 zurück. Der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge haben sich seit 2013 insgesamt 1668 Menschen mit H7N9 infiziert, 616 Menschen sind daran gestorben. Im Februar infizierten sich in Russland sieben Personen mit der Variante H5N8, die auch in Deutschland häufig auftritt. Alle infizierten Personen sind wieder gesund, die Erkrankung verlief ohne Komplikationen.

Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?

Das Besondere an dem Fall aus China ist vorerst nur, dass der erkrankte Mann der erste Patient ist, bei dem die Variante H10N3 nachgewiesen wurde. H10N3 gilt als schwach pathogen, diese Variante führt bei Vögeln nur selten zu einer schweren Erkrankung oder zum Tod.

Auch der aktuelle Fall aus China ist erst einmal nicht alarmierend. Zwar horchen wir seit der Coronavirus-Pandemie automatisch auf, wenn von Zoonosen, dem "weltweit ersten Fall" oder Virusvarianten die Rede ist. Doch obwohl es der erste bekannte Fall eines Menschen ist, der sich mit H10N3 infiziert hat, schätzen die chinesischen Behörden das Risiko einer großflächigen Ausbreitung der Variante als "sehr gering" ein, was mit dem Verlauf der bisherigen Vogelgrippe-Wellen übereinstimmen würde.

Corona wird nicht die letzte Zoonose gewesen sein, die uns zu schaffen macht: Die nächste Pandemie kommt bestimmt. Besonders gefährlich für den Menschen ist die Tularämie, auch Hasenpest genannt. Vor Kurzem wurde ein weiterer Hasenpest-Fall aus Nordrhein-Westfalen gemeldet.

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