11.05.2021 - 09:38

USA sind Vorreiter Corona-Impfung für Kinder: Zulassung doch schon ab Mai?

Deutschlands Jugend könnte früher die Ärmel hochkrempeln als gedacht: Nach der Zulassung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer in den USA für Kinder ab zwölf könnte die EMA in Europa jetzt nachziehen.

Foto: Getty Images/Marina Demidiuk

Deutschlands Jugend könnte früher die Ärmel hochkrempeln als gedacht: Nach der Zulassung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer in den USA für Kinder ab zwölf könnte die EMA in Europa jetzt nachziehen.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat den Covid-Impfstoff von Biontech und Pfizer als Folge auf Kanadas Vorstoß nun für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. In Europa war dafür eigentlich Juni angedacht. Möglicherweise könnte es nun schneller gehen.

Getestet wird er bereits an Kindern, nun soll er möglicherweise schon früher das Go bekommen als gedacht: Der Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech und Pfizer könnte schon im Mai in der EU für Kinder zugelassen werden. Bisher darf das Vakzin hier erst ab 16 Jahren verabreicht werden.

Impfstoff für Kinder doch schon ab Mai? EMA könnte nachziehen

Bisher galt die Notfallzulassung des Corona-Vakzins Comirnaty nur für Menschen ab 16 Jahren – auch in den USA. Nachdem aber schon Kanada den Schritt gegangen ist und den Impfstoff, basierend auf den Studien mit Jugendlichen, schon ab zwölf Jahren freigegeben hat, zieht die US-Arzneimittelbehörde FDA nun nach – und erweitert die Notfallzulassung auf Menschen ab zwölf Jahren.

Währenddessen prüft das europäische Pendant, die Arzneimittelbehörde EMA, den Impfstoff für die Altersgruppe zwölf bis 15 noch. Noch sei Juni das Ziel, sagte die Chefin der Behörde, Emer Cooke, gegenüber dem Handelsblatt. Juni hatte auch Biontech-Chef Uğur Şahin in den Raum geworfen, er hielt es kürzlich bereits für möglich, dass dann schon erste Kinder geimpft werden könnten. Die Impfstoff-Tests mit Kindern in dieser Altersgruppe laufen schon seit Sommer 2020. Doch man überlege gerade, wie man das Verfahren beschleunigen könne. Dann könnte es mit der erweiterten Notfallzulassung doch schon bis Ende Mai klappen.

USA: Daten "gründlich überprüft"

In den USA äußerte man sich erleichtert über die ausgeweitete Notfallzulassung. So bezeichnete FDA-Chefin Janet Woodcock den Vorstoß als "wichtigen Schritt" im Kampf gegen die Pandemie. "Die heutige Aktion ermöglicht es, eine jüngere Bevölkerung vor Covid-19 zu schützen, was uns der Rückkehr zu einem Gefühl der Normalität und der Beendigung der Pandemie näher bringt."

Man habe die Daten um den Impfstoff gründlich und streng überprüft, versicherte sie Eltern und Erziehungsberechtigten.

Nachgefragt - Wie funktionieren eigentlich Impfungen?
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Kinder sind für Herdenimmunität enorm wichtig

In den USA hatte es ja bereits eine klinische Studie in der Altersgruppe zwölf bis 15 Jahre gegeben. Dabei hatte der Impfstoff bei Kindern eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, und das bei guter Verträglichkeit.

Die Impfreaktionen hätten denen entsprochen, die in den vorherigen klinischen Studien in der Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen aufgetreten waren.

Wie wichtig die Imfpungen für Kindern sein dürften, zeigt sich derweil an den Infektionszahlen in dieser Altersgruppe. So meldeten die US-Behörden in den vergangenen Monaten rund 1,5 Millionen Infektionen unter Kindern und Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren. Und ohne diese Altersgruppe ist eine Herdenimmunität kaum greifbar, auch in Deutschland nicht. Dafür müssten nach bisherigen Erkenntnissen auch rund um die grassierenden Mutanten des Coronavirus wohl mindestens 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Hinzu kommt: Die Pandemie kommt erst zum vollständigen Erliegen, wenn dieses Ziel weltweit erreicht ist.

Studien mit jüngeren Kindern laufen noch

Währenddessen prüfen Biontech und Pfizer ihren Impfstoff weiter auch bei jüngeren Kindern. Derzeit werden Wirkung und Sicherheit bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren geprüft. Belastbare Daten erwarte man hier bis September.

Impfungen für Kinder sind auch das, was viele Hausärzte derzeit fordern. So hatte sich der nordrhein-westfälische Hausärzteverband für eine rasche Einführung von Impfstoffen für Kinder und Jugendliche ausgesprochen: "Darauf warten unsere Patienten, die Eltern und Großeltern", zitiert die Düsseldorfer "Rheinische Post" den Verbandschef Oliver Funken.

Seitens Politik soll im Laufe des Sommers eine Impfung von Kindern ab zwölf Jahren angeboten werden können. Das bestätigte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Zeitung gegenüber. Bis jüngere Kinder ein Impfangebot gegen das Coronavirus erhalten können, würde es aber "vermutlich noch etwas dauern".

Quellen: dpa, AFP, Zeit Online, Rheinische Post

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