30.04.2021 - 10:29

Wichtiger Fortschritt Biontech-Chef Şahin stellt Corona-Impfung für Kinder ab Juni in Aussicht

Özlem Türeci und Uğur Şahin sind das Power-Paar hinter der Mainzer Firma Biontech. In den letzten Monaten haben sie an einem Corona-Impfstoff für Kinder geforscht. Dieser könnte bereits im Juni verimpft werden...

Foto: Getty Images/ Pool

Özlem Türeci und Uğur Şahin sind das Power-Paar hinter der Mainzer Firma Biontech. In den letzten Monaten haben sie an einem Corona-Impfstoff für Kinder geforscht. Dieser könnte bereits im Juni verimpft werden...

Bisher können sich erst Personen ab 18 bzw. 16 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Das soll sich schneller ändern als erwartet.

Während zuerst der schleppende Start der Impfkampagne Unmut bei der Bevölkerung auslöste, sorgen jetzt zahlreiche Positivmeldungen für einen optimistischeren Blick in die Zukunft. Impfrekorde, zusätzliche Impfstoff-Lieferungen, die voraussichtliche Aufhebung der Impfpriorisierung ab Juni… Plötzlich scheint alles Schlag auf Schlag zu gehen. Auch die Impfstoff-Forscher ruhen sich nicht aus: In verschiedenen Studien wird derzeit getestet, ob auch Kinder die Corona-Impfstoffe gut vertragen – und die Ergebnisse sehen vielversprechend aus. Biontech-Gründer Uğur Şahin rechnet damit, dass ältere Kinder schon ab Juni, jüngere Kinder ab September ihre Corona-Impfung erhalten können.

Corona: Impfungen für Kinder werden getestet
Corona: Impfungen für Kinder werden getestet

Corona-Impfung für Kinder: Ist es ab Juni so weit?

Wie der Tagesspiegel bereits berichtete, haben die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin in den letzten Monaten an Corona-Impfstoffen für Kinder gearbeitet. "Wir glauben, dass es jetzt sehr schnell gehen kann", so Uğur Şahin. Die Impfstoffe sollen bis spätestens September von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen werden.

Uğur Şahin hält es für realistisch, dass im Juni die ersten Schulkinder geimpft werden könnten. Sein Optimismus scheint auch Gesundheitsminister Jens Spahn angesteckt zu haben: Er stellte in Aussicht, Kinder, die älter sind als 12 Jahre, bereits in den Sommerferien impfen lassen zu können. Wann genau Kinder voraussichtlich geimpft werden können, hängt von ihrem Alter ab.

Verschiedene Impfstoffe für verschiedene Altersgruppen

Seit letztem Sommer testet Biontech einen Corona-Impfstoff an Kindern zwischen zwölf und 15 Jahren. Die Ergebnisse sind mehr als vielversprechend: Die Schutzwirkung des Biontech-Impfstoffes soll bei Jugendlichen unglaubliche 100 Prozent betragen. In den USA wurden die Studiendaten für die bedingte Zulassung bereits eingereicht, nächste Woche möchte Biontech die Zulassung bei der EMA beantragen. Der Impfstoff für diese Altersgruppe könnte dann schon im Juni zugelassen werden.

Die Impfstoffe für jüngere Kinder könnten im Herbst folgen. Es laufen unterschiedliche Studien für Kinder ab sechs Monaten und Kinder ab fünf Jahren. Die Ergebnisse für die jüngere Gruppe könnten im September vorliegen, die für die älteren Kinder bereits im Juli. Sobald die Daten ausgewertet seien, könne man die Zulassungsanträge in den verschiedenen Ländern einreichen.

Schulschließungen: Ja oder nein?

Im Verlauf der Pandemie war es ein erklärtes Ziel der Regierung, Schulen und Kitas so lange wie möglich geöffnet zu lassen. Aus diesem Grund sieht auch das neue Corona-Notbremse-Gesetz Schulschließungen erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 vor, während die Beschränkungen in den anderen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens bereits ab einer Inzidenz von 100 greifen.

Mediziner hatten häufig vor den psychischen Folgen gewarnt, die langfristige Schulschließungen für die Kinder hätten. Andere Wissenschaftler, beispielsweise der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, hatten sich hingegen für Schulschließungen ausgesprochen, da Schulen und Kindergärten das Potential hätten, zum Superspreader-Event zu werden. Kinder würden in so einem Fall nicht nur sich selbst anstecken, sondern das Coronavirus auch in ihre Familien tragen.

Auch Uğur Şahin betont, wie wichtig es sei, "Kindern eine Rückkehr zum Schulalltag sowie Treffen mit Familie und Freunden zu ermöglichen". Sollte tatsächlich bereits im Juni mit den Impfungen von Kindern begonnen werden, befindet sich eine solche Rückkehr zur Normalität zumindest in Sichtweite.

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