Aktualisiert: 19.04.2021 - 17:55

Es geht voran! Impfstoff für alle! Wird im Mai die Impfpriorisierung aufgehoben?

Andreas Gassen ist Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er hält es für denkbar, dass die Impfpriorisierung bereits im Mai aufgehoben wird.

Foto: imago images/Christian Thiel

Andreas Gassen ist Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er hält es für denkbar, dass die Impfpriorisierung bereits im Mai aufgehoben wird.

Bisher können sich nur bestimmte Personengruppen gegen das Coronavirus impfen lassen, alle anderen müssen warten. Ist damit im Mai Schluss?

Bisher lief die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Deutschland eher schleppend an – doch jetzt nimmt sie deutlich an Fahrt auf. Weitere Impfstofflieferungen stehen an, die Hausärzte impfen und die Anzahl der Angehörigen von Risikogruppen, die vollständig immunisiert wurden, steigt. Jetzt gibt es eine weitere gute Nachricht: Die Kassenärzte rechnen damit, dass bereits im Mai die Impfpriorisierung aufgehoben wird.

Kassenärzte stellen Aufhebung der Impfpriorisierung in Aussicht

Hintergrund dieser Ankündigung ist die erwartete Zunahme der Impfstoff-Lieferungen. Insbesondere die Hausarztpraxen sollen dann mehr Impfstoff erhalten – sogar mehr als die Impfzentren. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen erhalten könnten, die jede Woche an die Impfzentren gingen – wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen.

In den Impfzentren werden die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca verimpft, daraus setzen sich die 2,25 Millionen Dosen zusammen, die dort bisher pro Woche verabreicht werden konnten. Der Rest der von den Herstellern gelieferten Dosen geht an die Arztpraxen.

Sollten die Lieferungen so eintreffen wie geplant, rechnet Andreas Gassen damit, dass "im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann".

Biontech/Pfizer liefert deutlich mehr Impfstoff

Laut Andreas Gassen haben bisher aus den priorisierten Risikogruppen um die 16 Millionen ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, fünf Millionen sind bereits vollständig immunisiert. Insgesamt gebe es in diesen Gruppen 23 Millionen Impfberechtigte. Voraussichtlich stehen in den Impfzentren und Arztpraxen zusammen im Mai jede Woche 4 bis 4,5 Millionen Dosen der verschiedenen Vakzine zur Verfügung, demnach müssten alle Gefährdeten in absehbarer Zeit ein Impfangebot erhalten haben.

Insbesondere der Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer möchte seine Lieferungen erhöhen: Wie der Spiegel berichtete, sollen vom 26. April an vier Wochen lang 3,4 Millionen Impfstoff-Dosen pro Woche geliefert werden. Von Ende Mai bis Ende Juni sollen sogar fünf Lieferungen mit je 5,135 Millionen Impfdosen erfolgen.

Bislang ist die Impfung gegen das Coronavirus erst ab 16 Jahren möglich, doch das soll sich bald ändern. Laut einer Studie wirkt der Impfstoff von Biontech/Pfizer auch bei Jugendlichen – und zwar sogar zu 100 Prozent. Und auch an Kindern wird der Corona-Impfstoff bereits getestet.

Bereits jetzt ist allerdings klar: Bei einem Piks bleibt es vermutlich nicht. Gut möglich, dass wir uns in Zukunft alle ein drittes Mal oder sogar jährlich gegen das Coronavirus impfen lassen müssen.

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