16.04.2021 - 12:55

Auch ohne Impfeinladung Unter 60? Hier können Sie sich gegen Corona impfen lassen!

Unter 60? Bei vielen Hausärzten können Sie sich nun trotzdem gegen Covid-19 impfen lassen – mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca.

Foto: Getty Images/ Jens Schlueter

Unter 60? Bei vielen Hausärzten können Sie sich nun trotzdem gegen Covid-19 impfen lassen – mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca.

Sie möchten sich so schnell wie möglich gegen das Coronavirus immunisieren lassen? Hier haben Sie die Möglichkeit dazu!

Sie sind unter 60, gehören nicht zu einer Gruppe mit erhöhter Impfpriorisierung, möchten sich aber dennoch gegen das Coronavirus impfen lassen? Dann sollten Sie sich bei Ihrem Hausarzt erkundigen, ob für Sie eine Corona-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca in Frage kommt. Da aktuell so viele Dosen übrig sind, wird der Corona-Impfstoff von AstraZeneca in den Hausarztpraxen verimpft – auch an Personen unter 60.

Unter 60? Hausärzte ermöglichen Corona-Impfung mit AstraZeneca

Es war ein langes Hin und Her um das Corona-Vakzin von AstraZeneca: Immer wieder wurden die Impfungen ausgesetzt, das Vertrauen in der Bevölkerung schwand – und das bereits, bevor bekannt wurde, dass vor allem bei jungen Frauen im Zusammenhang mit der Impfung seltene Hirnvenenthrombosen aufgetreten waren. Diese Information war ausschlaggebend dafür, dass die Ständige Impfkommission ihre Empfehlungen bezüglich des Impfstoffs von AstraZeneca aktualisierte: Dieser wird jetzt nur noch für Personen empfohlen, die älter sind als 60 Jahre.

Hirnvenenthrombose sorgt für Impf-Stopp mit Astrazeneca
Hirnvenenthrombose sorgt für Impf-Stopp mit Astrazeneca

Eine Empfehlung ist aber keine Regel: Nach wie vor ist es möglich, sich auch als Person unter 60 mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen zu lassen. So funktioniert's:

Tausende Impfstoff-Dosen liegen ungenutzt bereit

Wie die Nachrichtenseite Business Insider bereits berichtete, haben aufgrund der geänderten Empfehlung für AstraZeneca und den Bedenken in der Bevölkerung viele ihren geplanten Impftermin beim Hausarzt abgesagt. Das Resultat: In den Praxen und den Lagern der Bundesregierung liegen Tausende Dosen des Impfstoffs – ungenutzt. Impfstoff, der nicht verimpft wird, sondern auf Halde liegt, trägt aber mit Sicherheit nicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Aus diesem Grund dürfen Ärzte auch Menschen unter 60 mit AstraZeneca impfen – vorausgesetzt, es nehmen zu wenig Personen aus den Gruppen mit höherer Impfpriorisierung das Angebot in Anspruch.

Aufgrund der geänderten StiKo-Empfehlung wird Ihnen Ihr Hausarzt dieses Angebot allerdings wohl nicht von selbst machen. Sie müssen sich aktiv danach erkundigen, den Aufklärungsbogen unterschreiben und somit auch die Haftung für Ihre Impfung übernehmen. Liegt der Impfstoff schon im Kühlschrank bereit, kann dann umgehend geimpft werden.

AstraZeneca ab 60? Experten sind sich uneinig

Doch warum sollte man sich mit einem Vakzin impfen lassen, wenn dieses für die eigene Altersgruppe explizit nicht empfohlen wird? Tatsächlich ist die Angelegenheit kompliziert. Zwar rät die StiKo dazu, sich erst ab 60 mit dem AstraZeneca-Vakzin impfen zu lassen, die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt den Impfstoff allerdings weiterhin uneingeschränkt für Personen ab 18 Jahren, da dessen Nutzen das Risiko überwiege.

So wird er beispielsweise in Frankreich ab 55 verimpft. In Großbritannien erhalten laut der Tagesschau alle über 30 das AstraZeneca-Vakzin, jüngere Personen sollen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Selbst Experten sind sich in dieser Angelegenheit also nicht einig.

So hoch ist die Thrombosegefahr

Ausschlaggebend für die geänderte Impfempfehlung der StiKo waren vor allem die Berichte über tödliche Sinusvenenthrombosen in Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Vakzin. Das Das Paul-Ehrlich-Institut, das die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe erfasst, liefert hierzu folgende Daten:

Bis zum 2. April wurden in Deutschland 2.945.125 Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca durchgeführt. Innerhalb dieses Zeitraums wurden 42 Fälle einer zentralen Venen-/Sinusvenenthrombose gemeldet (Anmerkung: Das sind 0,001 Prozent). Mit Ausnahme von sieben Fällen waren Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren davon betroffen. Die betroffenen Männer waren zwischen 24 und bis 58 Jahre alt. Acht Patienten starben in Folge der Hirnvenenthrombose, davon waren fünf weiblich und drei männlich.

Laut dem Bericht traten Thrombosen mit begleitender Thrombozytopenie "sehr selten" nach der Impfung mit AstraZeneca auf, sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern.

Sie wurden bereits geimpft? Was Sie zur Zweitimpfung nach AstraZeneca wissen müssen, erfahren Sie hier!

Soll ich mich denn nun mit AstraZeneca impfen lassen?

Ob Sie dieses Risiko eingehen möchten, können schlussendlich nur Sie selbst entscheiden. Sie sollten unbedingt in einem Gespräch mit dem Hausarzt klären, ob der Nutzen des Impfstoffs in Ihrem Fall dessen Risiken überwiegt. Männer zwischen 40 und 60, die nicht rauchen und keine anderen Faktoren aufweisen, die das Thromboserisiko fördern (zum Beispiel Übergewicht oder Stoffwechselerkrankungen), dürften die Impfung für gewöhnlich erhalten.

Bei Frauen, insbesondere bei Frauen unter 50, ist die Sache komplizierter: Auch hier kommt es auf den allgemeinen Gesundheitszustand an, darauf, ob die Pille genommen oder geraucht wird (beides sind Thrombose-Risikofaktoren) und natürlich ob das individuelle Coronavirus-Ansteckungsrisiko eine möglichst baldige Immunisierung notwendig macht, d.h. ob die betroffene Person viele, nicht zu vermeidende Kontakte hat.

Den vollständigen, aktuellen Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts über die Nebenwirkung der Corona-Impfstoffe finden Sie hier.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe