Aktualisiert: 14.06.2021 - 09:51

Wichtige Fragen geklärt Digitaler Impfnachweis: Hier bekommen Sie ihn

QR-Code einscannen lassen, als geimpft nachweisen und los geht's: Der digitale Impfnachweis ist da und soll unter anderem das Reisen erleichtern. Wie erhält man ihn, wo gibt es ihn?

Foto: Getty Images/Morsa Images

QR-Code einscannen lassen, als geimpft nachweisen und los geht's: Der digitale Impfnachweis ist da und soll unter anderem das Reisen erleichtern. Wie erhält man ihn, wo gibt es ihn?

Wer vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 aufgebaut hat und diesen nachweisen kann, erhält viele Freiheiten zurück. Doch der gelbe Impfpass ist stark fälschungsanfällig. Daher kommt nun der digitale Impfnachweis als optionale zusätzliche Lösung. Heute fällt der Startschuss in vielen Apotheken. Wo man ihn bekommt, wenn man bereits geimpft ist, was zu beachten ist: Wir klären brennende Fragen.

Mit dem Sommer kommen Lockerungen der Corona-Maßnahmen – und für vollständig Geimpfte gleich in noch größerem Umfang. Doch wie nachweisen? Der gelbe Impfpass oder der Zettel aus Impfzentrum oder Arztpraxis sind nicht gerade fälschungssicher und zudem international schwierig. Denn Geimpfte dürfen beispielsweise wieder problemlos reisen. Um das alles zu vereinfachen, gibt es ein EU-weites Covid-Zertifikat. Das gilt für Geimpfte, aber auch für Genesene. In Deutschland startet jetzt der digitale Impfnachweis. Wie und wo Sie ihn bekommen, erfahren Sie hier. Den Start machen die Apotheken.

Digitaler Impfnachweis: So geht's

Innerhalb der EU soll das sogenannte Covid-19-Zertifikat gelten und den Nachweis über vollständigen Impfschutz, Genese oder auch über aktuelle Tests ermöglichen und damit unter anderem das Reisen erleichtern.

In Deutschland sprechen wir meist vom digitalen Impfnachweis. Der soll unkompliziert aufs Smartphone geladen werden können und mit dem EU-Zertifikat kompatibel sein. Doch es gibt noch ein paar offene Fragen dazu.

Ab wann soll der digitale Impfnachweis erhältlich sein?

Seit 1. Juni 2021 ist die Technik hinter dem digitalen Covid-Zertifikat verfügbar, muss aber teilweise noch implementiert werden. Seit vergangener Woche ist die entsprechende App in den App-Stores erhältlich und auch die Corona-Warn-App hat bereits ein Update erhalten.

Den Startschuss machen jetzt die Apotheken: Seit 14. Juni kann der digitale Impfnachweis in den ersten Apotheken geordert werden – jedoch noch nicht flächendeckend. Nach und nach kommen dann weitere, sowie auch Impfzentren und impfende Ärzte bzw. Hausärzte hinzu.

Wer hat Anrecht auf Impfnachweis bzw. Genesenen- und Testzertifikat?

Wer reisen möchte und dazu den digitalen Nachweis vorzeigen will, muss auf folgende Daten achten:

  • Für Geimpfte gilt der vollständige Impfschutz, wenn die zweite Impfung vor mindestens zwei Wochen erfolgt ist. Wie lange der Impfschutz besteht und wie lange das Zertifikat entsprechend gültig ist, ist allerdings noch unklar.
  • Bei Genesenen muss die Infektion mindestens 28 Tage her sein und maximal sechs Monate zurückliegen.
  • Für Getestete gilt ein Nachweis immer einen Tag lang.

Wo soll es den digitalen Impfnachweis geben und wie bekommt man ihn?

Sobald der Impfnachweis dann flächendeckend einsetzbar ist, können ihn sich Geimpfte beim zweiten Impftermin (bzw. beim einmaligen Impftermin mit dem Vakzin von Johnson & Johnson) direkt beim Arzt oder im Impfzentrum erstellen lassen.

Sie sind schon vollständig geimpft und fragen sich nun, wo Sie den digitalen Impfnachweis nachträglich bekommen können? Das lässt sich, sobald alles läuft, im Impfzentrum oder bei Hausärzten und Fachärzten nachholen – oder eben in der Apotheke.

Dazu müssen Sie als Geimpfte:r Ihren von den Impfärzten oder Impfzentren ausgestellten Impfbeleg vorzeigen. In der Apotheke wird dann die Authentizität dieses Beleges sowie Ihre Identität geprüft. Dann werden die Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) weitergeleitet, das das digitale Impfzertifikat dann generiert.

Zum Start sind aber noch nicht alle Apotheken dabei, sondern erst einmal nur ein Teil. Und auch dort kann es zu Wartezeiten kommen, denn das System ist neu für die Apotheken. Ärzte und Apotheker sowie Gesundheitsminister Jens Spahn bitten die Bevölkerung darum, nicht gleich heute in die Apotheken zu laufen oder den Hausarzt aufzusuchen.

