Aktualisiert: 26.04.2021 - 17:49

Früher als erwartet Zum ersten Mal: Äußerst wirksamer Malaria-Impfstoff entwickelt!

Bislang gibt es keine Impfung gegen Malaria. Allein die Vorbeugung mit Medikamenten ist möglich. Könnte der neue Malaria-Impfstoff der Oxford-Universität die Wende bringen?

Foto: imago images/Edwin Remsberg

Bislang gibt es keine Impfung gegen Malaria. Allein die Vorbeugung mit Medikamenten ist möglich. Könnte der neue Malaria-Impfstoff der Oxford-Universität die Wende bringen?

Ein neuer Malaria-Impfstoff soll das Risiko einer Infektion um mehr als 75 Prozent reduzieren. Es gibt nur ein Manko…

Die Corona-Pandemie nimmt seit über einem Jahr die Aufmerksamkeit der Welt in Anspruch. Andere Erkrankungen geraten da oft ins Hintertreffen, so auch die Infektionskrankheit Malaria. Bislang gab es keine Impfung dagegen. Wer in Gebiete mit einem hohen Malaria-Risiko reiste, hatte nur die Möglichkeit, bestimmte Schutzmaßnahmen zu beachten und gegebenenfalls Medikamente zur Malaria-Prophylaxe einnehmen. Jetzt ist der Medizin offenbar ein Durchbruch gelungen: Forscher der Oxford-Universität sollen den ersten Malaria-Impfstoff mit sehr hoher Wirksamkeit entwickelt haben.

Malaria: Der Impfstoff könnte viele Leben retten

Malaria kommt in allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt vor, ausgenommen Australien. Die Infektionskrankheit wird von Parasiten hervorgerufen, zu den Symptomen zählen unter anderem Fieber, Schüttelfrost und Magen-Darm-Probleme. Vor allem bei Kindern führt die Erkrankung oft zum Tod: Von den 400.000 Menschen, die nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich an Malaria sterben, sind 270.000 Kinder.

Im Rahmen des Welt-Malaria-Tags am gestrigen Sonntag, über den die Tagesschau bereits berichtete, hob Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Bedeutung des Kampfes gegen die Krankheit noch einmal hervor. Der afrikanische Kontinent ist besonders betroffen: Laut Gerd Müller stirbt in Afrika alle zwei Minuten ein Kind an Malaria. Dort wurde der neue Malaria-Impfstoff nun auch getestet, genauer gesagt in dem westafrikanischen Staat Burkina Faso.

Kommt der Malaria-Impfstoff früher als erwartet?

In ihrer "Malaria Vaccine Technology Roadmap" hatte sich die WHO 2013 das Ziel gesetzt, bis 2030 über Impfstoffe zu verfügen, die die Malaria-Fälle um 75 Prozent reduzieren. Nun sieht es so aus, als könnte dieses Ziel möglicherweise deutlich früher erreicht werden: Das Vakzin, das ein Forscher-Team der Oxford-Universität laut Tagesschau entwickelt hat, soll eine Wirksamkeit von 77 Prozent haben. Auch traten bei der bereits durchgeführten Phase-II-Studie keine schweren Nebenwirkungen auf.

Umfangreiche Phase-III-Studie geplant

Das einzige Manko der Studie: Es nahmen verhältnismäßig wenige Probanden teil. Einbezogen wurden lediglich 450 Kinder zwischen 5 und 17 Monaten in Burkina Faso. Die Phase-III-Studie, die nun folgt, soll größer angelegt sein und in mehreren afrikanischen Ländern durchgeführt werden. Sollte diese Studie ebenfalls erfolgreich sein, könnte es zu einer Notzulassung des Malaria-Impfstoffs kommen – darauf hofft zumindest Adrian Hill, der Leiter des Jenner-Instituts der Oxford-Universität, das an Impfstoffen forscht. Sollte sie erteilt werden, könnte der Impfstoff ihm zufolge bereits bis Ende 2022 zugelassen sein.

Mehr darüber, wie sich die Corona-Pandemie auf andere Infektionskrankheiten auswirkt, erfahren Sie hier. Auf unseren Themenseiten haben wir mehr Informationen zu den Themen Coronavirus und Impfung für Sie gesammelt. Hier erfahren Sie unter anderem, was sie tun müssen, wenn Sie Ihren Impfpass verloren haben. Außerdem wichtig: Fotos vom Impfausweis gehören nicht in die sozialen Medien!

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