Aktualisiert: 20.04.2021 - 16:52

Bewegen, bewegen, bewegen! Covid-19: Zu wenig Bewegung erhöht das Sterberisiko

Auch, wenn es nicht immer leicht fällt: Sport ist gesund. Doch wussten Sie, dass regelmäßige körperliche Aktivität sogar das Sterberisiko im Fall einer Corona-Infektion senken kann?

Foto: Getty Images/ adamkaz

Auch, wenn es nicht immer leicht fällt: Sport ist gesund. Doch wussten Sie, dass regelmäßige körperliche Aktivität sogar das Sterberisiko im Fall einer Corona-Infektion senken kann?

Dass Sport der Gesundheit förderlich ist, ist allgemein bekannt. Auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus könnte Bewegung helfen.

Sie mögen sich so, wie Sie sind und sehen keinen Bedarf, Ihren Körper mit Sport zusätzlich zu stählen? Das ist natürlich vollkommen in Ordnung – Glück und Lebensfreude sollte ohnehin nicht an eine bestimmte Körperform oder eine bestimmte Zahl auf der Waage gebunden sein. Doch dass sportliche Betätigung aus gesundheitlichen Gründen absolut empfehlenswert ist, lässt sich nicht leugnen. Körperliche Aktivität verringert das Risiko zahlreicher Krankheiten – offenbar ist Covid-19 eine davon. Eine neue Studie legt nahe, dass zu wenig Sport das Sterberisiko im Fall einer Corona-Infektion erhöht.

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Eine Gruppe von Wissenschaftlern, die an verschiedenen Einrichtungen in Kalifornien forschen, beispielsweise der University of California, San Diego, kommen in ihrer Studie, die im "British Journal of Sports Medicine" veröffentlicht wurde, zu dem Schluss, dass sich Bewegung positiv auf den Krankheitsverlauf bei Covid-19 auswirkt.

Sie verglichen insgesamt 48.440 an Covid-19 erkrankte Patienten miteinander. Dabei stellten sie einen Zusammenhang zwischen den Angaben der Patienten zu ihrer physischen Aktivität und dem Risiko der Hospitalisierung, der Einweisung in eine Intensivstation und dem Tod als Folge der Covid-19-Erkrankung fest.

Einteilung in drei Aktivitätsgruppen

Die Patienten wurden anhand ihrer Angaben in drei Gruppen eingeteilt: Als körperlich inaktiv galten jene, die zwischen 0 und 10 Minuten pro Woche körperlicher Aktivität nachgingen, als gemäßigt körperlich aktiv jene, die sich zwischen 11 und 149 Minuten pro Woche betätigten. Als körperlich aktiv galten die Patienten, die das in den US Physical Activity Guidelines empfohlene Maß an körperlicher Aktivität erreichten und 150 Minuten und mehr pro Woche aktiv waren.

Von allen Patienten, die in der Studie berücksichtigt wurden, wurden 8,6 Prozent ins Krankenhaus eingeliefert, 2,4 Prozent mussten auf die Intensivstation und 1,6 Prozent verstarben. Patienten, die körperlich inaktiv waren und jene, die nur gemäßigt körperlich aktiv waren, hatten im Vergleich mit den anderen beiden Aktivitätsgruppen ein erhöhtes Risiko für alle drei Szenarien.

Risiko für schweren Krankheitsverlauf signifikant erhöht

Die Patienten, die körperlich inaktiv waren, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko (2,26 Mal höher), ins Krankenhaus eingewiesen zu werden wie die Patienten, die das empfohlene Maß an körperlicher Aktivität erreichten. Die Patienten, die gemäßigt körperlich aktiv waren, hatten ein beinahe doppelt so hohes Risiko (1,89 Mal höher).

Ähnliches gilt für die Einweisung in eine Intensivstation: Bei körperlich inaktiven Patienten war das Risiko um den Faktor 1,73 erhöht, bei gemäßigt aktiven Patienten um den Faktor 1,58. Das Sterberisiko körperlich inaktiver Patienten war um den Faktor 2,49 erhöht und damit sogar 2,5 Mal so hoch wie bei körperlich aktiven Patienten. Bei Patienten, die gemäßigt aktiv waren, war das Sterberisiko um den Faktor 1,88 erhöht.

Es liegt also nahe, dass zu wenig körperliche Aktivität ein weiterer Faktor ist, der das Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion signifikant erhöht. Bisher führt das Robert-Koch-Institut unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas und Schwangerschaft als Risikofaktoren auf.

Die vollständige Studie finden Sie hier: Physical inactivity is associated with a higher risk for severe COVID-19 outcomes: a study in 48 440 adult patients

Lesen Sie hier mehr darüber, welche Rolle das Gewicht bei einer Coronavirus-Infektion spielt. Auch die Generation der über 50-Jährigen ist nun besonders durch eine Covid-19-Erkrankung gefährdet. Ein weiterer überraschender Risikofaktor: Depression. Wie hängt sie mit einer Corona-Infektion zusammen?

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