"Für die Apotheken ist das Erstellen von digitalen Impfzertifikaten eine erneute Herausforderung", zitiert RTL Peter Schreiber, der Geschäftsführer des Landesapothekerverbandes Rheinland-Pfalz. Ohne viel Vorlaufzeit sollen Apotheken nun diesen wichtigen Service anbieten.

Nach und nach sollen dann die Impfzentren hinzukommen. Für Arztpraxen soll es erst einmal eine Übergangslösung geben, die aber noch nicht gänzlich funktioniert. Ende Juni oder Anfang Juli soll der Nachweis dann flächendeckend verfügbar sein.

Welche Apotheken den digitalen Impfnachweis anbieten, sehen Sie auf der Seite www.mein-apothekenmanager.de

So gelangt der Impfnachweis aufs Smartphone

Hinterlegt werden können die digitalen Nachweise in der neuen CovPass-App, die ausschließlich das Covid-Zertifikat anzeigen soll – entwickelt wird die CovPass-App unter anderem vom Technologiekonzern IBM zusammen mit dem RKI. Implementiert wurde eine entsprechende Möglichkeit in Deutschland auch in die Corona-Warn-App, nämlich in Version 2.3, die derzeit ausgerollt wird. Und auch in der Luca-App soll sich dpa-Informationen zufolge ab Mittwoch der Impfnachweis anzeigen lassen.

In der Apotheke bzw später auch in den Impfzentren und bei Ärzten sowie möglicherweise auch per Post bekommen Geimpfte dann einen Barcode, der sich über die App der Wahl einscannen lässt. Bitte beachten: Es ist nur ein einziges Mal möglich, den Barcode, den "Impfbescheinigungstoken" einzuscannen. Einmal eingescannt, wird der Barcode danach unbrauchbar. Wer danach sein Gerät wechselt, muss sich eine neue Bescheinigung mit Barcode ausstellen lassen. Geplant ist allerdings, dass sich auch Zertifikate von Familienmitgliedern in der App speichern lassen, sofern diese kein eigenes Gerät besitzen.

Der Impfnachweis kann dann über das Smartphone aufgerufen werden. Dabei wird ein entsprechender QR-Code auf dem Gerät angezeigt, das dann ausgelesen werden kann.

Was passiert mit meinen Daten?

Bei der Erstellung des notwendigen Zertifikats werden alle notwendigen Daten einmalig an das RKI gesandt, um diese zu signieren. Danach werden die Angaben direkt wieder gelöscht. Es ist kein zentrales Impfregister geplant, dauerhaft liegen die erhobenen Daten nur auf dem eigenen Smartphone. Die CovPass-App, die ab iOS 12 und Android 6 unterstützt wird, kann jederzeit gelöscht werden. Die zuvor gespeicherten Informationen werden dabei vom Smartphone entfernt, wie das RKI versichert.

Mit dem Scannen des QR-Codes über die CovPass-App werden unter anderem Name, Vorname, Geburtsdatum, Krankheit (gegen die geimpft worden ist), Impfstoff, Produkt, Hersteller, Dosennummer, Gesamtdosen, Impfdatum, Land und Aussteller des technischen Zertifikates sowie eine Identifikationsnummer auf dem Smartphone gespeichert. Der Code, der vorgelegt werden kann, gibt allerdings dem Gegenüber nur Auskunft über Name, Vorname, Geburtsdatum und Impfstatus.

Übrigens: Maske, Abstand und Co werden uns auch nach den Impfungen noch weiter begleiten:

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Muss man die digitale Version nutzen?

Nein. Den gelben Impfpass sowie ein Papier mit dem Impfnachweis soll es weiterhin geben. Auch hier wird zukünftig der persönliche Barcode aufgedruckt sein, der sich dann zuhause nachträglich einscannen lässt. Der digitale Impfnachweis wird entsprechend nicht zur Pflicht: Jede:r kann selbst entscheiden, ob auf die digitale Version zurückgegriffen wird oder man lieber die Version aus Papier nutzen möchte. Impfungen werden weiterhin immer auch in den gelben Impfpass eingetragen.

Der digitale Impfnachweis soll neben einem EU-weit einheitlichen System auch Missbrauch vorbeugen. Denn die bisherigen Impfnachweise sind nicht fälschungssicher. Hier gibt's weitere Infos rund um den digitalen Immunitätsnachweis.

Was passiert eigentlich, wenn der Impfpass weg ist? Das und mehr klären wir auf unserer Themenseite rund um Impfungen. Neues rund um das Coronavirus gibt's währenddessen hier.

Quellen: dpa, Thüringische Landeszeitung, Gelbe Liste, chip.de, rtl.de

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